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11.01.2022_Shannon Barnett Quartett

Fotos © Robert Fischer

Shannon Barnett (Posaune)
Stefan Karl Schmid (Saxophon)
David Helm (Kontrabass)
Fabian Arends (Schlagzeug)

Shannon Barnett stammt aus Australien und zog 2014 nach Deutschland, um in der berühmten WDR Big Band zu spielen. Bereits vor ihrem Umzug nach Köln entwickelte sie eine vielseitige Karriere in Melbourne und später auch in New York, wo sie mit Musikern wie Charlie Haden, Kurt Rosenwinkel, Darcy James Argue, der Birdland Big Band und Jon Faddis spielte. 2018 verließ sie die WDR Big Band, um sich auf ihre eigenen Projekte konzentrieren zu können. 2020 wurde sie mit dem WDR Jazzpreis ausgezeichnet, und 2021 für den Deutschen Jazzpreis nominiert in der Kategorie Blechblasinstrumente.

Umtriebig in der Kölner Szene, gründete sie bereits 2015 ein Quartett aus hochkarätigen Improvisatoren der deutschen Jazzszene mit Stefan Karl Schmid am Tenor Sax, David Helm am Kontrabass und Fabian Arends am Schlagzeug. 2017 veröffentlichte das Quartett das Album ‘Hype’ (Double Moon/Challenge) und wurde für den Neuen Deutschen Jazzpreis nominiert. Ihr zweites Album ‘Bad Lover’ wurde im November 2021 auf Florian Ross’ ‘Toy Piano Records’ veröffentlicht.

Das Quartett profitiert davon, seit über fünf Jahren zusammen zu spielen und sind eine eng verbundene Familie geworden. Wie in einer normalen Familie gibt es (zumindest auf der Bühne) Spannungen und hitzige Diskussionen, aber insgesamt ein Gefühl der Einheit beim Erkunden. Gemeinsam reisen sie durch Barnetts Kompositionen und verbinden dabei Einflüsse aus vielen verschiedenen Genres.

“Das ist aufmerksame, kommunikative, jazzig lustvolle Musik um eine Künstlerin, die ihren Platz in der Riege der Virtuosen gefunden hat”
Ralf Dombrowksi – Jazzthing

“Sie einigen sich auf die universale Sprache, improvisieren miteinander, agieren mit maximaler Bühnenpräsenz… Sich aufeinander einhören. Sich im richtigen Momente einbringen, die Ideen der anderen aufnehmen, auf die universale Sprache, die sämtliche dieser Profimusiker so perfekt beherrschen einlassen.“
Stefan Pieper – nrwjazz.net

www.shannonbarnett.info

Foto @ Kilian Amrehn

14.02.2023_TAU 5

Felix Henkelhausen (Electronics, Bass)
Ludwig Wandinger (Electronics)
Moritz Baumgärtner (Schlagzeug)
Philip Zoubek (Synthesizer)
Philipp Gropper (Tenor und Sopransaxophon)

Seit ihrer Gründung arbeiten TAU 5 auf Basis neuer Kompositionsformen und Improvisationskonzepte an dem Vokabular einer eigenen, kollektiven Klangsprache und entwickeln ausgehend von Jazz, Electronic, HipHop, Improv und Neuer Musik ihren Sound mutig weiter.

Supergroup ist – zugegeben – ein etwas abgeschmackter Begriff. Aber im Herbst 2020, in einer Zeit, in der jede mögliche Gruppenbildung mit tollen Individuen nicht nur in der Kunst ein Grund zur Freude ist, möchten wir ihn gerne wieder zurück auf den Plan rufen. TAU 5 ist ein solches Supergruppen-Quintett mit Basis in Berlin, das aus fünf schillernden Persönlichkeiten der jungen europäischen Jazzszene besteht. Moritz Baumgärtner an Schlagzeug und Percussion, Philipp Gropper am Saxophon, Philip Zoubek an der Electronic, Felix Henkelhausen am Bass – und nicht zuletzt Ludwig Wandinger als Produzent und Editor. Denn die Editierarbeit ist tatsächlich ein wichtiger, beinahe kompositorischer Teil ihres Debüt-Albums mit dem allumspannenden Titel „Kreise“. Über drei Jahre hinweg hat das Material große Kreise an den unterschiedlichen Schnittstellen der Produktion gezogen. Von den Kompositionen und Konzeptionen bis zum finalen Mixdown. Wir hören gespielte Notationen, freie Jams und erneute Improvisationen zu bereits editierten Sessions auf dieser kreisförmigen Doppel-Langspielplatte. Das Ende eines Prozesses wird bei TAU5 stets als Anfang eines neuen Prozesses begriffen.

Hier trifft „Bitches Brew“ auf den Geist von Eric Dolphy oder Cecil Taylor unter den Produktionsbedingungen von Ableton-Live. So erinnert „Kreise“ in vielen Momenten eher an Flying Lotus, als an ein klassisches Live- Quintett des Free-, Modern- oder Fusion-Jazz- Betriebs. Doch selbstverständlich besitzen TAU 5 die Fähigkeiten, diese unfassbare Musik 1 zu 1 auf die Bühne zu bringen. Schließlich sind sie weder ein Kurator*innen- noch Produzentent*innen-Traum. Wir sprechen über eine Band: „Next level shit“, würden da wohl die Nachbar*innen aus der HipHop-Abteilung sagen. Dabei sind die Musiker von TAU 5 genauso vom HipHop wie von elektronischer Musik beeinflusst, so wie der Jazz längst wieder mit einer großen Selbstverständlichkeit junge Leute vom Pop bis in die Elektronik hinein beeinflusst. Der Erdkundelehrer-Muff von einst ist lange verflogen. Dem Internet sei gedankt. Nicht nur ihm, aber sicherlich auch.

