Alle Artikel in der Kategorie “Archiv

17.07.2018_Bastian Stein Trio

Bastian Stein (Trompete)
Phil Donkin (Kontrabass)
James Maddren (Schlagzeug)

Überschwänglicher als der Pirouet-Erstling dieses Musikers im Frühjahr 2013 wird selten eine CD gefeiert. „Was für ein Ton!“ – mit diesem Ausruf etwa begann die Besprechung im Magazin „Audio“, die dann den „facettenreichen“ und „weichen“ Ton des Bandleaders lobte und diese Musik als „Filigran-Jazz“ etikettierte. „Eine wunderschöne CD“, befand die Fachzeitschrift „Jazzpodium“. Und der Radiosender BR-Klassik attestierte Steins Musik „poetische Kraft und viel Ruhe“. Stein selber verfüge, hieß es da weiter, über ein „makelloses Spiel“, das er dazu nutze, „Klänge und Läufe seiner raffiniert schönen Melodien in alle Richtungen nuancenreich auszuformen, ohne dabei je den Eindruck zu vermitteln, ein muskulär-sportlicher Spieler zu sein“.

Ein Musiker, der etwas zu sagen hat – und der das mit außerordentlich feinen und gut gestalteten Tönen tut: So könnte man das zusammenfassen. Und genau das sind die besonderen Merkmale dieses 1983 in Heidelberg geborenen Trompeters, der seit seinem fünften Lebensjahr in Wien aufwuchs, dort sowie in Amsterdam und New York ausgebildet wurde und jetzt in Köln lebt.

www.bastianstein.com

12.06.2018_Matthieu Bordenave – Grand Angle

Matthieu Bordenave (Tenor Saxophon)
Geoff Goodman (Gitarre)
Henning Sieverts (Kontrabass)
Shinya Fukumori (Schlagzeug)

Nach zwei erfolgreichen und von der Presse hochgelobten CDs bei ENJA Records (5* Rondomagazin, Empfehlung KulturSpiegel) mit der Formation Le Café bleu international, erscheint nun Matthieu Bordenaves mit Spannung erwartetes Debütalbum als Bandleader und Komponist mit seinem neuen Quartett, das ebenfalls bei ENJA erscheint.

Feine Linien, breite Striche, leuchtende Farbfelder. Cyan-Blau, Bernsteinfarben, Karminrot oder gelb-braunes Siena-Ocker. Saxophonist Matthieu Bordenave lässt auf seiner CD „Terre de Sienne“ Farben erklingen. Das Tenorsaxophon ist sein Pinsel. Er ist Synästhetiker, das heißt, er hört Farben und ordnet sie bestimmten Tönen und Harmonien zu. Erklingt c-Moll, erscheint vor seinem inneren Auge ein kräftiges Blau.

Alle Kompositionen der CD „Terre de Sienne“ sind nach Farben benannt. Bordenave legte sich zum Komponieren ein farbig bedrucktes Papier auf den Notenständer und ließ sich von dieser Farbe zu einer Melodie inspirieren. Basslinie und Harmonien kamen später dazu. So entstanden Stücke, in denen starke, erzählende Melodien den harmonischen Verlauf bestimmen. Matthieu Bordenave geht es um den Pinselstrich, der seine Töne verbindet und nicht um konstruierte Harmoniegebilde. Seine Farbmusik singt – und sie spricht direkt an, obwohl sie alles andere als konventionell ist.

Sein großartiges Quartett „Grande Angle“ bringt die Klänge plastisch auf die Leinwand. Wie der Bandname sagt, blicken die vier Musiker im Weitwinkel auf ihr Zusammenspiel: Saxophon und Schlagzeug bilden dabei den Rahmen, Kontrabass und Gitarre sind ihrer traditionellen Rollen enthoben, denn sie liefern Gegenstimmen, Farbflächen und Schattierungen. Luftig leicht kann man mit diesem Quartett durch das Azurblau des Himmels segeln, zu kantig-kaltem Stahlgrau erstarren, im Duo mit Tenorsaxophon und Schlagzeug über eine kräutergrüne Miniatur meditieren, sich von einer tiefgründigen smaragdgrünen Melodie einsaugen oder von der ockergelben Erde von Siena wärmen lassen.

Wichtiger Impuls für Bordenave sind die Préludes des französischen Komponisten Olivier Messiaen von 1928/29. Messiaen, auch Synästhetiker, hat die acht Stücke unterschiedlichen Farbkombinationen zugeordnet. Sie waren schon lange prägende Stücke für Bordenave und schlussendlich auch der Anstoß zu diesem Projekt.

Matthieu Bordenave wagt mit „Terre de Sienne“ den Schritt vom reinen Improvisator hin zum Komponist und etabliert sich dadurch umso stärker als eine der herausragenden Figuren des aktuellen europäischen Jazz. Seine Tonmalereien sind zeitlose Bilder von entrückender Schönheit und Kraft.
Ulrich Habersetzer (BR-Klassik)“

www.matthieu-bordenave.com

04.-05.05.2018_Jazz+ Festival

04.05.2018

Ingrid Laubrock & Kris Davis
Ingrid Laubrock (Saxophon)
Kris Davis (Klavier)

Tobias Hoffmann Trio
Tobias Hoffmann (Gitarre, Banjo)
Frank Schönhofer (Bass)
Etienne Nillesen (Schlagzeug)

05.05.2018

Kaja Draksler
Kaja Draksler (Klavier solo)

Enemy
Kit Downes (Klavier)
Phil Donkin (Kontrabass)
James Maddren (Schlagzeug)

Tagesticket: 26 Euro
Festivalpass: 45 Euro

Ermäßigte Tickets*:
Tagesticket: 22 Euro
Festivalpass: 37 Euro

* Für Schüler, Studenten, Auszubildende, Freiwilligendienstler, Arbeitssuchende und körperlich Beeinträchtigte mit einem Personaldokument, dass die Ermäßigungsberechtigung zweifelsfrei nachweist und vor Ort im Original vorgelegt wird.

Einlass: 19 Uhr
Beginn: 20 Uhr

Tickets: info@jazz-plus.de und an der Abendkasse.

Alle Konzerte werden vom Bayerischen Rundfunk aufgezeichnet.
Sendetermine:

Jazztime BR-Klassik (23.05-0 Uhr) am 7. Mai
Highlights vom 3-ten Jazz+ Festival

radioJazznacht Bayern 2 (0.05-2 Uhr) am 12./13. Mai
Jung, hochkarätig, international
Kaja Draksler solo (35 Minuten)

Jazztime BR-Klassik (23.05-0 Uhr) am 08. Juni
Tobias Hoffmann Trio

Jazztime BR-Klassik (23.05-0 Uhr) am 13. Juli
Ingrid Laubrock & Kris Davis

Jazztime BR-Klassik (23.05-0 Uhr) am 14. September
Enemy

04.05.2018 – Beginn: 20:00 Uhr

INGRID LAUBROCK & KRIS DAVIS
Ingrid Laubrock (Saxophon)
Kris Davis (Klavier)

ingridlaubrock.com
krisdavis.net

Die Saxophonistin Ingrid Laubrock, ursprünglich aus Deutschland, lebt und arbeitet seit 2009 in Brooklyn/NYC. Sie spezialisiert sich auf Experimentalmusik und sucht stetig nach neuen Wegen, innovative Musik zu schaffen, sowohl durch Komposition als auch Improvisation. Sie leitet die musikalischen Ensembles Anti-House, Sleepthief, Ingrid Laubrock Septet und Ubatuba und ist Mitglied des Anthony Braxton Falling River Music Quartet.

