Archiv von “2012

11.12.2012_Hugo Siegmeth – Passacaglia

Hugo Siegmeth (Tenor- und Sopransaxophon, Bassklarinette)
Max Grosch (Violine)
Stefan Schmid (Piano)
Eugen Bazijan (Cello)

Mit „Passacaglia“ greift der Münchener Saxophonist und Bayerische Jazzförderpreisträger eine Kompositionsform auf, die seit dem Barock verwendet wird.

Werkbearbeitungen von Bach, Händel, Webern und Ligeti werden zusammen mit eigenen Kompositionen zu einem Zyklus vereint, der unterschiedlichste Musikstile mit den Klangwelten des Jazz konfrontiert.

Als roter Faden dient bei dieser Stilvielfalt der musikalische Fluß, der in der Form der Passacaglia ebenso wie im Jazz angelegt ist. Der Begriff Passacaglia leitet sich vom Spanischen pasar una calle „eine Straße entlang gehen“ ab und hat sich als Form etabliert, in der die Melodie über eine feste Basslinie variiert. Die vewandte Form der Chaconne ist in Tempo und Stimmung heiterer, in der Form verspielter und offenbart nicht selten „eine ganze Welt von tiefsten Gedanken und gewaltigsten Empfindungen“ (Johannes Brahms).

Musikalische Grenzgänger zwischen Klassik, Jazz und Neuer Musik sind alle Musiker des Quartetts: Der ukrainische Cellist Eugen Bazijan arbeitet regelmäßig in der Bühnenmusik des Residenztheaters und der Kammerspiele München , Max Grosch hat eine Professur für Jazzvioline in Klagenfurt und Stefan Schmid ist Dozent an der Münchner Musikhochschule.

www.hugo-siegmeth.de

13.11.2012_Pierre de Trégomain

Pierre de Trégomain (Gesang)
Arnaud Gransac (Klavier)
Bruno Schorp (Kontrabass)
Benoist Raffin (Schlagzeug)

In der französischen Jazzszene gilt der Vocalist Pierre de Trégomain als eine herrausragende Persönlichkeit: dank seines Sinnes für Scat und Interpretation gewann er 2008 den 1. Preis beim Vocal Jazz Contest des Crest Festival und veröffentlichte 2010 mit seinem Quartett sein erstes Album « My Cold Song » – eine Huldigung an Klaus Nomi, dessen Countertenor-Stimme ihn tief geprägt hat. Diese CD, die aus feinfühligen Eigenkompositionen auf Englisch und Französisch besteht, lobt der aus Belgien stammende Vocalist David Linx in seiner Präsentation im Booklet: « Ein Höhenflug, ein europäischer Vocal Jazz à la française ! »

Einstimmig sind auch die Rezensionen in den Jazzmedien Frankreichs: « Ein neuer Sänger ist geboren » schreibt Jazz Magazine, während der Journalist Xavier Prévost im Sender Radio France meint: « Die Qualität seiner Kompositionen, seiner Interpretation und seiner Texte ist tief bewundernswert. »

« In the long line of European jazz vocalists, here is a new male voice unveiling its potential for the years to come: Pierre de Trégomain is a singer who has chosen a daring, and I would say important, stylistic crossroads in the landscape of vocal jazz, too often mined by complacency. A clear and beautiful voice interprets original texts and compositions, steeped in the past, looking to the future. A high flyer, European vocal jazz à la française. » David Linx

myspace.com/pierredetregomainquartet

09.10.2012_Der Wawawa

Benedikt Reising (Saxophon)
Marco Müller (Kontrabass)
Rico Baumann (Schlagzeug)

Die Zeit geht weg wie warme Semmeln. Und so ist es, 2 Jahre nach dem Debutalbum „Der Wawawa“, oberste Eisenbahn, dass sich Der Wawawa mit „Lord Huhn“ zum Ritter schlägt. Doch Säbelrasseln und Drachentöten ist nicht des Trios Ding.

Der Wawawa liebt es entschlackt, was keineswegs bedeutet, dass er nur mit leisen Pfoten über den warm wippenden Waldboden schleicht. Der Boden ist ihm lieb und teuer, die prätentionslosen Kompositionen aus der geteerten Feder des Bassisten Marco Müller werfen die Anker tief ins Erdreich. Freilich immer darauf bedacht, keine Regenwürmer zu töten. Denn ob das Trio mit mächtig rollendem Groove zum Strand fährt oder ob es mit einem Sack voll Forellen zum Angeln tänzelt, eine Prise wippender Lässigkeit ist immer dabei. Der Wawawa gehört zu der Sorte Mensch, die noch am Tresen Salamandersaft schlürft, wenn die Durchschnittskuh bereits wiederkäut.