Die Musik zieht sowieso munter weiter ihre Kreise. Saxophone mit soundverfremdenden Plug-Ins, komplexen, handgespielten Drum- Patterns und den darauf fußenden Loops. „Natürliche“ Sounds und Synthesen. Alles morpht hier ineinander, so wie das Artwork des Berliner Künstlers Markus S. Fiedler, von dessen Arbeit auch niemand mehr mit Gewissheit sagen kann, ob seine Bilderwelten in all ihrer farbigen Pracht vollständig am Computer generiert sind, oder ob es doch nur ein Tableau ist, auf dem fotografische Elemente am Rechner weiterbehandelt wurden.
Was all diese Fragen über die mediale Wahrnehmung unserer Gegenwart aussagen, mag jede(r) für sich entscheiden. Die Gruppe TAU 5 sieht dieses Album ohnehin nicht als ein Manifest, sondern als eine Beschreibung von Zuständen. Als könne man für ausgewählte Momente der Erschaffung oder Erhaltung von Systemen zuhören. Ja, als hörten wir beim Bestäuben einer Pflanze für wenige Minuten nicht nur der Biene, sondern auch der Pflanze zu. Oder den Wolken da oben auf ihrer Reise vom Meer in die nächste Bauernschaft oder Metropole. Die vorbeifahrenden Autos nicht zu vergessen. Und die Prozessoren in unseren Rechnern und Smartphones…

Es ist ihre große Offenheit, Neugierde und natürlich sind es ihre immensen Fähigkeiten, die TAU 5 im Kollektiv zur eingangs beschriebenen Supergroup mit einem echten Superalbum machen. Fantastisch!

Foto @ Andre Symann

http://moritzbaumgaertner.de
http://philippgropper.com
https://www.felix.henkelhausen.net
https://www.ludwigwandinger.com
https://www.philipzoubek.com

14.03.2023_The Consistency of Destruction

Pascal Klewer (Trompete)
Leif Berger (Schlagzeug)
Felix Hauptmann (Klavier/Synthesizer)
Roger Kintopf (Kontrabass)
Florian Herzog (Kontrabass)

“The Consistency of Destruction” arbeitet und forscht an Strukturen, Polyrhythmik, Dichte und Klang. Die Musik des Kölner Ensembles, bestehend aus den beiden Bassisten Roger Kintopf und Florian Herzog, dem Schlagzeuger Leif Berger, dem Pianisten Felix Hauptmann und dem Trompeter Pascal Klewer, befindet sich an den Grenzen der Avantgarde, Improvisierten Musik und der Neuen Musik. Die intensiv erarbeiteten Stücke, Vorlagen, Vorgaben und Konzepte werden stets weiter erforscht und schließlich zerstört, hinterfragt und neu verkoppelt.

Die Band veröffentlicht im Laufe 2021/2022 insgesamt 5 Alben auf dem Label sts|sts records.

Presse:

https://www.spiegel.de/start/jazz-musiker-werden-pascal-klewer-ueber-sein-studium-sein-gehalt-und-die-corona-krise-a-6a2e151c-df8f-4bd7-a28e-748c740cd622

https://www.ksta.de/kultur/aufregend-unberechenbar-36385072?cb=1619082665608

https://www.deutschlandfunk.de/aktuelle-big-bands-frischluft.2886.de.html?dram:article_id=475019

https://www.jazzthing.de/news/2020-2-27-koeln-222-festival-im-loft

pascalklewer.com

11.04.2023_inEvitable

Evi Filippou (Vibraphon, Perkussion, Gesang)
Arne Braun (Gitarre)
Eldar Tsalikov (Altsaxophon, Klarinette)
Robert Lucaciu (Kontrabass)
Moritz Baumgärtner (Schlagzeug)

inEvitable ist das neueste musikalische Projekt der Vibraphonisten Evi Filippou. Im Mittelpunkt steht das Experimentieren mit den Formen der griechischen Folklore, des Jazz und der improvisierten Musik.

Die Perkussionistin und Songwriterin folgt dabei ihrem Bedürfnis nach Selbstausdruck und erforscht ihre musikalischen Wurzeln zurück zum folkloristischen Erbe ihres Heimatlandes – mit Melodien, die zwischen zeitlosen, traditionellen Motiven, den Volksliedern der 60er und 70er-Jahren sowie der modernen Singer-Songwriter-Tradition liegen. Gleichzeitig hat sich diese zutiefst endemische Auseinandersetzung mit ihrem Weg durch die zeitgenössische Szene Berlins vermischt. Eine besondere Verschmelzung von Genres und persönlichen Erfahrungen, die zur Entstehung von inEvitable führte, einer Band, in der herausragende Improvisatoren mit Filippous Arrangements interagieren.

Zusammen spielen sie eine Sammlung von Arrangements und Kompositionen, die von Folk und traditionellen Genres inspiriert sind: Tanzmelodie der Insel Korfu, ein serbischer Klassiker, ein spirituelles Lied der afroamerikanischen Tradition oder eine Instrumentalversion von Angelique Ionnatos Musik. Das Ergebnis ist ein ökumenisch musikalischer Kosmos, gefüllt mit Postkarten aus aller Welt

Evi Filippou (1993), hat mit 7 Jahren angefangen Schlagzeug zu spielen. Mit einem Stipendium des Athener Konzerthauses schloß sie das Volos Konservatorium ab und zog 2011 nach Berlin, wo sie an der Hochschule für Musik „Ηanns Eisler” ihren Bachelor und MA Abschluss mit Auszeichnung machte.

An Berufserfahrung stehen die Mitwirkung bei Orchestern und Kammermusik Ensembles (u.a.Bolshoi Ballet Orchestra, Ensemble United Berlin) als auch solo Auftritte klassischer und improvisierter Musik und Duo Kooperationen (“ff duet” mit Katerina Fotinaki, “blowslap” Duo mit saxophonist Hayden Chisholm). Auch in der Jazz Szene aktiv spielt Filippou unter anderem bei Stefan Schultzes’ Large Ensemble und Chris Dahlgrens’ DHALGREN. Zusammen mit Harfenistin Andrea Voets arbeitet sie an Live Film Musik Projekte (musical journalism, u.a. “Xenitia – a documentary concert about migration”). Ihre eigene Musik und Arrangements spielt Evi mit ihrem Quintett inEvitable.

