16.06.2026_Tanrikulu/Dunston Duo

Cansu Tanrıkulu (Gesang, Soundeffekte, G-Klarinette)
Nick Dunston (Kontrabass, Elektronik)

Das Duo Cansu Tanrıkulu und Nick Dunston wechselt spielerisch zwischen rohen akustischen und synthetischen Klangwelten hin und her und erkundet dabei Text und Klang nicht nur als Träger vielschichtiger Bedeutungen, sondern auch als Mittel, um reinen Ausdruck zu vermitteln. Ihre Auftritte reichen von minimalistischen Momenten mit unverstärkter Stimme und akustischem Kontrabass bis hin zu Sets mit einer Vielzahl elektronischer Instrumente und theatralischen Elementen.

Im Jahr 2024 wurden sie als Duo mit dem renommierten SWR Jazzpreis ausgezeichnet, der ein Konzert beim Enjoy Jazz Festival im Trio-Format mit dem Schlagzeuger Joey Baron als Special Guest beinhaltete. Anfang 2024 führten sie das Gemeinschaftswerk Derializiös des Komponisten Cenk Ergün und des Dichters Nail Doğan im Haus für Poesie in Berlin auf. Derzeit arbeiten sie auch mit dem Pianisten Kaan Bıyıkoğlu zusammen, mit dem sie 2023 im Rahmen eines Stipendiums des Goethe-Instituts/Tarabya Kulturakademie in Istanbul das Projekt Interrupted ins Leben gerufen haben. Weitere laufende Kooperationen umfassen Duo-Konzerte mit anderen besonderen Gästen wie Mariá Portugal und Tobias Delius sowie die Projekte der beiden als Bandleader (Skultura, COLLA VOCE und Piled Up von Tanrıkulu featuring Marc Ribot).

Cansu Tanrıkulu (1991, Ankara) ist eine in Berlin lebende Sängerin, Multimedia-Künstlerin, Komponistin, Improvisatorin und Pädagogin. Sie veröffentlicht Musik (LowSwing Records, Out of Your Head Records) und leitet bzw. co-leitet mehrere Projekte, darunter Piled Up (Lukas König, Mona Matbou Riahi, Nick Dunston, Arne Braun feat Marc Ribot/Tobias Delius), Tanrikulu /Nick Dunston /Joey Baron Trio, Eonta (mit Carol McGonnell), MeoW (Jim Black, Dan Peter Sundland, Liz Kosack) & Kantoj de Fermiteco (mit Greg Cohen & Tobias Delius) sowie Marmalsana (Maurice Louca, Tony Elieh, Burkhard Beins). Ihr elastischer Gesang, ihr breites stilistisches Vokabular und ihre weitreichende Herangehensweise an Melodie und Text sowie die organische Live-Bearbeitung ihrer Stimme machten sie zu einer gefragten Performerin auf zahlreichen Plattformen und Bühnen in Europa und den USA (Roulette (NY), Jazzfest Berlin, Unerhört Festival, Berghain, Rewire Festival (NL), Leipziger Jazztage, Berliner Festspiele, A’larmé Festival, Goethe Institut Tarabya (TUR), MM3 (USA)).

Sie ist Preisträgerin des SWR Jazzpreises 2024 sowie zahlreicher weiterer internationaler Auszeichnungen und derzeit Dozentin an der renommierten Abteilung für Jazz und zeitgenössische Musik der Hochschule der Künste Bern (CH). Zu ihren weiteren Kollaborationen zählen Lucy Railton, Darius Jones, Anthony Braxton, Nate Wooley, Caroline Davis, Trevor Dunn, Kenny Wollesen, Korhan Erel, Christian Lillinger, Ute Wassermann, Max Andrzejewski, Camila Nebbia, Kaan Bıyıkoğlu, Mariá Portugal, Weston Olencki und Cenk Ergün.

Nick Dunston ist ein elektroakustischer Komponist, Improvisator und Multi-Instrumentalist. Er wird als „unverzichtbarer Musiker der New Yorker Avantgarde“ (New York Times) bezeichnet und trat bereits an verschiedenen Veranstaltungsorten und Festivals in Nordamerika und Europa auf. Als Kollaborateur arbeitete er mit Künstlern wie Marc Ribot, Tyshawn Sorey, Lucrecia Dalt und Son Lux zusammen. Neben zehn veröffentlichten Alben wurde Dunston als Komponist von Künstlern und Organisationen wie dem Wet Ink Ensemble, Bang on a Can, dem JACK Quartet, dem A L’ARME! Festival, Ex-Aequo, Tenth Intervention, Johnny Gandelsman, Joanna Mattrey, TROMPO, dem Gaudeamus Festival, dem PULSE String Quartet und Ekmeles beauftragt. Im Jahr 2020 entwickelte er in Zusammenarbeit mit Dogbotic Labs „Ear Re-training“, einen Kompositionskurs, der sich auf medienübergreifende experimentelle Techniken und Konzepte konzentriert. Zusammen mit Katherine Young war Dunston als erster Artist-in-Residence beim Wet Ink Ensemble für die Saison 2021-2022 zu Gast, wo er sein 14-teiliges Ensemblewerk Reverse Broadcast schuf, das er selbst auf dem Kontrabass, live bearbeiteten Radioaufnahmen und improvisierter Conduction aufführte.

Seine Darbietungen und Improvisationen sind auch im Film Everything Everywhere All At Once aus dem Jahr 2022 zu hören, der in diesem Jahr den Oscar für die beste Originalmusik gewann. Er hat Künstlergespräche geführt und seine Werke an akademischen Einrichtungen wie der University of Southern California, dem California Institute of the Arts, der University of Iowa und der Stony Brook University präsentiert. Er wurde 2023 und 2024 für den Deutschen Jazzpreis nominiert und gewann zusammen mit Cansu Tanrikulu den SWR-Jazzpreis 2024. Dunston lebt derzeit in Berlin und New York und ist in beiden Städten in der experimentellen Musikszene aktiv.

Foto © Oliver Matlok