Ist er nun ein Ritter, ein Surfer von der Ostküste oder ein Tier, Der Wawawa? Der Wawawa sind Benedikt Reising (Saxophon), Marco Müller (Bass) und Rico Baumann (Schlagzeug), und wenn die drei mit ihren Freunden Hensensn und Alfons III das Lokal betreten, schwingen die Flügeltüren als hätte sie Schreinermeister Stitt persönlich arrangiert.

www.derwawawa.com

11.09.2012_Rebecca Treschers hochZEIT011

Rebecca Trescher (Klarinette, Bassklarinette)
Julian Bossert (Altsaxophon, Klarinette)
Phillip Staffa (Gitarre)
Friedrich Betz (Kontrabass)
Tilman Herpichböhm (Schlagzeug)

Intime musikalische Momente in außergewöhnlicher Besetzung:
HOCH die Füße, ZEIT zum hineinhorchen.

Rebecca Treschers Kompositionen heben außergewöhnliche Klangwelten aus dem Taufbecken. Ihre intimen Stücke ermöglichen die musikalische Liebesheirat von Klarinette und elektrischer Gitarre, zart und hart entwöhnen sich hier aller Dualismen. Es sind kostbare Miniaturen, sensible, eigensinnige und erfrischend unentrückte Blicke auf die Welt um uns – fähig, Staunenswertes zu entdecken und selbst zu staunen. Julian Bossert und Tilman Herpichböhm aus Nürnberg sowie Phillip Staffa und Friedrich Betz aus Würzburg formen mit der Komponistin ein Ensemble, das dieser Musik emotionale Brillianz verleiht. Eine variantenreiche stilistische Auslegung, die als hochZEITliches Klangerlebnis aufblüht.

www.rebeccatrescher.com

10.07.2012_Pechlof / Weidner / Landfermann

Kathrin Pechlof (Harfe)
Christian Weidner (Saxophon)
Robert Landfermann (Kontrabass)

Die ungewöhnliche Trioformation um eine der wenigen improvisierenden Harfenistinnen Deutschlands läd ein, das Alte neu zu hören. Gleichermassen in Jazz und Klassik zuhause, bildet sie gemeinsam mit dem renommierten Berliner Saxofonisten Christian Weidner und dem Kölner Kontrabassisten und WDR Jazzpreisträger Robert Landfermann ein Ensemble von aussergewöhnlicher Klanglichkeit.

Die drei herausragenden Instrumentalisten adaptieren in diesem Konzert Gregorianische Choräle, Überlieferungen von Hildegard von Bingen und Musik der griechischen Antike. Dieser archaischen Ursprünglichkeit begegnen sie mit der zeitgemäßen und modernen Sprache der freien Improvisation und stellen Eigenkompositionen gegenüber.

www.kathrinpechlof.de

12.06.2012_Volker Engelberth Trio

Volker Engelberth (Klavier)
Arne Huber (Kontrabass)
Silvio Morger (Schlagzeug)

Weg von der klassischen Rollenverteilung einer solchen Konstellation befinden sich Volker Engelberth – Piano, Arne Huber – Bass und Silvio Morger – Schlagzeug völlig gleichberechtigt auf dem Weg zu ihrer eigenen Version des zeitgenössischen, kammermusikalischen Jazz. Sicher und versiert bewegen sie sich in einem Meer unterschiedlichster Einflüsse, auf dem schmalen Grat zwischen Improvisation und Komposition.

Fast ausschließlich stammt die Musik des Trios aus den eigenen Reihen, wobei ein Großteil Eigenkompositionen Volker Engelberths sind. Von modernem europäischen Jazz beeinflusst, jedoch ohne die Tradition zu verleugnen, zeichnen sich die Kompositionen besonders durch starke Melodien aus, denen ein komplexes harmonisches wie rhythmisches Gerüst zugrunde liegt. Die drei Musiker, die sich in den letzten Jahren in den verschiedensten Konstellationen einen Namen gemacht haben, bilden ein pulsierendes, stets interagierendes Gefüge. Mal lyrisch verspielt, mal energetisch groovend entsteht die abwechslungsreiche, individuelle Sprache dieser Band.