Ein grosser Teil ihres künstlerisches Lebens gilt dem Musiktheater (Gründungsmitglied des „Opera Lab Berlin” Ensembles). Sie wirkt bei zahlreichen Produktionen mit (u.a. in der Neuen Werkstatt der Staatsoper Berlin, Hauen und Stechen Musiktheater Kollektiv). Seit 2016 ist Evi auch Dozentin in berliner Grundschulen gefördet von “Vincentino e.V. – Kultur stärkt Kinder in Berlin”. Ständig beschäftigt mit der Koexistenz von Komposition und Improvisation, Präzision und authentischer persönlicher Ausdruck wohnt und übt Evi in Berlin.

Presse:

„Was für eine witzige Mischung aus griechischer Folklore, im Fall des Openers „Perdika reloaded“ von der Insel Korfu, Ringelspiel-Musik und freier Improvisation! Manches davon würde sich auch ideal als Soundtrack zur Untermalung eines „Tom & Jerry“-Streifens eignen. Die 29-jährige, aus Griechenland stammende und seit gut zehn Jahren in Berlin lebende Vibraphonistin und Perkussionistin Evi Filippou ist in der Klassik und in der Neuen Musik ebenso zuhause wie im Jazz, in der freien Improvisation oder im Musiktheater. Es gelingt ihr mit beeindruckender Leichtigkeit, ihre vielseitigen Interessen in einen gleichermaßen mitreißenden wie stimmigen Mix zu integrieren, auf dem die Beschäftigung mit den musikalischen Wurzeln ihrer ursprünglichen Heimat sozusagen als außergewöhnliches Sahnehäubchen thront.

Filippou ist an Vibraphon und Perkussionsinstrumenten gleichermaßen wendig und einfallsreich wie beim Komponieren und Arrangieren, was natürlich kongeniale Partner erforderlich macht. Der russische Altsaxophonist und Klarinettist Eldar Tsalikov agiert höchst sensibel, kann aber auch förmlich explodieren, der finnische Gitarrist Arne Braun steuert unorthodoxen Saitenzauber bei, und das aus Bassist Felix Henkelhausen und Drummer Moritz Baumgärtner bestehende Rhyhtmus-Gespann versteht es, Filippous komplexe rhythmische Ideen mühelos zu verfeinern und umzusetzen. Die Gäste Julius Gawlik (Tenorsax, Klarinette) und Jone Bolibar (Klarinette, Bassklarinette) fetten bei Bedarf die Bläserstimmen auf.

„Maria“ startet als stimmungsvolles impressionistisches Klanggemälde, das mit wundervoller Leichtigkeit nahezu tänzerische Qualitäten entwickelt. Das auf einem serbischen Folk-Song basierende „Spa of Niš“ lässt Balkan-Swing aufleuchten, rasch durchbrochen durch freie Einwürfe, bevor es gar zu idyllisch wird. Auch die rasante „Hymn to the Sun“ – von der 2021 verstorbenen, griechischen Sängerin und Komponistin Angélique Ionatos geschrieben und von Filippou arrangiert – ist mit den für die griechische Folklore typischen, ungeraden Rhythmen gespickt. Bei „In The Apple Tree“, einer Improvisation nach dem Stück „I Milia“ des zeitgenössischen, kretischen Musikers und Komponisten Loudovikos ton Anogeion, steuert Lara Alarcón Vokalartistisches bei. Das von Elias Stemeseder komponierte „Resolution Points“ stellt einen rasanten Ausflug in die Neue Musik dar, während das auf dem Gospelsong „Just a Closer Walk With Thee“ basiernde „Ode to A.L.B.B.“ einen stimmungsvoll swingenden Abgang aus diesem enorm abwechslungsreichen Debütalbum von inEvitable beschert.

In den Bandnamen ihres Quintetts hat Filippou klarerweise ein Wortspiel mit ihrem Vornamen versteckt, und das englische Wort „inevitable“ hat eine ganze Menge an Bedeutungen – zwangsläufig notwendig, unumgänglich, unvermeidlich, naturgegeben –, sie alle passen irgendwie auf dieses bei Alfred Vogels Boomslang Records erschienene Album, das man auch als notwendiges Ventil für die außerordentliche Kreativität der Bandleaderin sehen kann. Die Band hat übrigens bei den diesjährigen Bezau Beatz auch ihre hervorragenden Live-Qualitäten unter Beweis gestellt, und Evi Filippous charmante Art und überbordende Spielfreude wirkte auf die Mitspieler gleichermaßen ansteckend wie auf das begeisterte Publikum.“

(Peter Füssl · 07. Sep 2022 · CD-Tipp Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft)

Foto © Fabio Dondero

evifilippou.com

13.06.2023_Heidi Bayer KORSH

Heidi Bayer (Trompete, Flügelhorn)
Sven Decker (Bassklarinette, Tenorsaxophon)
Kalle Moberg (Akkordeon)
Robert Landfermann (Kontrabass)
Oli Steidle (Schlagzeug)

Das Leben steckt voller Kontraste. Sie zu akzeptieren, erfordert Mut. Unser angeborenes Harmoniebedürfnis aber durch den Filter dieser Kontraste zu schicken und dann aus Gegensätzlichem und auf den ersten Blick Widersprüchlichem etwas in sich Geschlossenes, Stringentes und Ganzheitliches abzuleiten, erfordert eine Meisterhand. Die in Köln lebende Trompeterin Heidi Bayer hat all das … den Mut, die Welt so zu akzeptieren, wie sie ist, statt wie sie sein sollte, und die Gabe, der Logik des scheinbar Unvereinbaren zu folgen, um daraus die Poesie des Kontrasts abzuleiten. Und trotzdem oder gerade deshalb ist sie eine Utopistin, die Dinge zu Gehör bringt, die so noch kein Ohr vernommen hat.

