09.03.2027_STAX

Reza Askari (Kontrabass)
Matthew Halpin (Tenorsaxophon)
Bertram Burkert (Gitarre)
Max Stadtfeld (Schlagzeug)

Mit STAX hat der Leipziger Schlagzeuger und Komponist Maximilian „Max“ Stadtfeld eine Band geschaffen, die zu den spannendsten Stimmen des zeitgenössischen europäischen Jazz zählt. Das Quartett verbindet lyrische Offenheit, rhythmische Raffinesse und eine ausgeprägte Freude am gemeinsamen musikalischen Erzählen.

Seit dem Debütalbum Stax (ACT Music, 2019) hat sich die Formation kontinuierlich weiterentwickelt. Es folgten Suboptimal (Klaeng Records, 2022) und zuletzt Fancy Future (Boomslang Records, 2024), ein Album voller Zuversicht und klanglicher Fantasie, das einen optimistischen Gegenentwurf zu einer zunehmend komplexen Welt entwirft.

Im Zentrum steht Stadtfelds unverwechselbare kompositorische Handschrift: melodisch, verspielt und stets offen für spontane Entwicklungen. Gemeinsam mit dem irischen Saxophonisten und Flötisten Matthew Halpin, dem Gitarristen Bertram Burkert und dem Bassisten Reza Askari entsteht ein Bandsound, der gleichermaßen transparent wie kraftvoll wirkt. Die vier Musiker begegnen sich mit großer Aufmerksamkeit und lassen ihre Stücke in jedem Konzert neu entstehen.

STAX bewegt sich mühelos zwischen modernem Jazz, kammermusikalischer Feinheit und energiegeladenen Improvisationen. Die Musik lebt von intensiver Interaktion, überraschenden Wendungen und einer großen stilistischen Offenheit. Dabei entsteht eine Klangsprache, die zeitgenössisch und eigenständig ist – voller Wärme, Dynamik und erzählerischer Tiefe.

Max Stadtfeld STAX, Fancy Future
Boomslang Records/ boomslangrecords.bandcamp.com

Max Stadtfeld STAX – Fancy Future (Cover)Zum dritten Album „Fancy Future“ des Leipziger Schlagzeugers Max Stadtfeld und seinem Quartett STAX gibt es ein Comicbuch, gezeichnet von Ebony Schneeweiß. Der Rezensent kennt dieses Buch nicht. Wenn die Bildergeschichte aber genauso schrullig-verträumt ist wie die Musik auf „Fancy Future“, will man irgendwann beides auch mal relaxt hören und schauen. Stadtfelds Musik mit ihm, Matthew Halpin (Saxofon), Reza Askari (Bass) und Bertram Burkert (Gitarre), entwickelt jedenfalls einen warmen Melos, der einen die Augen schließen lässt, sie besitzt gleichzeitig diesen emotionalen Cry, der einen oftmals doch wieder wachrüttelt, und hat einen zupackenden Groove, der einen nicht mehr loslassen will. Die vier interagieren auf Augenhöhe, vieles scheint aus dem Augenblick heraus zu entstehen und besitzt dieses Moment, sich fest im Jetzt verorten zu wollen. Die Produzentenhandschrift von Alex Binder trägt das Ihre dazu bei, dass die acht Songs ganz direkt und so überhaupt nicht nach Jazz klingen. Wow!

Text: Martin Laurentius, Jazz thing 154

www.maxstadtfeld.de

Foto © Lukas Diller