www.myspace.com/v.e.trio
www.facebook.com/VolkerEngelberthTrio

08.05.2012_Marc Schmolling Trio

Marc Schmolling (Klavier)
Jonas Westergaard (Kontrabass)
Christian Lillinger (Schlagzeug)

Marc Schmolling, bekannt für sein eigenwilliges, nuancenreiches Spiel, findet sich hier zusammen mit zwei vielbeachteten Innovatoren der jungen europäischen Jazzlandschaft: dem dänischen Bassisten Jonas Westergaard, und dem Berliner Schlagzeuger Christian Lillinger. Mit spielerischer Leichtigkeit, harmonischer Vielfalt und einem feinen Gespür für Dramaturgie packt das Marc Schmolling Trio seine Zuhörer im Hier-und-Jetzt und eröffnet in seinen Improvisationen erstaunliche Bilder in bizarren Klangwelten.

www.marc-schmolling.de

10.04.2012_The Drops

Federico Casagrande (Gitarre)
Christophe Panzani (Saxophon)
Gautier Garrigue (Schlagzeug)

Panzani und Casagrande begannen ihre Arbeit an dem „The Drops“-Projekt Ende 2008 in Paris. Sie sind seit langem musikalische Partner und wollten ihre Energie in einer originalen Band zusammenbringen. Der Name der Band ist ein Symbol für die Ko-Existenz in jedem Menschen von Individualität und dem Teilsein eines einzigen kosmischen Fluxes.

In ihrer Jazz-Sprache von Rock und Pop beeinflusst, präsentieren die beiden Künstler mit dieser Aufnahme ihren eigenen Sound. Sie fanden in Ted Poor die perfekte Rhythmus-Maschine für ihr erstes Album „Falling from the sky“, der vom ersten Moment an vollkommen zu ihrer Musik passte und die Ideen, die Panzani und Casagrande im Sinn hatten, ergänzte. Die Aufnahme fand September 2009 in N.Y. statt und die CD wurde durch Hyenas records im November 2010 herausgegeben.

Mit Ferenc Nemeth am Schlagzeug haben sie im November 2010 eine Tour in Frankreich und Italien gemacht, während derer sie ihr zweites Album aufnahmen (wird 2012 herausgegeben). Im Arsenal Theater in Metz teilten sie die Bühne mit dem John Scofield Trio. Jedes Band-Mitglied hat im Laufe der Jahre weltweit an bedeutenden Festivals teilgenommen.

www.thedrops.net

13.03.2012_Menschmaschine

Oli Kuster (Klavier)
Domenic Landolf (Tenorsaxophon, Bassklarinette)
Christoph Utzinger (Kontrabass)
Kevin Chesham (Schlagzeug)

Irgendwann hat man genug sich von wilden Beeren und rohem Fleisch zu ernähren, erfindet ein paar hilfreiche Werkzeuge, dann die Dampfmaschine und ehe man’s sich versieht ist man von Technik umzingelt und beinahe selbst eine Maschine. So auch ein paar Deutsche Studenten, die sich vor Jahrzehnten mit einem unüberschaubaren Haufen Gerätschaften in ihr Kling Klang Studio einschlossen. Dort schufen sie Schlager des Elektropop wie Roboter, Autobahn, Computerliebe oder Die Mensch Maschine:

32 Jahre musste die MenschMaschine hinter einer haushohen Dornröschenhecke aus Synthesizern, Ataris, und oxidierten Lötstellen auf ihre Befreiung durch Oli Kuster (Piano), Domenic Landolf (Saxophon), Christoph Utzinger (Bass) und Kevin Chesham (Schlagzeug) warten. Mit Naturdarm, Tierfellen, Bambusblättern und Blech rücken sie turmhohen Computerracks zuleibe, hinter denen die Computerliebe wartet.

Die fragmentarischen Songs von Kraftwerk bilden den vollgestopften Fundus, aus dem sich das Jazzquartett mit Namen -MenschMaschine- bedient: Grooves von denen sich so mancher JAY-Z noch heute ein Bit abschneiden kann und dies auch tut, Melodien, die im Gehörgang haften wie Teer. Mensch Maschine tut aber mehr als schlicht ein paar gute Songs zusammenklauen.