Zunächst einmal fällt die Besetzung mit Heidi Bayer an Trompete und Flügelhorn, Sven Decker an Tenorsaxofon und Bassklarinette, dem Norweger Kalle Moberg am Akkordeon, Bassist Robert Landfermann und Drummer Oli Steidle auf. Aus den Anfangsbuchstaben der Vornamen ergeben sich übrigens Bandname und Albumtitel. Unabhängig von der Tatsache, dass alle fünf Beteiligten auch selbst als Bandleader und Solisten Akzente setzen, stehen doch auch alle für eine ganz eigene Ästhetik, die sich sofort auch auf „KORSH“ offenbart. Gleich der erste Track „Once In A While“ klingt wie ein Schneesturm im Hochsommer. Verschiedene Kräfte wirken zusammen, die man so kaum auf einmal erwarten würde. Das Akkordeon drängt sich mit einer solchen Vehemenz in den Jazz-Kontext aus Trompete, Saxofon, Bass und Schlagzeug, als wollte es allein die Richtung vorgeben. Die Stimmen verhandeln miteinander und finden am Ende eine gemeinsame Richtung. All das ist genau so gewollt. Dieser Track deutet bereits an, was im weiteren Verlauf des Albums passiert, nimmt aber noch nicht alles vorweg. Denn „KORSH“ ist eine Reise, durch Höhen und Niederungen, durch Vertrautes und gänzlich Unbekanntes, durch Klarheit und Mystik, durch Persönliches und Abstraktes, und nicht selten alles zugleich.

Gegensätze ziehen sich bekanntlich an. Die Kontraste sind in den Stimmen und Idiomen der an „KORSH“ Beteiligten bereits angelegt. Heidi Bayer schreibt Musik für Personen, nicht per se für Instrumente. Das Akkordeon lag ihr schon lange am Herzen, aber ebenso lange war sie auf der Suche nach einem Akkordeonisten, der diesen Spielraum zwischen Anmut und Experimentierfreude bereits in seiner Person vereint. Nach umfangreichen Recherchen wurde sie in Norwegen bei Kalle Moberg fündig. Das Füllhorn seiner Klangmöglichkeiten versetzte sie ebenso in Begeisterung wie sein stilistisches Spektrum von Klassik über Jazz bis zu Drones. Sein Akkordeon kann hier wie eine Orgel klingen, da wie eine Bassklarinette und manchmal einfach wie die Urgewalt der Erde selbst. Mit Moberg fuhr sie volles Risiko. „Erst beim Durchhören der Aufnahmen wurde mir klar, dass dies auch voll nach hinten hätte losgehen können“, resümiert die Trompeterin, um sogleich tief zu stapeln. „Es war einfach wahnsinniges Glück, dass das alles so geklappt hat.“

Dass es eben nicht nur Glück ist, sondern eben Heidi Bayers gutes Händchen für Klänge und Stimmen, wie auch ihr Feingefühl für die Klaviatur von individuellen Charakteren, zeigt die Auswahl der übrigen Musiker. Mit Sven Decker verbindet sie eine lange Freundschaft, die schon in unterschiedlichen Projekten und Bands zum Tragen kam. Besonders schätzt sie an dem Ausnahmesaxofonisten dessen Fähigkeit, bedingungslos loszulassen. Mit Decker gemeinsam dachte sie über eine passende Rhythmusgruppe nach. Der Berliner Drummer Oliver Steidle bringt eine Paarung von Ausdruckskraft und Verspieltheit mit, die präzise in Heidi Bayers Konzept passte. Vor allem bringt auch er die erforderliche Risikobereitschaft mit. Steidle wiederum schlug Robert Landfermann als Bassisten vor, den die Bandleaderin ohnehin schon im Fokus hatte. Landfermann ist ein extrem empathischer Individualist, der das nun komplette Quintett ausbalancierte.

Und natürlich ist da auch noch Heidi Bayers eigene Stimme. Die Vielfalt ihrer spielerischen Facetten und Verkleidungen ist beeindruckend. In jedem Song nimmt sie eine andere Rolle ein. Mal tritt sie uns sehr warm und verbindlich gegenüber, mal sehr unterkühlt und spitz, und mit Brillanz und Sujetsicherheit beherrscht sie das ganze Repertoire dazwischen. „Das passiert gar nicht bewusst, aber ich wollte eine Situation schaffen, in der ich mich selbst aus meiner Komfortzone entfernen muss. Ich wollte mir einfach mal erlauben, auch all die Seiten in mir hörbar zu machen, die sonst nicht so typisch für mich sind, aber trotzdem einen Teil von mir ausmachen.“

Heidi Bayer sucht nicht nach der größtmöglichen Schnittmenge zwischen den Mitgliedern ihrer Crew, sondern arbeitet Gegensätze heraus und macht Überlappungen hörbar. Ein Widerspruch ist nur dann ein Widerspruch, wenn er als Abweichung vom Einklang der Gegebenheiten wahrgenommen wird. Heidi Bayer geht von ihren eigenen Voraussetzungen aus und schafft auf deren Grundlage ein lebensnahes Ausnahmealbum. „KORSH“ beschreibt einen asynchronen Prozess individuellen und kollektiven Zusammenrückens und Auseinanderdriftens, bei dem neben spielerischen Freiräumen vor allem die multiplen Charaktere der fünf Musikerpersönlichkeiten zur Geltung kommen. Das ausgefeilte Changieren von Persönlichkeiten in einem klar vorgegebenen Rahmen hat man so noch nicht gehört.

“Eine Reise, durch Höhen und Niederungen, durch Vertrautes und gänzlich Unbekanntes, durch Klarheit und Mystik, und nicht selten alles zugleich. Heidi Bayers Vielfalt ihrer spielerischen Facetten und Verkleidungen ist beeindruckend.”

