Alle Artikel in der Kategorie “Vorschau

Sommerpause 2019

Im August sind Haus und Garten der Seidlvilla geschlossen.
Wir öffnen wieder am 01. September und wünschen bis dahin schöne Ferienwochen.

10.09.2019_Booklet

Tobias Delius (Tenorsaxophon & Klarinette)
Joe Williamson (Kontrabass)
Steve Heather (Schlagzeug)

In unserem Büchlein haben wir im Lauf der Jahre verschiedenste Songs gesammelt die wir gerne spielen. Dazu gehören neben eigenen Stücken Kompositionen von Jazzmeistern wie Duke Ellington oder Herbie Nichols, von Freunden und Kollegen wie Sean Bergin oder Misha Mengelberg aber auch was von Reisen, Radio oder Kino bei uns hängengeblieben ist.

Aus diesem Büchlein können wir während unserer Improvisationen schöpfen, wobei wir nie vorab wissen welche Songs wann auftauchen (und wieder verschwinden). Daraus ergibt sich jedes mal eine überraschende Reise durch Neues, Erinnertes und Vergessenes…

Tobias Delius (GB), Joe Williamson (CAN) & Steve Heather (AUS) trafen sich in Amsterdam in den 1990er Jahren. Seit 2002 treten sie als Trio auf. Ein Konzert 2010 im Amsterdamer Bimhuis erschien als CD „BOOKLET“ (Jedso Records). Eine zweite CD „THE 100% RABBIT“ erschien 2017.

Presse:

– WAZ.de

Die Band hat sich in den 90ern in Amsterdam zusammengefunden. Ihre Musik erzählte unter anderem von prägenden musikalischen Begegnungen. Auffallend ist: die Musiker, von denen sie Inspiration schöpfen, haben ihrerseits ebenfalls eine lange Reise in die Freiheit hinter sich – sei es in rein ästhetisch-musikalischer Hinsicht oder tatsächlich die Menschenrechte betreffend.

/…/ Diese Stücke tauchten während einer ausgedehnten Improvisation auf – darunter auch Kompositionen des Bassisten Williamson – ganz zur Freude des Publikums spontan angespielt von jeweils einem der Musiker. Das hat Poesie!

– John Sharpe, All About Jazz

Another unfettered jazzy threesome appeared in nearby Kleine Wetsinge Church. Having competed his duties with Tristan Honsinger, reedman Tobias Delius was now fronting his own Booklet Trio, featuring Canadian expatriate bassist Joe Williamson and Australian drummer Steve Heather in a program where the occasional tune drifted into the spotlight, played “now you hear me now you don’t” and then departed; still, the show managed to hang together in a way that made sense. Delius’s distinctive approach melded distortion, thematic material and skronk into a mischievous whole. While playing the saxophonist looked out into the audience, his expressions varying from challenging to quizzical as the whistles and split tone shrieks jostled with fragments of melody in constantly changing ratios. Williamson’s measured bass lines wove the thread around which Delius suspended his oddly phrased bluster and tenderly etched ballads. On drums, Heather was equally sensitive, rubbing his hands across the drums heads or blowing overtones on harmonica in the improv sections but keeping time with brushes on the songs.

– Jan Kühnemund, ZEIT Online

Das „nächste große Ding“, gibt es das im Jazz überhaupt? Ja, und ich habe es gesehen: das Trio Tobias Delius Booklet.