Die kanadische Pianistin Kris Davis ist eine  individuelle Künstlerin, die laut JazzTimes ein „ungewöhnlich kreatives Abenteuer“ präsentiert . Sie wurde von der New York Times als eine der wichtigen neuen Musikerinnen bezeichnet, und die Chicago Sun-Times lobt ihren „Sinn für kaleidoskopische Optionen“, sowohl als Interpretin als auch als Komponistin.

Die beiden Musikerinnen spielen seit 2009 in vielen Kombinationen zusammen – in ihrem Trio „Paradoxical Frog“ mit dem Schlagzeuger Tyshawn Sorey aber auch in Bands wie Anti-House, Obbligato und Capricorn Climber.

Presse Kris Davis

„As she does throughout Aeriol Piano, Davis draws you in so effortlessly that the brilliance of what she’s doing doesn’t hit you until the piece has slipped past you.“ (Lloyd Sachs – Jazz Times)

„The bussed-about pianist is expert at bringing beauty to abstraction.“ (Jim Macnie – Village Voice)

„A freethinking, gifted pianist on the scene, Davis lives in each note that she plays. Her range is impeccable; she tackles prepared piano, minimalism, and jazz standards, all under one umbrella. I consider her an honorary descendant of Cecil Taylor and a welcome addition to the fold.“ (Jason Moran – Art Forum-Best of 2012)

04.05.2018Beginn 21:30 Uhr

TOBIAS HOFFMANN TRIO
Tobias Hoffmann (Gitarre, Banjo)
Frank Schönhofer (Bass)
Etienne Nillesen (Schlagzeug)

tobias-hoffmann.com

Das Tobias Hoffmann Trio interpretiert Klassiker und Standards aus verschiedenen Genres und Epochen. Dabei müssen keine musikalischen Grenzen überschritten werden. Dieses Trio macht deutlich: sie existieren einfach nicht. Das Tobias Hoffmann Trio erscheint wie die bizarre Vorstellung das Wes Montgomery Trio und The Cream hätten die Klamotten getauscht!

Tobias Hoffmanns explosives Gitarrenspiel, komplex verwurzelt in Jazz, Blues, Rock und 60‘s Surfmusik, jault, plappert, zitiert, jubiliert und krächzt, dass es eine Freude ist. Wie durch ein Kaleidoskop schaut man auf verschiedene Dekaden der elektrischen Gitarre, sieht deren Zusammenhänge, Entwicklungen und Überschneidungen. Frank Schönhofer und Etienne Nillesen überzeugen als schwer groovendes und gleichzeitig flexibles und kreatives Rhythmusgespann. Immer hart an der Grenze, kurz vor dem Auseinanderfallen in wunderschönes, dreckiges Chaos.

Das macht nicht nur den Musikern Spaß, sondern ist auch für die Zuschauer immer wieder ein intensiver und freudiger Trip.

Für das Debütalbum des Trios „11 Famous Songs Tenderly Messed Up“ erhält Tobias Hoffmann 2015 einen ECHO Jazz in der Kategorie Gitarre National. Im Januar 2016 erhält Tobias Hoffmann den WDR Jazzpreis in der Sparte „Improvisation“. Im April 2017 erscheint das zweite Album der Band „Blues, Ballads & Britney“.

Presse

„Tobias Hoffmann (…) ist ein Gitarrist, der seine Ideen schon soweit ausgearbeitet hat, dass jedes Stück, das er spielt, selbst der bekannteste Hit, sofort seinen Stempel trägt.“ (Die ZEIT, April 2017)

„Exegese in Sachen Groove“ (Jazzthing 119 Juni – August 2017)

„Ein großer raffinierter Spaß“ (Jazzthetik Mai/Juni 2017)

„Es gibt wohl keinen anderen Jazzgitarristen in Deutschland der Experimentierlust mit soviel Spaß an verbindlichen Klischees verbinden kann wie der Kölner Tobias Hoffmann“ (Stereoplay, Mai 2017)

„Meisterwerk“ (Gitarre & Bass 6/2017)

„Hoffmann lässt sein Instrument wie die alten Blueser bluten und verbindet das mit den Linien und Phrasen des Jazz“ (Kölner Stadtanzeiger 6/2017)

„Momentan einmalig“ (Concerto Magazin)

„…übertrifft an halsbrecherischer Konsequenz sogar sein Vorbild Bill Frissel um einiges.“ (Stereoplay, Mai 2017)

„Völlig Jazz befreit und doch zu hundert Prozent Jazz.“ (Eclipsed Magazin, April 2017)

„Es war klar, dass da noch mehr geht – viel mehr!“ (Jazzzeitung, April 2017)

„Besonders origineller Gitarrist und Banjospieler. (…) Frische Interpretationen (…) unkonventionell und unwiderstehlich im Umgang mit seinem Instrument.“ (BR Juli 2017)

„Für den Hörer ein Gewinn.“ (Kölner Stadtrevue April 2017)

„Er ist eine „der“ Gitarrenstimmen und wird für seine bluesgetränkten, eigenwilligen Interpretationen von Medien und Publikum bejubelt.“ (Wochenblatt Passau)

„One of germany‘s most creative and original voices in guitar“ (Greg Cohen, Bassist/Producer für Tom Waits, John Zorn u.v.a.)

„Der derzeit wahrscheinlich beste Jazzgitarrist Deutschlands.“ (Wolf Kampmann, Jazz Journalist des Jahres 2015, Autor des Reclam Jazzlexikons)

05.05.2018Beginn 20:00 Uhr

KAJA DRAKSLER
Kaja Draksler (Klavier)

kajadraksler.com

Die Pianistin und Komponistin Kaja Draksler (*1987) stammt ursprünglich aus Slowenien. Nach ihrem Studium in Holland (BA in Jazz-Piano und MA in Klassischer Komposition) entschied sie sich dafür,  in Amsterdam zu bleiben, wo sie auch in der Improvisations-Szene aktiv ist. Auf ihren europaweiten Tourneen tritt sie -neben ihren häufigen Solo-Konzerten – auch regelmäßig im Duo auf (Mudars-Draksler Duo, Draksler-Santos Silva Duo, Feecho), im Trio (BadBooshBand) und gründete kürzlich ihr eigenes Oktett. Außerdem ist sie Gründungsmitglied der interdisziplinären Formation I/O.

Als Komponistin arbeitete sie für verschiedenste internationale Auftraggeber, von Vokal- und Kammerensembles bis hin zu Big Bands und Orchester.

Kajas Interesse gilt neuen musikalischen Wegen und Strukturen, um Komposition und freie Improvisation verschmelzen zu lassen. Leitgedanke ist ihr dabei die Idee, stilistische und musikhistorische Grenzen aufzulösen – und dadurch ihre eigene, persönliche Klangsprache zu entdecken.

