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10.03.2020_Nathan Ott – Special Edition

Sebastian Gille (Saxophon)
Christopher Dell (Vibraphon)
Jonas Westergaard (Kontrabass)
Nathan Ott (Schlagzeug)

Das neue Quartett des jungen Wahl-Berliners Nathan Ott und dessen langjährigem musikalischen Wegbegleiter Sebastian Gille bringt den Geist der legendären Lighthouse-Edition der Elvin Jones Band der 70er Jahre ins 21. Jahrhundert und präsentiert dabei nicht nur eine der wichtigsten Stimmen Deutschlands auf dem Saxophon, sondern bringt diese mit den kosmischen Klangsphären des Vibraphonisten Christopher Dell, einem der wichtigsten Protagonisten an der Schnittstelle zwischen zeitgenössischer komponierter und improvisierter Musik, zusammen, um zu einer unverwechselbaren Textur zu verschmelzen. Vervollständigt wird diese faszinierende Musikerkonstellation mit der lyrischen Elastizität des dänischen Kontrabass-Virtuosen Jonas Westergaard, einem der gefragtesten Tieftöner Europas.

BIOGRAFIE

Nathan Ott, geboren am 29. Mai 1989, wuchs in einer musikalischen Familie in Augsburg auf und begann nach langjährigen Erfahrungen als klassischer Geiger mit 18 Jahren, Schlagzeug zu spielen, nachdem er ein Konzert von Dave Liebman auf dem Augsburger Jazzsommer erlebt hatte.

Nach seinem Abitur und einer einjährigen Karenzzeit, in der er sich auf die Anforderungen eines Jazzstudiums vorbereitete, fand er an der Musikhochschule in Würzburg mit Billy Elgart einen Mentor, der ihn lehrte, im Spiel verstärkt nach innen zu hören.

2011 zog es ihn dann nach Hamburg, wo er an der Hochschule für Musik und Theater bei Holger Nell studierte und mit seiner initiativen Art schnell Fuß fassen konnte. Mittlerweile ist der 28jährige ein bereits mit einigen Preisen belohnter und in der Hamburger Jazzszene sehr gefragter Instrumentalist, der zusammen mit Hamburger Musikern der jüngeren Generation viel für den Aufschwung der Jazzszene in der Hansestadt getan hat.

Andererseits ist der Schlagzeuger ein Musiker, der sich in der norddeutschen Jazzszene auch über Generationsgrenzen hinweg als ein überaus wacher und vitaler Impulsgeber bewährt hat, der es versteht, seine Dynamik im Dienst des jeweiligen musikalischen Zusammenhangs zu dosieren. So spielt er einerseits mit dem Bremer Gitarrenwunder Julian Fischer in verschiedenen Ensembles und ist vernetzt mit herausragenden jungen Musikern aus Griechenland und Spanien und sucht andererseits den Kontakt zu Musikern der mittleren Generation wie der Gitarristin Sandra Hempel, dem Bassisten/Gitarristen Sven Kerschek, dem Organisten Lutz „Hammond“ Krajenski, Saxophonisten Sebastian Gille, Gabriel Coburger und Frank Delle, sowie Trompeter Claus Stötter und Stephan Meinberg. Bekannt ist auch seine Zusammenarbeit mit Dave Liebman im Nathan Ott 4tet zusammen mit Sebastian Gille und Robert Landfermann, mit denen er sein Debütalbum aufgenommen hat, das 2018 bei Unit Records erscheinen wird.

Er ist Stipendiat der Oscar und Vera Ritter – Stiftung, Kunstförderpreisträger der Stadt Augsburg, Jazzpreisträger der Fürther Nachrichten und wurde 2014 für den Werner Burkhard Preis nominiert. Darüber hinaus ist er seit zwei Jahren ehrenamtlich für die Jazz Federation Hamburg tätig, für die er in der Booking Gruppe einen tragende Rolle in der Programmgestaltung der wöchentlich stattfindenden Konzerte spielt und seit Anfang 2016 als Host verantwortlich für die Konzeption und Programmierung der monatlich stattfindenden Themenabende ist. Seit Herbst 2016 gestaltet er seine eigene Konzertreihe „The Nathan Ott Dubph0nic“ im Altonaer Jazzclub „Hafenbahnhof“.

Wichtige Lehrer und Mentoren lernte er bei internationalen Workshops und Privatunterrichtsstunden kennen, darunter Greg Hutchinson, Adam Nussbaum, John Riley, Billy Hart, Dave Liebman, Mark Turner, Peter Bernstein, Jonathan Kreisberg, Reuben Rogers, Jim Black und Chuck Israels.