Komplette Kritik unter http://www.zeit.de/online/2006/10/deliusbooklet

– Rolling Stone Forum

Delius stand praktisch vor meiner Nase und es war phantastisch /…/ aus der Nähe die ganzen Nuancen und tonalen Schattierungen, das Spiel mit dem Atem, den mechanischen Geräuschen zu hören, das bei Delius ja nicht alleine kommt sondern in die Töne eingebettet und integriert wird. Das Trio machte sofort Dampf, es präsentierte ein äusserst variantenreiches Set, das von freien Passagen bis nach Südafrika reichte. Aus einfachsten Grooves (einmal klöppelte Heather einen Beat fast wie auf Miles‘ „In a Silent Way“) entwickelten sich Bögen, die aber immer wieder unerwartete Haken schlugen – vom Verschwurbelt-Verspielten zum melodisch-motivischen Tenorsaxophon mit der Souveränität eines Sonny Rollins innert weniger Sekunden. Sehr toll auch, wie offen das Trio aufeinander reagiert, im permanenten Wachzustand und natürlich auch mit der Souveränität, etwas laufen zu lassen – man braucht ja nicht auf jeden Hinweis, jedes Angebot der anderen beiden einzugehen, auch im Interplay liegt die Würze oft in der Auswahl.

www.trio-booklet.com

08.10.2019_Phil Donkin „Masterfrown“

Phil Donkin (Kontrabass)
Joris Roelofs (Bassklarinette)
Wanja Slavin (Saxophon)
Martin France (Schlagzeug)

Bassist Phil Donkin hat mit seinen 37 Jahren einen langen Weg hinter sich. Von Hause aus ins englische Jazz-Leben hineingewachsen, spielte er dort mit jedem, der Rang und Namen hatte. Mit Ende Zwanzig zog es ihn nach New York, wo er sich ebenfalls schnell einen Namen als gefragter Sideman machen konnte. Seit einigen Jahren ist als drittes Standbein Berlin hinzugekommen, wo er eine Fixgröße in der sich stetig verändernden Szene geworden ist. Die lange Liste der Musiker, mit denen er kollaborierte, reicht von John Abercrombie bis Nils Wogram.

Nachdem er sich auf seinem letzten Album „The Gate“ mit Musikern aus seinem New Yorker Umfeld umgab, setzt er mit seiner Band Masterfrown ausschließlich auf europäische Kollegen. Es gibt kein Harmonieinstrument, Donkin setzt voll auf die Gestaltungsmöglichkeiten zwischen drei Melodieinstrumenten. Die individuellen Timbres der vier Musiker verschmelzen mit derartiger Wucht zu einer symbiotischen Einheit, dass das Wort Ensemble im herkömmlichen Sinne mit erheblichen Unschärfen behaftet ist.Das Album „Value“ markiert eine Zäsur: die Musik ist gleichermaßen Rückschau, Ausblick und die Justierung der eigenen Mitte. Ohne dass er das geplant hätte, wurde daraus ein sehr autobiografisches Werk, in dem verschiedene Aspekte seines bisherigen Wegs ihren Niederschlag finden.

„Value“ ist zugleich ein sehr persönliches, autobiografisch geprägtes und wahrscheinlich gerade deshalb ein offenes, global ausgerichtetes Album, das kongenial den Moment und die Ewigkeit vereint. Es ist ein kollektives Solowerk, das weitgehend ohne Soli im konventionellen Sinne auskommt und trotzdem viel Raum für individuelle Spots gibt. Vor allem aber ist es ein sehr ganzheitliches Werk, das sich nicht zuletzt über seine ehrlich ausgetragenen Paradoxa und Widersprüche definiert, die eben die große Lebensnähe dieser Musik ausmachen.

phildonkin.com

12.11.2019_Bubaran

Andreas Tschopp (Posaune)
Mats Spillmann (Trompete)
Bernhard Bamert (Posaune)
Ronny Graupe (Gitarre)
Lionel Friedli (Schlagzeug)

Inspiriert von der Klangwelt indonesischer Gamelan Orchester hat Andreas Tschopp ein Ensemble hochkarätiger Improvisatoren und Klangästheten um sich geschart, welche er von den Fesseln der wohltemperierten Stimmung befreit und auf eine Erkundungsreise durch die erhabene Schönheit metallener Schwebungen und hypnotischer Ostinati schickt.

Im Geiste ist Bubaran ein Jazzquintett. Doch schon die Besetzung – drei Blechbläser, ein Gitarrist, ein Schlagzeuger – verdeutlicht, dass damit nicht der Klang des Great American Songbooks gemeint ist, sondern vielmehr die Spielhaltung, der Erfinder- und Entdeckergeist des Jazz.