Presse

„The young Slovenian pianist Kaja Draksler shows off a wealth of sturdy ideas and nonchalant technique on this stunning solo recording.“ (Peter Margasak, Downbeat, April 2014)

„/…/ the young Slovenian pianist Kaja Draksler pulls together information from a century of experimental music and jazz. She also makes rhythm a priority, and reminds you subtly that she knows what she’s doing. /…/ It’s hard, or maybe impossible, to predict where she’s going to take you. That’s not so common from a young musician.“ (Ben Ratliff, New York Times, December 2013)

„She delivered an impressive patchwork of classical and folk-infused miniatures, alternating with Cecil Taylor-esque percussive accelerations, competing left hand/right hand lines, and beautifully creative inside the piano passages, finishing with Thelonious Monk-like improvisation and a brief Bach encore.“ (Henning Bolte, All About Jazz, July 2012)

„Pianist Kaja Draksler took things to a completely different level with her stunning Acropolis Quintet./…/This was contemporary music making of the highest order.“ (JazzWise Magazine, London, May 2011)

„Draksler brings austerity, subtlety and poignancy with her fluid piano playing and rings through in bright, rich textures.“ (Irish Times, Dublin, May 2011)

05.05.2018 – Beginn 21:30 Uhr

ENEMY
Kit Downes (Klavier)
Phil Donkin (Kontrabass)
James Maddren (Schlagzeug)

www.kitdownes.com

„Rip-roaring groove, mind-boggling polyrhythmic drumming, snapping physicality and sweeping piano runs from brittle street grooves.“ (THE GUARDIAN, 2015 ****)

ENEMY ist das neue Ton angebende Klaviertrio um Kit Downes mit Frans Petter Eldh am Bass und James Maddren am Schlagzeug, dessen Auftritte als „hochemotional“, „intensiv“ und „auf wunderschöne Art komplex“ gefeiert werden. Die drei technisch herausragenden Musiker loten in ihrem kreativen Spiel neue Klangwelten und –weiten aus, in denen jedes Instrument gleichberechtigt zur Soundästhetik beiträgt.

Welch Können die drei Musiker von ENEMY dabei einsetzen, zeigt sich bereits an den Preisen und Nominierungen, die sie in der Jazz- und Musikwelt erhalten haben – darunter Nominierungen für den Mercury Music Award, den ECHO Jazz, mehrfache Nominierungen in der DOWNBEAT Critics Poll und der BBC Jazz Award.

(Statt Frans Petter Eldh spielt an diesem Abend Phil Donkin.)

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München
In Kooperation mit BR-KLASSIK
Gefördert durch den Bezirksausschuss 12 Schwabing-Freimann und die Stadtsparkasse München

 

BR_KLASSIKKulturreferat

10.04.2018_Tilo Weber Quartett – Four Fauns

Tilo Weber (Schlagzeug, Komposition)
Hayden Chisholm (Alt Saxofon)
Andreas Lang (Kontrabass)
Richard Koch (Trompete) – für ihn spielt an diesem Abend Damir Bacikin

„Mein Leben?!: ist kein Kontinuum! (nicht bloß durch Tag und Nacht in weiße und schwarze Stücke zerbrochen!) (…) ein Tablett voll glitzernder snapshots.“

Das Quartett des Berliner Schlagzeugers Tilo Weber lässt sich von Arno Schmidts snapshots inspirieren und erzeugt mit einer beeindruckenden Farbpalette von warmen Pastellfarben bis schillernden Blautönen einen bunten Klangteppich. Schmidt erklärt das Kontinuum des Lebens zur Illusion und liefert den vier Faunen eine Steilvorlage sich in der Musik von Raum und Zeit zu lösen.

Mit Richard Koch an der Trompete und Hayden Chisholm am Altsaxophon trifft Feuer auf Wasser. Der nachdrückliche Puls von Kontrabassist Andreas Lang grundiert eine Ebene auf der Schlagzeuger Tilo Weber sein volles klangliches und melodische Potenzial entfalten kann. Diese traditionsreiche Quartettformation entwickelt dabei einen völlig neuen Sound, der sich aus den Tiefen der klassischen Musik speist und eine große Brücke zur zeitgenössischen Musik und der Avantgarde des Jazz schlägt.

Die kontrapunktischen Kompositionen von Weber loten die Grenzen der Dreistimmigkeit aus und überzeugen durch eine erfrischende Transparenz. Jazzstandards werden rückwärts gespielt und Präludien für fügenähnliche Balladen improvisiert. Die „Four Fauns“ begeistert durch eine stilistische Bandbreite und präsentieren einen zeitgenössischen Jazz der nicht avantgardistisch um den Preis der emotionalen Kälte ist und ohne Klischees auskommt.

Hayden Chisholm ist ein Saxofonist und Komponist geboren in Neuseeland. Mit einem DAAD Stipendium hat er an der Kölner Musik Hochschule studiert. Weitere Stipendium ermöglichte er privates Unterricht zu nehmen in Japan und Indian. In 1995 entwickelte er ein neues Mikrotonales System für Saxofon welches er bei seiner Debüt Solo CD „Circe“ vorstellte. Seine Kompositionen wuerden von BBC und WDR Rundfunk aufgenommen und er hat mehrere Konzert Tourneen auf allen Kontinenten gespielt, als Solist und mit Gruppen wie Root70 und David Sylvian. Er hat an mehreren Universitäten Masterclasses gegeben und gibt ein jährliches Meisterkurs in Griechenland. Er ist künstlerische Leiter des Plushmusic Festivals in Köln. Er hat die Musik komponiert für mehrere Installationen der Deutsche Künstlerin Rebecca Horn und hat auch Musik für mehrere ihrer Filme komponiert. 2008 war er Regie Assistent bei den Salzburger Festspielen. In 2013 veröffentlichte er seine 13CD Box Set „13 Views of the Heart’s Cargo“ und bekam den „SWR Jazz Preis“. 2015 war er „Improvisor in Residence“ in Moers. In 2016 veröffentlicht er seine zweiter 13er Cd Box „Cups of Oblivion“ und stelle seine erste Kurzfilm „Sisyphus Runs“ vor.

www.haydenchisholm.net
www.softspeakers.com
www.sisyphusruns.com

Andreas Lang stammt von einer Insel im Süden Dänemarks. Mit sechzehn Jahren fing er an, Bass zu spielen und mit 21 begann er dann ein Studium auf der Carl-­Nielsen-Musikakademie in Odense bei dem Bassisten Bo Stief .

Andreas Lang spielte in Dänemark mit Musikern wie Anders Mogensen, Hans Ulrik, Kresten Osgood, Håvard Wiik und Mads la Cour.

Im Jahre 2007 zog er nach Berlin und ist seitdem in der dortigen Jazzszene unterwegs. So arbeitete er hier mit Felix Wahnschaffe, Rudi Mahall, Philipp Gropper, Oliver Steidle, Gunter Hampel , Henrik Walsdorf, Tobias Delius, John Schröder, johannes Enders, Han Bennink, Ack van royen, Tony Allen, Don Friedman , Gunter Hampel , Jeremy Pelt, Bill Steward, Danny Grissett , Steve Nelson, Larry Porter, Bill McHenry und Kurt Rosenwinkel.

www.bassandreas.com

Der österreichische Trompeter Richard Koch aus Tulln bewegt sich in einer Vielzahl von Genres und Ausdrucksformen. Schwerpunkt ist stets die Körperlichkeit von Musik. Dies führte zu einer Vielzahl von Projekten, die Musik mit anderen Kunstformen (Tanz, Bildende Kunst, Sprache) verschmelzen, hatte aber auch die Arbeit auf großen Bühnen im Pop-­‐ und Klassikbereich zur Folge.