— Wolf Kampmann

Foto © Stefan Braunbarth

www.heidi-bayer.de

11.07.2023_Bright Dark

Mark Pringle (Klavier/Synthesizer)
Felix Henkelhausen (Kontrabass)
Philip Dornbusch (Schlagzeug)

„Bright Dark“ heißt ein Projekt und Album des Berliner Pianisten Mark Pringle mit Felix Henkelhausen am Kontrabass und Philip Dornbusch am Schlagzeug. Das Trio taucht mit offenen Ohren unerschrocken in Pringles Kompositionen ein, in denen es spielerisch rhythmische Vamps navigiert, zarte Klangteppiche webt und über lyrische Melodien meditiert. Dabei werden vereinzelte elektronische Elemente in einen ansonsten lebendigen akustischen Raum integriert. Mit ganz verschiedenartigen Einflüssen wie Karlheinz Stockhausen, der Berliner elektronischen und improvisierten Musikszene, Waschsalons und lila Obst, zeichnet sich der Sound der Formation durch ein dynamisches Zusammenspiel aus – emotional, eindringlich und reflektierend.

„Bright Dark“ kann sowohl als Gegensatz, als auch deskriptiv interpretiert werden (kann etwas Dunkles eine Eigenschaft von Helligkeit besitzen?), ein Rätsel, das sich in der Musik abspielt, wo Funken vor schattenübersäten Kulissen fliegen. Das gleichnamige Album wurde 2022 von Unit Records veröffentlicht und markiert Pringles erstes aufgenommenes Statement als Bandleader eines Trios.

„Seine Motive wirken hingetupft, in den Klangraum geworfen und selbst in Momenten der Vehemenz oder der vorsichtigen elektronischen Verfremdung klar und perlend deutlich … ein Experiment mit Kontrasten aus der Tradition der offen fließenden Jazzmoderne … Pringles Klarheit der Dunkelheit.“

– Ralf Dombrowski, Jazz thing

„Mark Pringle ist ein außergewöhnlich begabter Pianist und Komponist sowie ein bemerkenswerter Improvisator“

– John Taylor

Foto © Martina Pozzan

www.markpringlemusic.com

21.12.2021_Rowk Music

Fotos © privat

Kalle Kalima (Gitarre)
Ronny Graupe (Gitarre)
Wanja Slawin (Saxophon)
Oliver Steidle (Schlagzeug)

Diese Super – Group ist ein gemeinschaftliches Projekt von vier herausragenden, innovativen Musikern aus Berlin. Sie spielen seit Jahren in stilistisch unterschiedlichsten Besetzungen und haben im Laufe der Zeit ihre eigene durch den Jazz beeinflusste Stimme am Instrument entwickelt. Ihre eigenen Bands wie: Klima Kalima, Kuu, SoKo Steidle, Killing Popes, Hyperactive Kid, Ronny Graupe’s Spoom, Lotus Eaters oder Liun & the Science Fiction Band, werden als heisse Berliner Exporte gehandelt und haben international eindrückliche Spuren hinterlassen.

Da sie „Kinder ihrer Zeit“ sind und in ihrer Jugend zeitgenössische Strömungen wie „neue deutsche Welle“, Punk, Hip Hop, Hardcore usw. erlebten, haben sie es sich bei Rowk Music zur Aufgabe gemacht, diese Einflüsse musikalisch zu verarbeiten.

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt und so werden auch Abstecher in die „Neue Musik“ , Dub, Rock, Noise und anderen aktuellen Strömungen unternommen. Die Improvisation ist hier kein Selbstzweck sondern „dient“ der jeweiligen Stimmung der selbst geschriebenen Stücke. Nicht das „was spielt man“, sondern das „wie spielt man“ erfährt hier aufs Neue eine enorme Wichtigkeit.

Das bewusste weglassen eines Bassisten erhält sowohl beim Schreiben als auch beim Spielen seine volle Berechtigung, insofern es überhaupt nicht auffällt, dass ein solches tragendes Element fehlt. Vielmehr schaffen es die Vier einen Sound zu kreieren der durchsichtig, transparent aber dennoch voll und warm alle Frequenzen bedient, die ihre Melodien, Rhythmen, Geräusche unterstützen.

www.kallekalima.com
www.ronnygraupe.com
www.wanja-slavin.de
www.oliversteidle.com

14.12.2021_Slowfox

Hayden Chisholm (Saxophon)
Sebastian Gramss (Kontrabass)
Philip Zoubek (Klavier)

SLOWFOX, das Ausnahme-Trio mit dem Neuseeländischen Altsaxophonisten und SWR-Preisträger Hayden Chisholm, dem aus Wien/Austria stammenden Wahl-Kölner Philip Zoubek am Piano und dem Kontrabassisten und mehrfachen ECHO Preisträger Sebastian Gramss. 2013 gegründet, hat das Trio seither ihren besonderen zeitgenössisch-melodischen Stil auf unzähligen Konzerten in ganz Europa, Russland und Afrika perfektioniert und international mit dem Goethe Institut mit unzähligen Musikern zusammengearbeitet.

SLOWFOX, zuletzt auf der Jazzahead als Newcomer des Jahres gefeiert, verkörpert eine spannende Balance zwischen ansprechenden Melodien und anspruchsvoller Klangästhetik zu einer Art „Melodic Avantgarde“ auf höchstem spielerischem Niveau. Das Programm besteht aus einer feinen Auswahl von Original-Kompositionen von den beiden hochgelobten letzten Alben GENTLE GIANTS (Traumton) und THE WOOD (Jazzwerkstatt Berlin).

WDR Jazz award for Philip Zoubek (2020)
ECHO Bass for Sebastian Gramss (2013 & 2018)
Nominated for German Jazz award (2017)
SWR Jazz award for Hayden Chisholm (2014)

Fotos © Robert Fischer

Presse:

Jazz & More (08/17): „Gentle Giants -Five Stars! *****“

„Slowfox präsentiert einen grandiosen, lyrisch empfundenen Jazz, der bei aller Freigeistigkeit in der Tradition tief verwurzelt ist. Der spielerische Umgang mit den Stücken, das kontinuierliche Verwandeln und Umformen giebt der Musik ebenso viel Offenheit wie Kunstfertigkeit. Drei Musiker, einig, den Spagat zwischen traditionsbewußtsein und Avantgarde mit sehr viel Fantasie zu erfüllen.“ RP 07/17

„Sebastian Gramss is a masterful bass player, establishing his ability to play full dark lines, then demonstrating a consistently firm grasp of arco technique…“ Cadence Magazine, New York
DOWNBEAT MAGAZINE 03.2003:
„Also impressive is the stellar sounds and punchy wit by alto wizard and fashion don Hayden Chisholm.“