Konzertreisen führten ihn mehrmals in die Vereinigten Staaten, nach Kanada, Spanien, Griechenland, Holland, Dänemark, Italien, Österreich und die Schweiz. Als wichtiger Bestandteil zahlreicher spannender Projekte trat er auf einigen der renommiertesten Bühnen und Festivals Europas auf, wie zum Beispiel Copenhagen Jazz Festival, Jazz Cava Terrassa in Barcelona, Swinging Groningen, JamDays Odense, Tollwood München, sowie Elbjazz und Überjazz Hamburg.

nathanott.com

14.04.2020_Bernhard Meyer „MURMURATION“

Claudio Puntin (Klarinette, Bassklarinette)
Peter Meyer (Gitarre, Elektronik)
Julius Heise (Vibraphon, Glockenspiel, Melodica, Perkussion)
Andi Haberl (Schlagzeug, Perkussion)
Bernhard Meyer (Bass, Komposition)

„Murmuration“ – benannt nach den spektakulären Formationsflügen von Staren – ist zeitgenössischer Jazz, kammermusikalisches Ensemble und Indieband zugleich. Lyrisch und klangschön, dabei unglaublich kraftvoll und stets in Bewegung, entfalten die Kompositionen ein wunderbares Detailreichtum mit vielen überraschenden, filigranen Wendungen.

Harmonisch, melodisch und rhythmisch findet man auf diesem Album eine extrem bunte und völlig eigene Sprache. Die Musik schillert dabei in den verschiedensten Farben und Texturen zeitgenössischer Musik. Einflüsse von Künstlern wie Mingus über Sufjan Stevens bis hin zu Hermeto Pascoal oder Steve Reich mögen anklingen, einen vergleichbaren Klangkörper wie dieses neue Quintett müsste man aber lange suchen. Zu der ohnehin sehr originellen Instrumentierung, kommen noch Glockenspiel, Percussion, Tamtam, Melodica und subtile Live-Electronics zum Einsatz und verleihen der Musik weitere überraschende Facetten und Klangtiefe.

Neben dem von der Presse und Musikliebhabern gefeierten „Melt Trio“ arbeitete Bernhard Meyer in den letzten Jahren mit Musikern wie Nasheet Waits, John Hollenbeck, Kurt Rosenwinkel, Peter Evans, Jan Bang oder Jim Black – allesamt auch wichtige Inspirationsquellen für diese Musik. Seine Musik wurde u.a vom DownBeat Magazine, Arte Tracks und Arte Concert portraitiert. Das Debut Album dieses neuen Projekts ist bei Traumton Records erschienen.

Presse:

“…genauso faszinierend wie ein Starenschwarm, der sich als eigener Organismus, ohne Leitvogel in wellenförmigen Bewegungen durch die Lüfte schwingt.” (Tagesspiegel)

„…hier dominieren ganz großartige Klangfarben … das ist zeitloser Jazz, den man auch nicht klar einer bestimmten Richtung zuordnen kann … Murmuration ist ein großartiges Jazz & Sound Album“ (Gitarre & Bass)

„Innovation und Form verdichten sich zu einem Klang, der alle Erwartungen an ein Quintett übertrifft. Der in Berlin lebende Bassist Bernhard Meyer und seine Band lassen auf ihrem Album ‚Murmuration‘ den Hörer staunen über die enorm tiefen und mit Akribie vorgetragenen Kompositionen Meyers…“  (Plattenladentipps)

www.bernhardmeyer.net

08. + 09. Mai 2020_Jazz+ Festival

08.05.2020

Tom Rainey / Michael Moore
Tom Rainey (Schlagzeug)
Michael Moore (Saxophon)

Trio En Corps
Eve Risser (Klavier)
Benjamin Duboc (Kontrabass)
Edward Perraud (Schlagzeug)

09.05.2020

Elisabeth Coudoux
Elisabeth Coudoux (Cello)

Eskelin Weber Griener
Ellery Eskelin (Saxophon)
Christian Weber (Kontrabass)
Michael Griener (Schlagzeug)

 

Tagesticket 26 Euro / ermäßigt* 22 Euro
Festivalpass 45 Euro / ermäßigt* 37 Euro

* Für Schüler, Studenten, Auszubildende, Freiwilligendienstler, Arbeitssuchende und körperlich Beeinträchtigte mit einem Personaldokument, das die Ermäßigungsberechtigung zweifelsfrei nachweist und vor Ort im Original vorgelegt wird.

Einlass 19:00 Uhr / Beginn 20:00 Uhr
Tickets unter info@jazz-plus.de und an der Abendkasse

Alle Konzerte werden von BR-KLASSIK aufgezeichnet und ausgestrahlt:
• Jazz extra auf BR-KLASSIK, 8. Mai 2020, 21.30 bis 0 Uhr Live-Übertragung aus der Seidlvilla in München-Schwabing vom 4. Jazz+ Festival
• Jazztime auf BR-KLASSIK, 14. August 2020, 23.05 bis 0 Uhr
• Jazztime auf BR-KLASSIK, 11. September 2020, 23.05 bis 0 Uhr

 


Foto © Cees van de Ven

Foto © Jim Newberry

08.05.2020 – Beginn: 20:00 Uhr

TOM RAINEY / MICHAEL MOORE
Tom Rainey (Schlagzeug)
Michael Moore (Saxophon)

Tom Rainey
Der 1957 in Santa Barbara geborene Tom Rainey galt schon früh als Ausnahme-Drummer. Seit dem Anschluss an die New Yorker Szene spielt er u.a. mit Mark Helias, Ralph Alessi, Tim Berne, Tony Malaby, Mary Halvorson, Ingrid Laubrock und Kris Davis.