Zusammenarbeit mit Julyen Hamilton, Wolf Wondratschek, Hermeto Pascoal, Peter Fox, Miss Platnum, Beatsteaks, Frank Gratkowski, Ingrid Laubrock, Berliner Ensemble, Komische Oper Berlin, …

www.richardkoch.at

Tilo Weber (*1990, Aachen) ist Schlagzeuger/Komponist und lebt in Berlin. Er komponiert und trommelt für seine eigenen Bands Animate Repose und Four Fauns und ist Sideman im David Friedman Trio/Quartett, Clara Haberkamp Trio (JazzBaltica Preis 2011), And the Golden Choir, Laura Winklers Wabi-­Sabi Orchestra und Otis Sandsjös Otis+Wedding.

Tilo Weber studiert von 2009 bis 2014 Schlagzeug am Jazz Institut Berlin bei Prof. John Hollenbeck und von 2015 bis 2017 Komposition bei Prof. Ruta Paidere an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. In dieser Zeit war er Stipendiat der Dr. E. A. Langner Stiftung. 2017 nahm er Unterricht in „klassischem Schlagwerk“ bei Prof. Dr. H.C. Bernhard Wulff in Freiburg.

Als aktiver Bestandteil der Jazzszene Berlin eint er Improvisation mit Komposition und bewegt sich damit in der Freien Musik ebenso wie in der Indie Pop Szene. Zusammenarbeiten mit Greg Cohen, Peter Brötzmann, Rudi Mahall, Chris Dahlgren, Tobias Siebert und der NDR Bigband führen ihn zu nationalen (u.a. JazzBaltica Festival) und internationalen Festivals zahlreicher Genres.

Das Debut Animate Repose erschien bei shoebill music exklusiv auf 12″ Vinyl.

www.tiloweber.de

13.03.2018_Oli Kuster Kombo – Magniflex

Oli Kuster (Klavier, Fender Rhodes)
Domenic Landolf (Tenor Saxophon)
Christoph Utzinger (Kontrabass)
Kevin Chesham (Schlagzeug)

Magniflex. Die neue Platte der Oli Kuster Kombo.

Magniflex. Der Name erinnert Radsportfans an das italienische Team, das in den Siebzigern mehrere Klassiker gewann. In Zukunft wird der Name auch Jazzliebhabern ein Begriff sein. Auf ihrer neuen Platte Magniflex steht die Oli Kuster Kombo dem erfolgreichen Radteam in keiner Weise nach. Wir verfolgen waghalsige Solofluchten, Abfahrten in klangvolle Täler und ruhige Passagen, während derer das Quartett geschlossen dahinrollt und durchatmet.

Die Musik der Kombo klingt warm und nahe, man hört das Keuchen der Fahrer und das Kratzen der Nadel auf Vinyl. Oli Kuster im rosa Leadertrikot lässt seine Mitspieler am Saxofon, Bass und Schlagzeug immer wieder ausreißen, kontrolliert das Feld aber souverän, beschleunigt oder verlangsamt das Tempo. Dabei zieht er kleine Bewegungen den großen Gesten vor und spinnt ein einzelnes Motiv zu einem ganzen Stück weiter. Dieses Auf und Ab, gleichzeitiger Wettstreit und Mannschaftsakt der Instrumente, entwickelt einen Sog, dem man sich schwer entziehen kann.

Seit dem letzten Album der Kombo, Flokati, sind acht Jahre vergangen. In der Zwischenzeit hat Oli Kuster mit aeiou funkelnden Pop geschaffen, mit dem Duo OKRA Field Recordings, elektronische Musik und Pianoklänge kurzgeschlossen, als Astronaut die Spoken-Word-Sphäre durchflogen und mit Melker Klubs gerockt. Jetzt ist der Berner Tausendsassa zurück mit einer neuen Jazz-Platte. Die zwölf Kompositionen auf Magniflex tragen alle Kusters Handschrift, klingen eingängig und eigenwillig zugleich. Domenic Landolf am Saxofon, Christoph Utzinger am Bass und Kevin Chesham am Schlagzeug stehen in ständigem Dialog mit Oli Kuster am Piano und Rhodes und sprühen vor Fantasie und Spielwitz. Der Humor der Kombo zeigt sich nicht nur in den geheimnisvollen Titeln und im verspielten Comic-Cover, sondern auch in überraschenden Wendungen der Musik.

Auf ihrer neuen Platte spielt sich die Oli Kuster Kombo mit kleinen Melodien und großen Solos in unsere Ohren und schafft magisch-poetische Klangmomente. Die Radfahrer wurden damals vom Matratzenhersteller Magniflex gesponsert. Das Album Magniflex ist wie Probeliegen und Probehüpfen auf zwölf Matratzen: Jazz in seiner schönsten Form.

www.olikuster.ch

06.02.2018_Philip Zoubek Trio

Philip Zoubek (Klavier, Komposition)
David Helm (Kontrabass)
Dominik Mahnig (Schlagzeug)

„Das Philip Zoubek Trio entstand 2016 aus dem Gedanken heraus, einen eigenständigen Ansatz in der traditionsreichen Besetzung Klavier-Bass-Schlagzeug zu formulieren. Jeder der Musiker hat einen breitgefächerten musikalischen Horizont, der von aktueller Improvisation, über Jazz bis zur Neuen Musik reicht. Die Auflösung der traditionellen Rollenverhältnisse steht bei dem Trio Vordergrund, genauso wie die Nivellierung von Improvisation und Komposition. Auf Basis einer komplexen und vielschichtigen Rhythmik ist die Musik des Trios hochenergetisch, treibend, virtuos, bisweilen spielerisch und besticht durch eine musikalische Kante, die man in dieser Intensität nur selten zu hören bekommt.“

„Der Pianist Philip Zoubek ist eine Ausnahmeerscheinung in der heutigen Jazzszene“
Hans-Jürgen von Osterhausen

„…ein perfekt austariertes Spiel, das jegliche Trockenheit oder verkopfte Komplexität vermeidet“
Culturejazz.fr, Thierry Giard

Philip Zoubek, Klavier, Komposition
geboren 1978 in Tulln, Niederösterreich – lebt und arbeitet als Pianist und Komponist in Köln.
Zusammenarbeit mit Frank Gratkowski, Wilbert deJoode, Louis Sclavis, Petter Eldh, Christian Lillinger, Thomas Lehn, Herb Robertson, Paul Lytton, Rudi Mahall und vielen anderen.
Konzerte u.a im Konzerthaus Wien, Philharmonie Luxemburg, Moersfestival, Ullrichsberger Kaleidophon, GetItLouder Festival Shanghai/Beijing, Tourneen durch Kanada, Russland, Indien…

Preise und Auszeichnungen:
– Horst und Gretl Will Stipdenium der Stadt Köln 2008
– erster Platz beim Bielefelder Kompostionswettbewerb für neue Medien 2003 (Bunker Ulmenwall)
– 2ter Preisträger mit der Formation „Snaut“ beim Improvisationswettbewerb im Rahmen des Düsseldorfer Altstadtherbsts 2003
– Kulturförderpreis 2002 des Kreises Herford mir dem Projekt „Cauldron“

Veröffentlichungen bei Creative Sources, Leo Records, Schraum, Second Floor, Emanem, Tarumton, Whyplayjazz, Jazzwerkstatt

David Helm
David Helm (*1990) ist Kontrabassist und lebt in Köln. Seit 2015 kuratiert er mit Fabian Arends die Konzertreihe „First Meetings“ im Loft Köln. Für seine Bands MAREK JOHNSON Pollon, Zoom Trio ist er auch kompositorisch tätig. David spielte auf Festivals wie dem Curitiba Jazzfestival, Saint-Louis Jazzfestival, Wangaratta Festival of Jazz, Jazzfestival Odessa, Winterjazzfestival Koln, Bonner Jazzfest, Deutsches Jazzfestival Frankfurt a.M., Jazzrally Düsseldorf, Moers Jazzfestival, Enjoy Jazzfestival, Acht Brücken Festival u.a.