Bubaran ist ein Jazzquintett. Aber Bubaran ist auch ein Taschen – Kammerorchester, ein Fernrohr in die Klangwelt indonesischer Tempelanlagen, ein Sänger archaischer Arien, ein Volksfest auf dem Dorfplatz.

Presse:

„Bubaran ist ein überzeugendes musikalisches Statement mit einer klaren Linie“ (Ueli Bernays, NZZ)

„Tschopp nutzt den extremen Seltsamkeitsfaktor der Gamelanmusik auf vielfältige Weise und unterwandert damit unsere Hörerwartungen auf zugleich lustvolle und subversive Weise. Es braucht Zeit, bis man sich in dieser Klangwelt eingerichtet hat, aber dann hat man plötzlich das Gefühl, ein paar neue Ohren geschenkt bekommen zu haben.“ (Tom Gsteiger, Bund)

„Durch die Annäherung erzielt Tschopp Klangeffekte von eigenartiger Schönheit“ (Frank von Niederhäusern, züritipp)

„Die Schweizer Jazzszene ist um eine spannende Band mit ausgeprägtem Profil reicher“ (Stefan Künzli, az)

„Das eigenständige Leaderdebut einer starken neuen Posaunenstimme“ (Reinhard Köchl, JAZZthing)

bubaran.andreastschopp.com

10.12.2019_Grünen

Achim Kaufmann (Klavier)
Robert Landfermann (Kontrabass)
Christian Lillinger (Schlagzeug)

Grünen formierte sich anlässlich der Konzertreihe Nicht ohne Robert im Kölner Loft im April 2009. Robert Landfermann und Christian Lillinger laden zu dieser Reihe ständig wechselnde Gäste ein: alle Konzerte sind Premieren.
Die auf dem portugiesischen Label Clean Feed erschienene CD grünen dokumentiert das erste Zusammentreffen mit Achim Kaufmann von der ersten gespielten Note bis zur Zugabe.

Die Musik war vollständig improvisiert, ohne jegliche Absprachen. Bemerkenswert ist, wie schnell eine gemeinsame Klangsprache gefunden wurde, die nur diesem Trio zu gehören scheint: manchmal spröde, manchmal mit absurdem Einschlag, rauh, überbordend, versponnen…

Jeder der drei Protagonisten geht mit seinem Instrumentarium an die Grenzen und verlässt sich nicht auf standardisierte Rollenzuweisungen. Es entstehen merkwürdige neue Sound-Kombinationen: präpariertes Klavier, Flüstertüte und gequetschter Arco- Bass… das Trio wird zu einer Art Meta-Instrument.

Seither haben grünen auch begonnen, komponierte Inseln in ihre weitgehend improvisierten Sets einzubauen: Polyrhythmische Mikrostrukturen tauchen auf und werden liebevoll zerlegt, man trifft sich in unerwarteten Unisono-Gesten oder lässt sich von einem surrealistisch anmutenden Bop-Thema zu jazzgemäss losgehenden Improvisationen verleiten. Anlässlich der Verleihung des Albert-Mangelsdorff-Preises an Achim Kaufmann spielten grünen 2015 beim Jazzfest Berlin.

Im Juni 2017 spielten grünen an vier Abenden im Kölner Loft, teilweise mit Gastmusikern (Frank Gratkowski, Thomas Lehn, Carl Ludwig Hübsch und Elisabeth Coudoux). Im selben Monat waren grünen auf verschiedenen kanadischen Festivals zu hören. Es folgte eine Einladung des Goethe-Institutes zum Jazz EU Festival in Santiago de Chile.

Für 2019 sind Konzerte in der Alten Oper Frankfurt und beim Ring Ring Festival Belgrad geplant. Die dritte CD von grünen wird ebenfalls 2019 erscheinen.