JAZZTHETIK 05/14:
„Eine Metamorphose – eine in Klang umgesetztes Gedicht…….Sebastian Gramss besitzt neben seiner direkten musikalischen Sprache, die er mit Bands wie Underkarl oder Fossile3 umsetzt, eine einfühlsame, die Emotionen streichelnde Klangsprache, die weder aufdringlich noch vorlaut, sondern einfach nur die Seele streichelnde Zurückhaltung aus dem Hintergrund ganz nach vorne stellt…“

„Der Tonfall Ellingtons, Das Momentum des Bebop, Die Geste des Freien Jazz und das Mysterium des Cool Jazz: Eine sehr gegenwärtige Souveränität weht durch diese Musik, ein ganzes eigenes Timing, eine wunderbar bewusste Ästhetik. Und mehr als nur ein Hauch von Größe“ (High Fidelity 1/17)

Jazzthing #118, 4/2017
„Der Kölner Bassist Sebastian Gramss beschreibt die Musik des Trios Slowfox als „melodic Avantgarde“. Eine durchaus zutreffende Beschreibung, folgt man den 15 kammermusikalisch gestalteten Improvisationen von Gramss, Philip Zoubek (Piano) und Hayden Chisholm (Altsaxofon) auf „Gentle Giants“. Chisholms so fein ziselierter Ton, der aller Zartheit zum Trotz rhythmische Kraft und melodische Substanz besitzt, hat sein Fundament in Gramss‘ tiefenwuchtigem Spiel auf dem Kontrabass und bekommt durch Zoubeks teils präpariertem Klavier eine leuchtende Transparenz. Spannend wird es, wenn die drei ihren kammermusikalischen Duktus verlassen und die jazzmusikalische Avantgarde streifen – oft mit subtil energetischem Ergebnis. Auch ihrer zweiten CD hat Slowfox ein poetisches Leitmotiv vorangestellt, das sich in dem ins Englische übersetzte Friedrich-Nietzsche-Zitat „And those who were seen dancing were thought tobe insane by those who could not hear the music“ wiederfindet – und dessen einzelne Wörter auch die Stücketitel ergeben.“

https://www.slowfox.org/

https://www.facebook.com/slowfoxjazz

Foto © Frank Schindelbeck

09.11.2021_Schultze/Ehwald/Rainey

Stefan Schultze (Klavier)
Peter Ehwald (Saxophon)
Tom Rainey (Schlagzeug)

„Ehwald und Schultze haben alles im Griff. Mit exzellentem Timing und Sinn für überraschende, harmonische Wendungen improvisieren die beiden über eigene Stücke“

schreibt Hans Hielscher im Spiegel über die aufregende Zusammenarbeit dieser beiden spannenden Deutschen Jazzmusiker. Für sechs Konzerte treffen Peter Ehwald und Stefan Schultze auf den herausragenden New Yorker Schlagzeuger und Improvisator Tom Rainey. Rainey, der mit Musikern wie Kenny Werner, Fred Hersch und Tim Berne zusammengearbeitet hat, ist eine der wichtigsten Stimmen im modernen Jazz. Das Trio entwickelt in einem virtuosen, melodischen Austausch neue Räume, in denen die Klänge, traumwandlerisch schweben und trotzdem energisch pulsieren.

Fotos © Guillermo Luz Y Graf

Presse:

[…]an extremely sensitive and at the same time expressive album, a successful example of intimate chamber jazz with ascetic, concentrated power.
– Heinrich Brinkmöller-Becker, nrwjazz.net, 11th December 2017

A breath that becomes a sound, that becomes a melodic motif. A piano motif like an echo. A caesura that has at least as much to say as the emphatically-open dialogue afforded by saxophonist Peter Ehwald and his pianistic partner Stefan Schultze that reveals itself as a process of searching, especially at the beginning of the new album. Better to raise one question too many than to succumb to the temptation of a hasty answer at some point. What the two have now been tackling for years shows a deep harmony that can only exist with the affirmation of the differences between their two characters. From this approach, the pair took on New York drummer Tom Rainey into their midst. And in this constellation he proves to be a powerful contributor and source of inspiration – for it is precisely the intertwined, asymmetrical rhythmic patterns that immensely enriches the intuitive symbiosis of Ehwald/Schultze.
The pieces that emerge from this go in different, rarely predictable and often somewhat labyrinthine directions – but never without a decisive approach in the form of a compositional idea. Nothing is superficial in this common kaleidoscope of musical fantasy. They let it run when something is good, and sometimes boldly take it to the extreme. Without being contrived, because everyone remains confidently true to themselves when connect with the ideas of the other two. For example, when Stefan Schultze solos turn highly emotionally on the piano and Peter Ehwald delivers spherical, sometimes even hymnic answers on the saxophone. This and much more releases abrupt eruptions on this new recording, but also carries you away into enchantingly atmospheric dream sequences, some of which are intended as a homage to Morton Feldman.
This listening pleasure is complex, unpredictable, and often profound. But the experience behind it is exemplary!
– Stefan Pieper, Jazzzeitung, July 2017

Schultze und Ehwald both relish exploring the melodic contours of the pieces, which are often reflective, even dreamy, while Rainey’s cymbal color play remains the epitome of sensitivity.
– John Sharpe, The New York City Jazz Record, 2017

One of the most exciting Jazz albums this year!
– HIFI Stars, 2017

The attraction of this extremely emotional music lies in the tension between these three individuals – from the diversity of their musical paths leading to a common goal.
– Rainer Bratfisch, Jazzpodium, 09/2017

The eleven tracks of this incredibly refined, rousing concept album are exciting – getting under your skin and tingling upon it, both exciting and meditative.
– Sabine Kaufmann, musenblaetter.de, 2017

Something happens all the time, constant movement demands attention that is very fulfilling, because you can imagine yourself in the midst of these conversations, either listening dreamily or rocking along with your whole body.
– Wolfgang Giese, musikansich.de, 2017