Konzertreisen führten ihn u.a. durch Europa, nach Brasilien, Mexiko, USA, Canada, Senegal, Guinea- Bissau, Bosnien-Herzegowina.

Dominik Mahnig
Dominik Mahnig ist in einer Musikerfamilie in Willisau (CH) aufgewachsen und bereits als 3-Jähriger von Trommeln, Grooves und Sound fasziniert. Er findet über das legendäre Jazzfestival Willisau einen spielerischen Zugang zu Jazz und Improvisierter Musik. Nach seinem Bachelorabschluss in Luzern absolviert er ein Masterstudium in Köln, wo sich mittlerweile sein Lebensmittelpunkt befindet. Gerry Hemingway, Frank Gratkowski und Jonas Burgwinkel sind wichtige Mentoren auf diesem Weg.

Er schreibt für seine Working Bands The Great Harry Hillman (ZKB Jazzpreis 2015) und das Zooom Trio. Als gefragter Sideman und Improvisator arbeitet er mit den Musikern Simon Nabatov, Mark Dresser, Dieter Manderscheid, Philip Zoubek, Frank Gratkowski, David Helm, Christian Lorenzen, Robert Landfermann uva.

2017 erhält er das Horst und Gretl-Will Stipendium der Stadt Köln (Kölner Jazzpreis)

philipzoubek.com

09.01.2018_Luca Sisera ROOFER

Luca Sisera (Kontrabass, Komposition)
Michael Jaeger (Tenorsaxophon, Klarinette)
Maurus Twerenbold (Posaune)
Yves Theiler (Klavier)
Michi Stulz (Schlagzeug)

Seit Jahren ist der Schweizer Kontrabassist Luca Sisera als Sideman in zahlreichen Formationen aus dem Jazz- und Improbereich tätig. Nun tritt er erstmals als Leader in Erscheinung und hat hierfür ein illustres Quintett zusammengestellt.

Mit Michael Jaeger (ts, cl), Maurus Twerenbold (tb), Yves Theiler (p) und Michi Stulz (dr) konnten vier umtriebige, renommierte Jazzmusiker für das Projekt gewonnen werden. Zusammen werden anhand von Siseras Kompositionen, welche 2013 in New York entstanden sind, die Grenzen zwischen Komposition und Improvisation ausgelotet, gesprengt und neu gelegt. Dabei ist eine Musik entstanden, welche sich nicht scheut verschiedenste musikalische Elemente unter einen Hut zu bringen.

Da wird mit viel Elan vertrackt gegroovt, lustvoll im Kollektiv improvisiert und zusammen durch rasante Unisonoparts gekurvt. Meditative Klangcollagen, hypnotische Stimmungen aber auch temporeiche Swingwelten werden da gelebt. Eine äußerst agile Band, die diesen Spagat scheinbar mühelos und mit einer spielerischen Lockerheit vollzieht ohne dabei jemals beliebig oder gefällig zu wirken. Im Gegenteil; ein unverkennbares Profil und eine reife, befreite Bandsprache sind zwei wichtige Merkmale dieser noch jungen Band. Mit offenem Geist, ungestillter Neugierde, Erfindertum, Freude am Unvorhersehbaren und großen Ohren wird hier an die Sache herangegangen. Ihr Debut-Album „Prospect“ ist beim britischen Label „Leo Records“ veröffentlicht worden und wurde in Zusammenarbeit mit „Schweizer Radio SRF2 Kultur“ produziert.

Die fünf ROOFER Musiker, welche allesamt über große Erfahrung verfügen, freuen sich gemeinsam mit dem Publikum ihr musikalisches Bauwerk zu erklimmen um in schwindelerregender Höhe die atemberaubende Aussicht zu genießen.

Presse:

„Der Kontrabassist setzt die musikalische Latte hoch. Musiker und Hörende sind gefordert. Es lohnt sich!“
Jazz’n’more, Pirmin Bossart, Schweiz

„On Prospect, you can never be exactly sure where the tunes are headed, but you can trust this unit to make the process a hell of a lot of fun. Unpredictable right up to the end!“ Stu’s Record Room, Suart Kremsky, USA

roofer-music.com

12.12.2017_Vertigo Posaunen Quartett

Nils Wogram (Posaune, Melodica)
Andreas Tschopp (Posaune, Blockflöte)
Bernhard Bamert (Posaune)
Jan Schreiner (Bassposaune, Tuba)

Kein anderes Musikinstrument weist eine derart starke Ähnlichkeit zur menschlichen Stimme auf wie die Posaune. Im Jazz wirkt das große Horn vielleicht streckenweise etwas weniger wendig als vergleichsweise Trompete und Saxofon. Nur ein Posaunist, der sich des vokalen Zaubers seines Instruments voll bewusst ist, wird ihm seinen ganzen Zauber entlocken. Dass Nils Wogram ein sehr inniges Verhältnis zu seinem Blasrohr hat, das weit über die jazztypische Phrasierungspedanterie hinaus geht, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. In Bands wie Root 70, Nostalgia und seinem Septett, wie auch in Duos mit Conrad Bauer, Simon Nabatov oder Bojan Z. hat er ganz unterschiedliche Zugänge zur Posaune an den Tag gelegt.

Mit anderen Worten, Nils Wogram ist mit allen Posaunenwassern gewaschen. Wer wollte ihm auf diesem Instrument noch etwas vormachen, könnte man fragen. Ihn selbst verlangt es indes nach immer neuen Herausforderungen, sich auf seinem Instrument auszudrücken. Wenn er sich nun mit drei anderen Posaunisten zu einem Quartett vereint, klingt das streckenweise wie ein Chor mit vielen überraschenden Stimm- und Stimmungswandeln. Doch darum allein geht es ihm nicht, denn über das naheliegende rein Chorische wollen Wogram und seine drei Kompagnons Jan Schreiner, Bernhard Bamert und Andreas Tschopp bewusst hinausgehen.