Achim Kaufmann (1962) lebte von 1996 bis 2009 in Amsterdam, seither in Berlin. Langjährige Zusammenarbeit u.a. mit Frank Gratkowski (Trio Kaufmann/Gratkowski/ de Joode, SKEIN), Michael Moore (gueuledeloup quartet, trio kamosc, Duo Kaufmann/ Moore), außerdem spielte er mit Han Bennink, George Lewis, Paul Lovens, Mark Dresser, Jim Black (trio kyrill), Tobias Delius, Chris Speed, Thomas Lehn, Tristan Honsinger, Andrea Parkins, John Hollenbeck, Shelley Hirsch, Tony Buck, Simon Nabatov, Mark Helias, Gerry Hemingway, Matthias Schubert, Tom Rainey, Ingrid Laubrock, Tomász Stanko, Axel Dörner, Okkyung Lee u.v.a. Rund 30 CDs unter eigenem Namen und zahlreiche als Sideman; SWR-Jazzpreis 2001. 2015 wurde ihm der Albert-Mangelsdorff-Preis verliehen.

Robert Landfermann (1982) studierte bei Dieter Manderscheid an der Musikhochschule Köln (Konzertexamen). Zusammenarbeit mit Joachim Kühn, Django Bates, Tomász Stanko, Urs Leimgruber, John Taylor, Charlie Mariano, Rudi Mahall, Markus Stockhausen, Axel Dörner, Tobias Delius, Médéric Collignon, Jim Black, John Scofield, Ralph Towner und zahlreichen anderen. Konzerttourneen auf der ganzen Welt; ständig unterwegs mit über zwanzig verschiedenen Bands. Veröffentlichte eine Solo-Bass-CD (Null) auf dem Kölner Jazzhausmusik-Label. Kulturförderpreis der Stadt Köln 2009.

Christian Lillinger (*1984) begann mit dem Schlagzeugspiel im Alter von 13 Jahren und studierte Schlagzeug von 2000-2004 in Dresden u.a. bei Günter “Baby“ Sommer. Preisträger des internationalen Improvisationswettbewerbes in Leipzig 2000. Seit 2002 intensive Zusammenarbeit mit dem Trio Hyperactive Kid. 2008 Gründung seiner eigenen Band Grund (bislang auf vier Tonträgern dokumentiert). Er konzertierte mit Urs Leimgruber, Rudi Mahall, Peter Evans (Amok Amor), Joe Lovano, Richie Beirach, Gunter Hampel, Günter Sommer, Gerd Dudek, Ernst Ludwig Petrowsky, Alexander von Schlippenbach, Manfred Schoof, Simon Nabatov, Rolf Kühn, Joachim Kühn, Tobias Delius, Evan Parker, Theo Jörgensmann, Frank Gratkowski, Axel Dörner, u.v.a. Lillinger steht im Mittelpunkt des 45-minütigen Features Gegen den Beat, das 2016 auf 3sat ausgestrahlt wurde. 2017 erhielt er den SWR-Jazzpreis.