A strong album, where three protagonists play with at least as much devotion to each other as they give their own virtuosity while playing together.
– Daniel Kluger, musikreviews.de, 2017

Free jazz without noise, because even in the most spontaneous moments there is that quiet restraint that Morty Feldman (to whom the trio tip their hats with the opener ‘Edgewise’) used to create pure beauty.
– Karsten Zimalla westzeit.de, 2017

Great competence is generously displayed in the interweaving of goal-orientation with flexibility, cautiousness with consequential follow-through, and elaboration with ad hoc situations. For the ears.
– Concerto, 2017

https://ser.peter-ehwald.net/

02.11.2021_DAY & TAXI

Christoph Gallio (Sopran, Alto und C-melody Saxophone, Komposition)
Silvan Jeger (Kontrabass, Stimme, Elektronik)
Gerry Hemingway (Schlagzeug)

DAY & TAXI wurde 1988 mit Urs Blöchlinger als Quartett gegründet und wird seit 1989 als Trio von Christoph Gallio geführt. Die aktuelle Formation hat sich teilweise verjüngt und arbeitet seit 2013/18 zusammen. 2014 veröffentlichte sie die Doppel-CD «ARTISTS». Nach ausgedehnter Konzerttätigkeit in der Schweiz, in Italien und in Japan nahm die Band anfangs 2016 neues Material auf. Darunter durchkomponierte Miniaturen, die vom Bassisten Silvan Jeger gesungen werden. Deren Texte stammen aus den 70er Jahren und sind von der österreichischen Schriftstellerin Friederike Mayröcker. Das C-Melody Saxophon, das bis 1930 gebaut wurde und heutzutage sehr selten gespielt wird, kommt vermehrt zum Einsatz. Die Doppel-LP «WAY» kam Ende 2016 auf den Markt. Mitte 2017 tourte das Trio durch Argentinien und Chile.

DAY & TAXI gab unzählige Konzerte u.a. an den internationalen Jazzfestivals von Vancouver, Toronto, Edmonton, Saskatoon, Quebec City, Arkhangelsk, Moskau, New York (VISION), Pärnu, Almaty, Yokohama, Bolzano (Jazzfestival Trento), Zürich (TAKTLOS).

Die Musik der Band wird bis auf wenige Ausnahmen von Christoph Gallio komponiert und von allen Beteiligten gemeinsam in die jeweilige Form gebracht. Die Kompositionen können auch als Skulpturen gesehen werden. Unbeeindruckt von Trends bewegt sich DAY & TAXI autonom und unverkennbar an der Schnittstelle von Komposition und Improvisation und arbeitet teilweise mit starken Kontrasten wie Verdichtung und Entleerung. DAY & TAXI spielt zeitgenössische Musik, die sich der Vergangenheit bewusst ist, die Gegenwart wahrnimmt und die Zukunft anvisiert.

Die Musik versteht sich als experimentell und ist einschließend. Stilistische Heterogenität, Zufall, Minimalismen, Alltäglichkeit, Poesie und auch Künstlichkeit in Form von Sentimentalitäten werden zugelassen. Der gelassene und sublime Umgang damit prägt den einzigartigen DAY & TAXI Sound, der die individuellen Qualitäten der Mitspieler vereint und aufleben lässt.

Fotos © privat

Presse:

DAY & TAXI, this trio remains one of Europe’s best kept secrets. DOWNTOWN MUSIC GALLERY, BRUCE LEE GALLANTER, NEW YORK CITY

… eine sehr stake, auch emotional anrührende Musik. BERT NOGLIK, LEIPZIG

I’ve long been a fan, and ‚WAY‘ is a striking, beautifully-conceived album. All compositions are by the leader, and they’re succinct and pellucidly-structured – as are his improvisations. … Gallio is his own man, and a real musical thinker. Bassist Jeger and drummer Meier are simpatico partners. ***** JAZZ JOURNAL, ANDY HAMILTON, LONDON

30 Jahre Entwicklung hat Gallio mit seinen Kameraden zurückgelegt. Was dabei entstanden ist, könnte man mit musikalischer Weisheit in ständig wechselnder Gestalt bezeichnen. MATHIAS BÄUMEL, DRESDEN

DAY & TAXI since the early 90s is one of the most consistent and truthful of European groups. ‚DEVOTION‘, the new DAY &TAXI record, successor to the excellent WAY, is another set of taut, well-structured sketches and miniatures…the recruitment of Gerry Hemingway seems to have opened up a whole new direction for the group, which is great to hear. JAZZ JOURNAL, BRIAN MORTON, LONDON

www.gallio.ch/daytaxi-devotion

Foto: © Jordan Hemingway

kindly supported by the City of Baden, Aargauer Kuratorium, FONDATION SUISA & PRO HELVETIA




19.10.2021_Coudoux/Windisch/Berger/Jermyn

Elisabeth Coudoux (Cello)
Julius Windisch (Klavier und Synthesizer)
Simon Jermyn (E-Bass)
Leif Berger (Schlagzeug)

Zu dem neu gegründeten Trio aus Julius Windisch, Leif Berger und Simon Jermyn gesellt sich nun die großartige Kölner Cellistin Elisabeth Coudoux hinzu. Dieser Abend wird der erste von drei Konzerten in Berlin, Köln und München sein, an dem die vier Musiker*innen in dieser Konstellation zusammen spielen.

Die Band wird an diesem Abend ausschließlich improvisieren und sich ehrlich und echt im Moment begegnen.

Bios:

Julius Windisch, geboren 1995 in Offenburg, ist ein deutscher Pianist und Komponist, der in den Bereichen Jazz und improvisierte Musik arbeitet. Von 2014 bis 2017 studierte er Jazz-Klavier in Bern bei Colin Vallon und Django Bates. Im Juli 2019 schloss er den European Jazz Masters am Rytmisk Musikkonservatorium in Kopenhagen, mit Austauschsemestern am Jazz Institut Berlin und dem Conservatorium van Amsterdam, ab. In 2015 und ’16 war er Stipendiat der Lyra Stiftung Zürich.