Nun drängt sich bei einem Visionär wie Wogram eine Konstellation wie das Posaunenquartett mit seinem sakral antikem Charme keineswegs auf. Doch gerade das leicht angestaubte Image des Posaunenquartetts reizte ihn, sich diesem Thema aus einem ganz anderen Blickwinkel zu nähern. Dass eine Band mit vier Posaunisten nicht so sehr auf ihn selbst als Frontsolisten fixiert ist, mag dabei nur einer von mehreren Aspekten sein. Der Mangelsdorff-Preisträger hatte zwar seinerseits schon lange die Idee, ein solches Ensemble auf die Beine zu stellen, aber Jan Schreiner kam ihm zuvor. „Es braucht eben jemanden, der das in die Hand nimmt“, so Wogram, „Jan wollte anfangs Stücke für uns in Auftrag geben, aber Bernhard Bamert und ich wollten dem Quartett lieber unsere eigene Handschrift geben. Es gibt ja schon einige Posaunenquartette, deren künstlerisches Level aber oft recht niedrig ist. Meistens geht es nur darum zu zeigen, was sie auf der Posaune alles spielen können. Einen weiterführenden künstlerischen Anspruch findet eher man selten. Eine Ausnahme war vor vielen Jahren das Projekt Slide Ride mit vier Individualisten. Bei uns ist der Individualismus vielleicht nicht ganz so ausgeprägt, uns ging es mehr um einen echten Ensemblesound.“

In der Tat ist der Zugang des Vertigo Trombone Quartets vergleichsweise untrombonistisch. Zwar sind alle vier Mitglieder bekennende Posaunisten, aber es erklingen auch Flöte, Tuba, Melodika oder Handclaps. Im akustischen Zusammenspiel gelingt es ihnen, elektronische Effekte zu suggerieren, das Feuer einer Rhythm Section zu synchronisieren und die Möglichkeiten der Posaune von speziellen Lufteffekten über Dämpfer bis zum Beatboxing auszunutzen. Wogram wollte die Posaune auf diese Weise in einen ganz neuen Kontext stellen. „Als Posaunist wird man in der Brass Band, im Posaunenchor und im Blasorchester sozialisiert. Vier Posaunen zusammen klingen so wunderbar harmonisch und verbindlich weich. Die meisten Posaunisten sind auch sehr soziale Typen. Diese Homogenität kann aber auch schnell langweilig werden. Mein Ziel bestand darin, so ein Quartett mal anders zu gestalten. Jeder von uns hat einen ganz eigenen Sound. Daraus können wir doch etwas machen. Wenn jeder die Chance hat, sich mit seinem persönlichen Ansatz zu integrieren, bleibt es frisch, und man kann sich die verschiedenen Stile zueigen machen.“

Nils Wogram bekennt sich auch mit diesem Kontext unumwunden zum Lustprinzip. Er hatte einfach Lust, mit diesem Quartett neues Terrain zu betreten und zu sehen, wie weit er damit gehen kann. Dass seine drei Gefährten ganz andere Hintergründe haben als er selbst, macht das Abenteuer für die beteiligten wie für den Hörer umso eindringlicher. Der gestalterische Bogen schlägt extrem weit aus, die Prämissen der Hauptkomponisten Wogram und Bamert sind recht gegensätzlich, und doch oder gerade deshalb findet die Musik zu einer organisch stringenten Suite zusammen. Wogram ist über diesen Effekt selbst erstaunt. „Bernhard ist viel mehr auf der Seite der E-Musik, ich habe eher Stücke im Sinne des Jazz geschrieben, aber letzten Endes ist die Haltung entscheidend, mit der wir die Stücke umsetzen. Wenn man nicht in Kategorien wie Perfektion und Leistung denkt, sondern versucht, das Maximum aus der Musik zu holen, gibt es eine Chance, eine echte künstlerische Aussage zu treffen.“

Vertigo Trombone Quartet // Developing Good Habits
nwog 0097640138448416
Release Date: 02.05.2014

„Developing Good Habits“ ist ein waschechtes Vier-Posaunenalbum, dessen Protagonisten nicht in die Posaunenfalle tappen, sondern den inneren Zirkel verlassen und sich verspielt und lebensnah an den ganz normalen Hörer mit einem breiten Spektrum an Vorlieben wenden. Ein ebenso inspiriertes wie gestaltungsfreudiges musikalisches Menü, das nur eben ausnahmsweise nicht in typischer Jazz-Besetzung, sondern reich garniert auf vier Posaunen gereicht wird. Denn am Ende geht es wie immer um nichts anderes als unerhörte Musik.

nilswogram.com

14.11.2017_Jason Seizer – Cinema Paradiso

Jason Seizer (Tenor Saxophon)
Pablo Held (Klavier)
Jonas Westergaard
(Kontrabass)
Fabian Arends (Schlagzeug)

Die erste Saxophonlinie ertönt – und schon sind die Bilder da. Der Vorführraum in einem alten Kino auf einem sizilianischen Dorfplatz, die staunenden Augen des kleinen Jungen, der sich mit dem Vorführer angefreundet hat, die für die kindliche Wahrnehmung riesig erscheinenden Filmrollen auf dem Projektor. Und mit den Bildern die Sehnsuchtsstimmung. Der Sog. Die Magie. Und doch ist etwas anders. Nicht die Geigen, wie im Original-Soundtrack zu dem Kino-Hit Cinema Paradiso von Regisseur Giuseppe Tornatore, seufzen hier von einer wunderbaren Welt. Keine gefühlstrunkene Fülle hebt an. Sondern der auf ganz feine Art eindringliche Klang eines Jazzquartetts – und der geht ganz schnell eigene Wege, weg von den Bildern, hin zu einer ganz eigenen Intensität der Töne.

Diese Aufnahmen greifen die Erinnerung an die bewegten Leinwandbilder auf und entführen sie in eine eigene Welt. Und schnell wird klar: Cinema Paradiso, die neue CD des Saxophonisten und künstlerischen Leiters des Pirouet-Labels Jason Seizer, ist keine Hommage an Bilder, sondern entschieden eine an die Töne, die sie begleiten. Im zitierten Fall schiebt sich die ergreifende Melodie, die der Filmmusik-Magier Ennio Morricone schuf, vor die Bilder des Regisseurs und erlebt im zeitgemäßen Jazzgewand von Jason Seizers Quartett schillernde und am Ende eindringliche, fast schmerzlich schöne Metamorphosen.

Cinema Paradiso, eine der berühmtesten Filmmusiken der letzten Jahrzehnte, lieh zwar auch der ganzen CD den Namen – aber die Stücke stammen aus vielen unterschiedlichen Filmen. Als da etwa sind: das von Alex North komponierte Liebesthema aus Spartacus (1960), die berühmte Cavatina von Stanley Myers für den Film The Deer Hunter von 1978, Carlotta’s Portrait aus Bernhard Herrmanns Soundtrack zu Hitchcocks Vertigo (1958), Leonard Bernsteins Thema zu On the Waterfront (Die Faust im Nacken) von Elia Kazan (1954), Jerry Goldsmiths Hauptthema zu Ridley Scott’s Alien von 1979, Steve’s Care von Roque Baños aus The Machinist von 2004 – und dazu so witzige Stücke wie das hier nervös-pointenreich dahintreibende Jungle Beat aus Walt Disneys Dschungelbuch (1967). Einige große Klassiker spielt Seizers Quartett auf dieser Veröffentlichung. Und je länger man die Aufnahmen hört, desto klarer wird: Es geht eben nicht um die Aura der Bilder mit Darstellern wie Marlon Brando, Philippe Noiret oder Kirk Douglas, sondern es geht um das eigenständige Leben, das großartige Filmmusik-Kompositionen entfalten können. Gerade die Cavatina oder auch das Spartacus- Thema sind jüngeren Generationen auch ohne die Bilder vertraut – weil die Musik auch für sich selbst so stark ist.