PRESSEZITATE

„Die Ereignisdichte auf der Bühne ist hoch. Wenn hier etwas grünt und heranwächst, dann nicht in einem behäbigen, organischen Prozess, sondern übergangslos und eruptiv. Zumindest am Anfang. Christian Lillinger am Schlagzeug beginnt den Set gern mit einer dynamischen und signalhaft kurzen Schlagfolge, einer überfallartigen Konfrontationsübung: Hier wird nicht sensibel dem Heranwachsen von Freiheits- Gänseblümchen gelauscht, hier ist Großstadt, hier geht es umweglos zur Sache, und Freiheit ist auch eine Frage der Energie. Christian Lillinger ist dabei nicht allein. Zum Trio Grünen gehören noch Achim Kaufmann, Klavier, und Robert Landfermann, Bass, und sie tragen das ihre zu der besagten Ereignisdichte bei.
Vieles klingt frei improvisiert, was unter anderem eine Folge von Achim Kaufmanns raffinierter Kompositionsarbeit ist, die gemeinsame Pläne auslegt, Verabredungen fixiert, Zusammenhänge herstellt, Prozesse beschreibt. Manchmal gibt es überraschende Unisono-Phrasen zwischen Bass und Schlagzeug, Klavier und Bass. Plötzliche Akzente von Klavier und Schlagzeug. Und dann merkt man: was da zu hören ist, lässt viel Energie frei sich verströmen, ist aber nicht regellos. Es ist eine gemeinsame Bewegung dreier intensiv arbeitender Musiker, die für diese Wegstrecke miteinander sehr verbindlich verabredet sind.
Von Kaufmann kommen dabei nicht nur die strukturierenden Impulse, sondern auch intensive perkussive Passagen, klangintensive, nuancenreiche Phrasen, Energieblöcke, beredtes Schweigen, Hinhören, akzentuiertes Wiedereinsteigen. Was er nicht leistet: die Versorgung des Trios mit harmonischen Strukturen. Sowas braucht da niemand.
Landfermann, einer der gefragtesten und variabelsten Bassisten der aktuellen deutschen Jazz-Szene, steht zwar räumlich zwischen Klavier und Schlagzeug, geht aber weit hinaus über die traditionellen Bassisten-Tugenden. Er hält nicht nur diesen Sack voller Flöhe zusammen, indem er Impulse von der linken Seite (Lilllinger) und Strukturen von der anderen (Kaufmann) aufgreift und verstärkt. Manchmal treibt er die Jagd voran durch kompakte, dunkle Energieschübe oder trommelnden Händen auf dem Korpus. Manchmal findet er mit Hilfe des Bassbogens wunderbar irritierende Klänge, die er einwirft und damit dem Spielprozess eine neue Richtung vorschlägt. Und stets stellt sich daraufhin ein neuer Konsens ein – Ausgangslage für weitere Änderungsvorschläge.
Lillinger ist visuell das dramatische Zentrum der Bühne. Es ist kaum zu vermeiden, dass man ihm staunend zuschaut, wie er mit hoher Geschwindigkeit und enormer Sicherheit durch unvorhersehbare Rhythmus- und Klang-Gelände rast, dabei immer präzise, präsent und nie suchend erscheint, vertrackte polyrhythmische Strukturen produziert und dabei noch Zeit hat, mit der linken Hand den Schlagzeugstock kreisen zu lassen oder sich die Haare aus der Stirn zu wischen.
Aber dieser Live-Auftritt spielt auf zwei Ebenen. Wer für einige Zeit die Augen schließt und einfach nur zuhört, was da geschieht, versteht schnell, wie eng diese drei Musiker zusammenarbeiten. Wie sehr ihre Energie und ihre Musik einen gemeinsamen Fluss und darin eine permanente Stromschnelle bilden.“ Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau, Mai 2018

„The music leads you in many directions, of nervous agitation, playful boppish treats, calm precision and avant-garde explorations, into the nature of sonic interaction, and most often all in the same track. Again, three outstanding musicians who bring us some of the best piano/bass/drums music around.” Stef Gijssels, Free Jazz Blog (über Pith and Twig)

“Pith & Twig is the second disc by cooperative piano trio Grünen. Alongside Lillinger the outfit comprises compatriots pianist Achim Kaufmann and frequent collaborator bassist Robert Landfermann, who operate firmly in the tradition of fully participative egalitarian piano combos. The program mixes compositions by Kaufmann with group improvisations, though the separation between them can be slight; the same nervy feel permeates both. In large part that’s down to Lillinger’s fractured sense of time and pulses of sound, in which he is abetted by Landfermann’s offkilter counterpoint. Even the written elements of Kaufmann’s charts are not straightforward. Toquesenh and Mazeem both present a melodic line underpinned by edgy start-stop rhythm, almost immediately subsumed into gloriously skewed group interplay. Mobiliar I – Mooswerdung provides the best example, as an intro of swinging Morse code gradually deconstructs into first atmospheric then percussive improv. Kaufmann’s accumulating patterns assert architecture not always otherwise evident amid the clanking piano preparations, rubbed strings and gamelan sonorities. Lillinger proceeds in irrepressible bursts of rhythm, tight rolls, tappy eruptions and precise bish bash bong. He slips easily into partnership with Landfermann, who wields his bow with abrasive physicality. Their oddly accented phrases and stabbed interjections conspire to keep listeners on the edge of their seats.” John Sharpe, NYC Jazz Record (über Pith and Twig)