„Der Pianist Julius Windisch hat (…) spannende und sehr farbenreiche Musik erarbeitet“ – Deutschlandfunk Kultur 2021

„Julius Windisch will be one of the names to follow“ – B!ritmos 2020

„Look out for Julius Windisch, bandleader, composer and alchemist of the new century“ – Devouringsoundmag 2020

„Am meisten beeindruckte Windischs Klavierspiel. (…) nicht weil es technisch brillant war, um zu zeigen, wie viel er kann, sondern weil er musikalische Elemente hinzufügte (…), die sehr originell und fein waren.“ – Salt-peanuts.eu 2019

„Die Musik ist original, intricate and engrossing“ – London Jazz News 2020

„Die musikalische Interpretation ist sensibel und geschmackvoll“ – Opduvel.com 2020

Die Suche nach neuen Klängen und Spieltechniken führte die Cellistin Elisabeth Coudoux, geb. 1985, von einem klassischen Instrumentalstudium über den Jazz zur Neuen Musik und freien Improvisation. Das Ausloten des Klangspektrums am Instrument ist für sie eine sich stets ausweitende Suche nach der eigenen Stimme. Aus der Analyse intuitiver Bewegunsmuster entstehen poetische Miniaturen, geräuschhafte Geschichten werden erzählt und unbekannte Klanglandschaften erkundet. Als Solistin liebt sie Herausforderung spontaner Begegnungen. Sie spielte unter anderem zusammen mit Michael Zerang, Mark Dresser, Biliana Voutchkova, Mick Beck, Sandra Weiss, Xavier Charles, Marcus Schmickler, usw. In ihrem 2013 gegründeten Ensemble Emißatett resoniert das Cello als orchestraler Klangkörper in gleichberechtigten Teilen mit den anderen Spielern, wobei sich die Gewichte stets zwischen individuellem Ausdruck und freier kollektiver Energie verlagern. Zu verhandeln ist dabei eine Balance zwischen improvisierendem Eigensinn und der gemeinsamen musikalischen Form. Coudoux spielt weltweit auf Festivals und Konzertreihen wie: All Ears Festival, In a Landscape, Moers Festival, Roskilde Festival, Krakau Jazz Autumn, Drei Tage Zeit, Météo – Festival u.v.m. Sie ist Mitglied in mehreren Ensembles und Projekten wie Zeitkratzer, Fear O‘ She (Gropper, Kaufmann, Kummer, Coudoux) sowie NICA -Stipendiatin und Initiatorin und langjähriger Vorstand von IMPAKT e.V.

Born in 1995 in Münster, Leif Berger has been a musician since he received his first drum set in 1997. Several stations later (Lego, “Age of Empires”, Skateboarding, etc.), he decided to dedicate his life to this passion and moved to Cologne. Here he learned things like improvisation, friendship, taking his dreams seriously, listening, and plays in many bands. Today he also calls himself composer, pianist, keyboardist, percussionist, bandleader, and teacher. His music can be found on Bandcamp. The 25+ albums that he has played on can also be found on the internet.

A guitarist, electric bassist, composer, and educator, Simon Jermyn is an NYC/Berlin based musician originally from Ireland. Simon is busy with a variety of projects and bands, including Jim Black’s Smash and Grab, Wood River, the Marc Hannaford Trio, Roamer, and Sooner, as well as his own band Trot A Mouse and solo performances. As a sideman and collaborator, Simon has worked with Jim Black, Chris Speed, John Zorn, Gerald Cleaver, Mat Maneri, Anna Webber, Tom Rainey, Chris Lightcap, Ingrid Laubrock, Mark Ferber, Michaël Attias, Tony Malaby, Ben Goldberg, Jeff Davis, Allison Miller, Nate Wood, Simon Nabatov, Loren Stillman, Satoshi Takeishi, Caleb Burhans, and many others. He has performed at the Village Vanguard, The Stone, Winter Jazz Fest, Joe’s Pub, and many other clubs, festivals and performance spaces around the world.

“Absorbing, utterly unique spontaneous creations.“ – Cormac Larkin, Irish Times

„Jermyn has played everywhere, with everyone, since arriving in New York from Ireland several years ago.” – Burning Ambulance

“Saxophonist Ingrid Laubrock, violist Mat Maneri and drummer Tom Rainey [. . .] represent the vanguard of American improvised music, and with records like [Pictorial Atlas of Mammals], Simon Jermyn is claiming a place among them.” – Cormac Larkin, Irish Times

„By far, [Hymni] is the best solo electric bass effort I’ve heard since Hugh Hopper’s classic solo album 1984 from 1973.” – Bruce Lee Gallanter, Downtown Music Gallery

„Along with his affable, generous spirit, Simon has refreshingly broad tastes [. . .] moreover, you can hear this reach in his music.” – Bradley Bambarger, Sound It Out

12.10.2021_Deadeye – Downes/Baas/Burgwinkel (UK/NL/DE)

BR-KLASSIK Live-Mitschnitt

Kit Downes (Hammond)
Reinier Baas (Gitarre)
Jonas Burgwinkel (Schlagzeug)

Fotos @ Ssirus Pakzad

Fotos © Privat

Fotos © Robert Fischer

Das brandneue internationale Trio, besteht mit Kit Downes an der Hammond, Reinier Baas an der Gitarre und Jonas Burgwinkel am Schlagzeug aus tonangebenden Akteuren ihrer Generation. Europaweite Vernetzung wird hier auch höchstem künstlerischen Niveau gelebt: Die drei Musiker haben sich nichts geringeres vorgenommen als die althergebrachte, leicht angestaubte Fusion aus Hammond-Orgel, Jazz-Gitarre und Schlagzeug neu zu erfinden und ihr unerhörte Klangwelten zu entlocken. Der musikalischen Bandbreite sind dabei kaum Grenzen gesetzt: Von feinen, Neuer Musik entlehnten Klängen über Elektronika bis Jazzrock und Traditionals wie „Black is the color“ von Nina Simone.

Foto © Peter Tümmers

In Kooperation mit BR-KLASSIK