Presse:

„Pures Ohrenkino! Ein akustisches opus magnum!“ (Tobias Böcker, Jazzpodium)

„Eine tief berührende Hommage an die großen Meister der Filmmusik ist diesem Quartett hier gelungen.“ (Thomas Fitterling, Rondo)

„Seizers Soundtracks sind Kino für die Ohren ohne den Hollywood-Bombast von Streichern und Bläsern.“ (Hans Hielscher, Kultur Spiegel)

„Bemerkenswert ist das nuancenreiche, schlafwandlerisch sichere Interplay zwischen Seizer und der dynamisch und elastisch agierenden jungen Rhythmusgruppe.“ (Jürg Sommer, Aargauer Zeitung)

„Wer sich die Zeit dafür nimmt, stellt fest, dass es sich auch gut anfühlt, auf „Cinema Paradiso“ nichts überflüssiges zu hören.“ (Ralf Dombrowski, Jazzthing)

„Mit seinem Konzept lässt er jeglichen Hollywood-Bombast hinter sich und erzählt mit den insgesamt neun Film-Titeln eine neue, in sich stimmige und zärtliche musikalische Geschichte.“ (Sarah Seidel, NDR)

„… alle Titel der CD sind mit Verve und Hingabe eingespielt. „Cinema Paradiso“ ist somit ein wahres Filmmusik-Paradies für den Jazz-Connaisseur.“ (Thomas Krebs, Jazzzeitung)

www.jason-seizer.com

Foto © Regina Rech

10.10.2017_Almut Kühne / Gebhard Ullmann

Almut Kühne (Stimme)
Gebhard Ullmann (Tenorsaxophon, Bassklarinette, Sampler, Looper)

Was in Willisau während eines Stipendiums im Mai 2010 begann und spontan zum Jazz Festival nach Kopenhagen eingeladen wurde hat jetzt die erste CD unter dem Titel ‚Silver White Archives‘ auf Unit Records veröffentlicht. Hervorragende Kritiken, eine Nominierung der Deutschen Schallplattenkritik in der Rubrik Grenzgänge sowie eine Einladung zur German Jazz Expo in Bremen sind zu erwähnen. 2016 folgt die Nominierung für den Bremer Jazzpreis. Das Duo arbeitet zudem an neuen Kompositionen für eine zweite CD und wird 2017 erstmals auf Tournee gehen.

Gebhard Ullmann gilt seit den 90ern als einer der führenden Vertreter sowohl der Berliner als auch der internationalen Szene von heute und hat weltweit über 50 eigene CDs veröffentlicht.
Er spielt hier diverse Blasinstrumente und erstmals elektronische Verfremder, Klangerzeuger, Sampler und andere Geräte.

Almut Kühne singt. Die begnadete Vokalistin ist auf den verschiedensten musikalischen Bühnen tätig: Sie improvisiert, singt zeitgenössische und alte Musik, Jazz, deutsche Chansons und ist Mitwirkende in verschiedenen Musiktheaterproduktionen.

Presse:
Silver White Archives ist ein kleines Kunstwerk, denn neben einer fabelhaften Sängerin erleben wir einen Gebhard Ullmann in Hochform, der Sample- und Loop Elemente in der Nähe der Perfektion in seine Musik einbaut – und zwar alles Live und ohne Overdubs.
(Jazzthetik 2014 Rolf Thomas)

Dann öffnet sich ein Schatzkästchen das seinesgleichen sucht. Vor allem die Intensität der ausgetauschten Noten berührt zutiefst. Wenn Almut Kühne mit ihrer wandlungsfähigen Stimme die von Gebhard Ullmann auf seinen Holzblasinstrumenten gespielten Minimalismen kontrastiert knistert die Luft vor kreativer Spannung.
(Jazz’n More CH 2014)

Für eine Überraschung sorgte das Berliner Duo aus Sängerin Almut Kühne und Gebhard Ullmann. Von warmen Klängen Ullmanns regelrecht umspielt, riskierte Almut Kühne ebenso essenzielle wie experimentelle Ausflüge. Wie bei dem Standard „I’ll be seeing you“, den sie famos zerlegte und wieder zusammenfügte.
(Weser Kurier Bremen 2015)

Das vorgegebene Dreißigminutenformat stachelte zahllose Formationen dazu an ihr Bestes ohne Umschweife auf den Punkt zu bringen. Etwa Gebhard Ullmann, der auf Bassklarinette und Saxofon eine atemberaubende Konfrontation mit der Stimmakrobatik von Almut Kühne anzettelte.
(Neue Musik Zeitung 2015)

www.gebhard-ullmann.com
www.almutkuehne.de

12.09.2017_Le Pot

Manuel Mengis (Trompete & Elektronik)
Hans-Peter Pfammatter (Synthesizer & Klavier)
Manuel Troller (Gitarre)
Martin Schütz (Cello)

Lionel Friedli (Schlagzeug)

Die Band Le Pot, bestehend aus Manuel Mengis an der Trompete, Hans-Peter Pfammatter an Piano, Synths und Moog, Manuel Troller an der Gitarre und Lionel Friedli am Schlagzeug bietet mit ihrer Serie She-Hera-Zade, erschienen auf dem Schweizer Label Everest Records, ein Hörerlebnis der Sonderklasse. Neu dabei seit dem letzten Herbst ist Martin Schütz (Cello).

Die Trilogie erzählt keine Bandwurmgeschichte aus Tausendundeiner Nacht mit Happy End. Eher ist sie eine Reise in die Zukunft. Eine Zeit also, die im Dunkeln liegt, die wir höchstens in Fragmenten erahnen können. Die Band wird zum Instrument, das in die 5. Dimension weist. Was man Instant Composing, Avant-Improvisation oder einfach Kompositionen in der Zeit nennt, erinnert in Bruchstücken an industrial oder dark industrial, an zersplitterte Glasscheiben, und das Netz aus ambient-Elementen an eine dräuende Gefahr. Ein Klangbild entsteht, das die Form eines Triptychons annimmt und trotz Dunkelheit um ein lichtes Zentrum kreist.

Im Jahr 2016 wurde die Trilogie mit der äußerst minimalistisch gewordenen Scheibe Zade, die rein akustisch ist, abgeschlossen. Die acht Nummern schließen an die CD Hera an, die unter anderem eine Auseinandersetzung mit klassischen Stücken wie das „Requiem Aeternam“ aus dem War Requiem von Benjamin Britten ist und die im Jahr 2014 in der Burgkirche Raron aufgenommen wurde. Während Hera, die 2015 erschienen ist, noch mit melodiösen Linien, Farben und jazzigen Beats aufgeladen ist , treibt die letzte der Serie, Zade, das Flirren, Klirren, Wummern und Hallen einem radikalen Ende zu. Der Abschluss der Trilogie ist ein wahrer Abgesang, ein Endspiel geworden. Die instrumentalen Interventionen sind spärlich gesetzt. So entsteht viel Raum. Und Zeit. Sie dehnt sich im repetitiven Pianoton, der wie eine Mahnung über dem Stück „Open out“ steht, während die Trompete fast nur noch als Erinnerung fungiert und auch das Schlagzeug und die Gitarre nach langen Pausen mit einzelnen präzisen Sprengseln den Klangteppich aufrechterhalten. Es ist dies ein Klangerlebnis, das einem Lauschen gleichkommt, einem Hinhorchen, wobei der Eindruck einer großen Stille entsteht.