„…hier werden die tausendfach ausgetretenen Pfade des Piano-Trios konsequent verlassen und die Funktionen der drei Instrumente derart vermengt, dass sich über den Hörer der ersten CD grünen ein fein ziseliertes und doch gewaltiges Klangkonglomerat ergießt. Nichts an dieser Musik ist vorhersehbar.“ Wolf Kampmann, Jazz Thing (über grünen)

„Grünen ist ein Album improvisierter Musik auf höchstem Niveau: Erfahrung, Können, Geschmack und Persönlichkeit. Die CD mit ihrem organischen Cover (…) sollte man prominent neben dem CD-Player liegen lassen. Sie wird öfter abgespielt werden.“ Tobias Richtsteig, Jazzthetik

“…a mélange of proto-classical, subversive swing and folksy impudence. (…) Here Lillinger can punctuate, cajole, react, ignore and bring to the fore all of his breadth as a player, it’s heartening to see that European avant garde keeps attracting new adherents.” Andrey Henkin, All About Jazz New York (Besprechung grünen)

“They create something new with a ‘traditional’ piano trio, with a high level of musicality and creativity. These three artists do not play music, they are music.” Stef Gijssels, Free Jazz Blog

„Schon ihre Präzision in komplizierten Passagen beeindruckt, noch spektakulärer wirkt indes die enorme Intensität, zu der sie sich gegenseitig beflügeln. Geradezu atemberaubend ist die Dichte an Ereignissen, zumal das Trio viele Ideen lieber kurz aufleuchten lässt, statt sich auf ihnen auszuruhen.“ Norbert Krampf, FAZ, Mai 2018

“Eines der Highlights unter den diesjährigen Veranstaltungen. Ohne große Umschweife tauchte das Trio Grünen (…) sofort ein in eine Welt aus wundervoll schrägen Klängen. Was sich dem Hörer bot, war eine unglaubliche Klanggewalt. Achim Kaufmann spielte sein mit Alltagsgegenständen präpariertes Klavier zwar zum großen Teil mit physischer Zurückhaltung, dafür war das Ergebnis umso eindrücklicher. Kryptische, teils bedrohliche und wundersame Welten taten sich auf. Die technische Raffinesse und der Einfallsreichtum forderten das Publikum deutlich heraus. Robert Landfermanns Spiel zeichnete sich durch fein entworfene Farben aus. Mit dem Bogen gestrichene Flageolett-Töne erzeugten einen fast mystischen Klangteppich. Zu Christian Lillinger braucht man nun nicht mehr viel zu sagen. Von Beginn an glänzte er mit herausragendem Spiel und ungeheurer Kreativität. Ob es nun der reine Ausdruck an den Drums war, das Einbeziehen des Raumes in seine Klangexplorationen oder die Verwendung ungewöhnlicher Hilfsmittel wie Küchenutensilien oder Megaphon – es war grandioses Musiktheater. Das Trio legte kaum Unterbrechungen zwischen den Stücken ein. Alles ging ineinander über. Formen wurden herausgearbeitet, gebrochen, assoziative Reihungen vorgenommen. Motive und Strukturen entstanden und lösten sich auf. Dynamische Veränderungen wurden von allen Musikern gleichsam erspürt und weiterentwickelt. Dabei gelang es ihnen stets, die Spannung aufrecht zu erhalten und nie ermüdend den Bogen weiter zu spannen. Auf die Frage an Herrn Lillinger, wie ihnen das gelinge, entgegnete er nur, dass es ja sonst langweilig werden könnte. Unermüdlich. Immer weiter. Das war Meta-Musik!“ (Stan Klifoth, Jazz in Greifswald, Oktober 2010)

©  Live-Foto: Frank Schindelbeck