Die Schweizer Band haucht dem Roboter organisches Leben ein. Sie nimmt dem Terminator die Sonnenbrille ab und ihn mit auf die Wildschweinjagd. Statt Audi Quattro tummeln sich Schokoladenhasen auf der Autobahn und der Pocketcalculator wird zum Taschenmesser. Mit Jazz kann es sich ähnlich verhalten wie mit Ketchup. Man tuts einfach überall drüber, Ketchup auf 2 und 4, ein paar Reharmionisationen hie und da und schon hat man ein ausgewogenes Popmenu in einen Kindergeburtstag verwandelt. Und jedes Kind zeigt was es kann. MenschMaschine liegt nichts ferner als Ketchupjazz. Wunderbare Songs bleiben wunderbare Songs und gewinnen eine neue Dimension. Kuster, Landolf, Utzinger und Chesham tauchen die Nummer 1 Hits von damals in die Sonne des Südens, die technoiden Songs aus dem Land der Currywurst werden mit Holz beheizt.

Die Musiker der Band, so scheint es, haben das gleiche Credo wie ihre Düsseldorfer Kollegen einst: Der einzelne Musikarbeiter bleibt hinter der Musikmaschine zurück. Das klingt technisch, fast nach Staatstheorie, heisst aber: Vier hervorragende Solisten sperren ihre Ohren sperrangelweit auf und machen gemeinsam Musik.

www.menschmaschine.ch

14.02.2012_Andrea Hermenau Quartett

Till Martin (Tenorsaxophon)
Andrea Hermenau (Klavier, Gesang, Komposition)
Peter Cudek (Kontrabass)
Tim Collins (Schlagzeug, Vibraphon)

Hermenaus Kompositionen zeichnen sich aus durch einen souveränen und verspielten Umgang mit rhythmischer Vielfalt, eine regenbogenbunte Harmonik und geschmeidige Melodik, mit einem Hauch von Poesie. Ihre Musik ist unter anderem inspiriert von Olivier Messiaens Klangfarbigkeit sowie dem Spiel mit der rhythmischen Reduktion und Repetition im Stile der Minimal Music.

Der Ambivalenz und Mehrdeutigkeit der beiden Themen Liebe und Zeit, um die es in ihren Songs geht, verleiht Andrea Hermenau durch ihren hellen und lyrischen Gesang einen berührenden Tiefgang. Dabei werden auch bekannte Liebesgeschichten, wie die von Orpheus und Eurydike, und die traditionell Liebeslyrik vertonende bosnische Sevdalinka musikalisch neu bearbeitet und verjazzt.

Gespielt wird Hermenaus Musik von Till Martin mit seiner „packenden Tenorstimme die begeistert, seiner dramaturgischen Klasse und der Intimität seines Sounds“ (SZ), dem „Ausnahmebassisten“ (Schongauer Zeitung) Peter Cudek und dem „world-class vibes player“ (CJSR Canada), Schlagzeuger und Komponisten Tim Collins. Die Musik bleibt durch das einfühlsame Zusammenspiel und die Bereitschaft der mitspielenden Musiker zur Formung eines gemeinsamen Klangkörpers, trotz aller Komplexität, stets melodisch und eingängig und entführt in musikalische Welten jenseits von Genredenken und Plakativität.

www.andrea-hermenau.de

10.01.2012_Alexander von Hagke Quartett feat. Peter O’Mara

Alexander von Hagke (Tenorsaxophon, Klarinette)
Peter O’Mara (Gitarre)
Andreas Kurz (Kontrabass)
Bastian Jütte (Schlagzeug)

Zum Jahresauftakt 2012 präsentiert heute Alexander von Hagke mit seinem hochkarätig besetzten Quartett dessen neue CD „Loreley“ (enja). Die Musik klingt frisch, ruhig und doch voller Energie, stellenweise melancholisch. Die Kompositionen des Bandleaders sind bewusst so angelegt, dass trotz innovativer Konzepte viel Raum für Interaktion bleibt. Die Stücke lassen den Musikern große Spielräume, ohne auf ungerade, mehrteilige Formen, Polyrhythmik oder komplexere Harmoniefolgen zu verzichten.

Wichtiger Klangbestandteil ist die Klarinette, auf der von Hagke, hörbar vom deutschen Klarinettenton beeinflusst, zu einer völlig eigenen Sprache gefunden hat. Der Gitarren-Großmeister Peter O’Mara, der zur absoluten Spitze der europäischen Szene gehört, bereichert das Ensemble mit seinem innovativen Spiel auf besondere Weise.

www.alexandervonhagke.com