Während in Hera, die elektronisch und akustisch gespielt wird, lange Spannungsbögen aufgebaut werden, die sich verdichten und überlagern, die Musiker nebeinanderher improvisieren oder in perfekter Parallelführung miteinander spielen, ob sie auf einen Höhepunkt hinsteuern oder einen Rhythmus oder eine Melodie wiederaufnehmen, ob sie in der letzten Nummer „Now until the break of day“ humorvoll auf den kommenden Tag warten oder eine solistische Drum Einlage hervorzaubern, stets hat man das Gefühl einer noch existenten und in Bruchstücken funktionierenden Welt. In Zade hingegen trifft man auf das Futur II. Hier wird eine Welt skizziert, die in die Zukunft weist im Sinne eines postindustriellen, postdemokratischen und möglicherweise postatomaren Zeitalters. Ein Abgesang also, der in letzter Konsequenz in Stille mündet. Oder in neue Lebenszeichen.

Bereits der Beginn der Trilogie, die CD She, erschienen im Jahr 2014, umfasst alle Elemente, die diesen Sound spannungsreich machen: ein hochenergetisches Zusammenspiel, ein dichter elektronischer Klangteppich, große Bögen mit langsamen, stetigen Steigerungen und unerwartete Tempiwechsel. Auf She kommt die Kühnheit des Freejazz am kräftigsten und ungezähmtesten zum Ausdruck. Hier wird der abstrakte, ätherische Sound mit elektronischen Mitteln bis an die Grenzen ausgereizt. Bisweilen wird der Hörer, wie im Stück lccl, durch Rhythmus erlöst, durch die einsetzende Gitarre, eine Trompete, die an den coolen Miles Davis erinnert oder einfach nur durch Stille. Im ersten Stück „Ariel Alert“ fängt die Gruppe mitten im Gefecht an, um den dichten elektronischen Klang unvermittelt abbrechen zu lassen. Dies steigert die Wirkung des zweiten Stücks, „Desert Whale Song“, das mit leisen und spärlich gesetzten Tönen anfängt und damit das Ende der Trilogie vorwegnimmt. Dazwischen wird der Hörer mit Höhepunkten, Spannungsbögen, Brüchen und Variationen voller emotionaler oder gar existentieller Dringlichkeit beschenkt. Die Scheibe endet mit „Hier, oder am anderen Ende“, ein Stück, das man irgendwo in den Tiefen des Meeres lokalisiert, die einzelnen Signale hören sich an wie Echolote, der Schallimpuls führt weiter in eine Art Nachwelt. Es ist dies eine Klangerfahrung, die einem die Ohren öffnet und die lange nachwirkt.

Christine Pfammatter

www.le-pot.com

HERA

Wie eine Burg thront die Kirche St.Romanus über dem Dorf Raron; dem Zeitgeist trotzend, bietet sie einen intimen, friedvollen und konzentrierten Raum. LE POT, mit Manuel Mengis an der Trompete, Hans-Peter Pfammatter am Piano/Keyboard, Lionel Friedli am Schlagzeug und Manuel Troller an der Gitarre, hat sich für die Aufnahmen ihres neuen Albums «Hera» vier Tage lang in der Burgkirche eingenistet. Das Setting war nicht zufällig gewählt. Als Ausgangspunkt für ihre akustischen Expeditionen bedient sich die Band Fragmenten aus der Musik von Benjamin Britten: einer Melodie aus dem «Requiem aeternam», einzelnen Themen aus der Beggar‘s Opera, einem Song aus «A Mid Summernight‘s Dream». Es sind dies mystische, traumwandlerische Klänge, die wie aus der Zeit gefallen scheinen, aber niemals ins Esoterische oder Lieblich-Harmlose kippen. Stets umgibt Brittens Musik auch das Dunkle, Finstere. Die Getriebe knirschen, sie reiben sich, greifen nicht recht ineinander; die tonalen Zentren verlieren unmerklich an Kontur, gleiten vom Dur ins Moll. «Meine Musik trägt die Schönheit der Einsamkeit und des Schmerzes in sich», hat der Komponist einmal bemerkt.

LE POT nimmt Brittens Melodien als Einstieg in ein freies Spiel und macht sich auf, Neuland zu erschliessen: Hera? Den Himmel? Die Erlösung? Vielleicht. Immer wieder aber stösst die Band die Kirchentüre auf, lässt das Weltliche – Gier, Ängste, Übermut und Triebe – ins Geistliche einsickern. Die Melodien verlieren sich; die Rhythmen mutieren; impressionistisch hingetupfte Klangbilder lösen sich im Säurebad einer Gitarre oder eines dröhnenden Keyboards auf: Sie beginnen zu flirren und zu flattern, formieren sich mal zu düsteren Collagen, mal zu heiteren tableaux vivants. War das eben eine Gewehrsalve? Ein kecker Liebesantrag? Der Schrei einer Krähe? Die Imaginationskraft dieser Band ist immens – und doch nie ausufernd. Dafür sorgt ein konzeptueller Rahmen, der den Ausbruch domestiziert und die Spannung jederzeit aufrecht hält. Dem Zufall lässt man freilich genügend Raum: So sind an einer Stelle die 500-jährigen Kirchenglocken zu hören – neun leise Schläge, dann übernimmt die Band.
Das akustisch-mystische «Hera» ist – nach dem elektrisierenden «She» – das zweite Album einer Trilogie, die mit «Zade» ihren Abschluss finden wird.
(Nicolas Gattlen)

SHE

tanzt
wankt
hebt ab und flirrt

Ihr Spiel steht permanent auf der Kippe, : LE POT, die Band mit Manuel Mengis an der Trompete und Electronics, Hans-Peter Pfammatter am Moog und anderen Synths, Lionel Friedli am Schlagzeug und Manuel Troller an der Gitarre. Die vier Musiker, deren Wege sich immer wieder gekreuzt hatten – unter anderen in Mengis’ Gruppe 6 – veröffentlichen nun die CD-Trilogie «She-Hera-Zade». Gleich wie im persischen Märchen ist ein narrativer Hochspannungsfaden auszumachen, der traumhaft gesponnen ist. Ein Faden, der musikalisch in neue, unkontrollierbare Gebiete des Unterbewusstseins führt.

Die Musik auf der nun vorliegenden ersten CD «She» flimmert und flirrt konstant, driftet ab Richtung Psychedelik, ist elektronisch infiziert und sucht immer das freie Feld. Die vier spielen sich frei von jedwelchen Jazz-Klischees, verlassen sich auf ihre Intuition, wirken wie Tiere, die freigelassen werden – lauernd und angriffig.

«She» ist ein atemloser Auftakt dieser Trilogie: Die Kompositionen nehmen immer neue Formen an und gleichen amorphen Aliens aus Science-Fiction-Filmen, die aus ihrer kleinsten Zelle immer weiter wachsen und sich unaufhaltsam ausbreiten.

Das elektrisierende «She» wird im Frühling 2015 mit dem mystischen «Hera» eine akustisch gehaltene Fortsetzung finden, die von den Motiven des Komponisten Benjamin Britten inspiriert ist. Wohin der Abschluss «Zade» führt ? Nun, das  ist noch ungewiss – denn die musikalischen Wege von Le Pot führen abenteuerlich weiter.
(Sartorius Benedict)

Sommerpause im August 2017

Ab 29. Juli 2017 ist Sommerpause in der Seidlvilla.

Wegen Renovierungsarbeiten bleiben Haus und Garten im August geschlossen.

Wir wünschen schöne Sommerwochen und verabschieden uns bis zum 1. September 2017.