Tom Rainey ist derzeit eine der wichtigen Persönlichkeiten im Umfeld zeitgenössischer kreativer Musik. Raineys beschwörend zeitloses und gelegentlich implosives Schlagzeugspiel nimmt eine zentrale Rolle im musikalischen Hier und Jetzt ein.

„Mit melodischer Erfindungsgabe und enormer dynamischer Differenzierung setzt er das von Paul Motian begründete Konzept der Einfachheit in der Komplexität und Komplexität in der Einfachheit fort.“ (Martin Kunzler)

Michael Moore
Michael Moore, ein ehemaliger Schüler von Jacki Byard und Gunther Schuller, siedelte 1982 von den USA nach Amsterdam über und ist seitdem eine der prägenden Figuren der europäischen Szene. Die hohe Musikalität seines Beitrages findet dabei auf beiden Seiten des Ozeans sein Echo: im amerikanischen Magazin Down Beat wurde Moore mehrfach zum besten Klarinettisten gewählt.

Moore spielte in Misha Mengelbergs legendärem ICP Orchestra, legte 6 CDs im Trio mit Han Benning und Ernst Reijsinger vor und arbeitete mit Gerry Hemingway, Simon Nabatov, Yo-Yo Ma oder auch Marilyn Crispell. Beim Jazzfestival Münster hinterließ er vor einigen Jahren mit seinem Projekt „Jewels and Binoculars“, mit dem er sich den Songs Bob Dylans widmete, bleibenden Eindruck.

Auf dem Jazz+ Festival 2020 werden die beiden zum ersten Mal miteinander spielen.

 

08.05.2020Beginn 21:30 Uhr

TRIO EN CORPS
Eve Risser (Klavier)
Benjamin Duboc (Kontrabass)
Edward Perraud (Schlagzeug)

www.everisser.com
www.benjamin.duboc.free.fr
www.edwardperraud.com

Die Musik des Trios „En Corps“ aus Paris ist vor allem ein Spiel mit dem Intimen. Drei Künstler mit hochentwickelten Sensoren streifen sich, berühren sich, mischen sich, befreien sich und nähern sich wieder an. Im Wunsch miteinander neue Formen zu schaffen erzeugen Eve Risser (Klavier), Benjamin Duboc (Kontrabass) und Edward Perraud (Schlagzeug) mit ihrer Musik eine hypnotische Kraft und Magie.

„Permanent brodelnde, nie abkühlende, immer auf hoher Flamme gehaltene Improvisation. Freejazz mit viel Luft, Fantasie und bezwingender Logik. Eine gnadenlose, gnadenlos schöne Musik!“ (Felix, freiStil)

Eve Risser, die im Elsass aufwuchs, erhielt zunächst klassischen Flöten- und Klavierunterricht bevor sie sich mit improvisierter Musik und Jazz beschäftigte. Sie studierte in Ostfrankreich, Paris und Baltimore. Im September 2008 holte sie Daniel Yvinec ins Orchestre National de Jazz, mit dem sie am Robert-Wyatt-Projekt Around Robert Wyatt (2009) und dem John-Hollenbeck-Album Shut Up and Dance (2010) mitwirkte. 2011 arbeitete sie mit der Band PAK um Ron Anderson (Secret Curve), trat aber auch mit Pascal Niggenkemper und Émilie Lesbros im Kölner Loft auf und gehörte dann zu dessen Ensemble Vision 7. Risser arbeitet gegenwärtig auch als Solistin und in den Formationen Donkey Monkey (mit Yuko Oshima), The New Songs (mit Kim Myhr, Sofia Jernberg und David Stackenäs), Fenêtre Ovale (mit Karl Naegelen und Joris Rühl). Risser trat 2010 im Duo Donkey Monkey beim Moers Festival auf. Sie spielt Solokonzerte, schreibt für verschiedene Ensembles und betreibt das Label Umlaut. Ihr Projekt White Desert Orchestra, das sich zuerst beim Banlieues Bleues Festival 2015 in Paris vorstellte, beschäftigt sich mit dem Klang der Weite, wie er im Grand Canyon in Arizona erlebbar ist.

Benjamin Duboc lernte auf dem Konservatorium zunächst Klavier und Klarinette; später kam Kontrabass hinzu, den er u. a. bei Jean-François Jenny-Clark und Bernard Cazauran studierte. Er arbeitete zunächst mit Gaël Mevel und Thierry Waziniak, bevor er 1993 Mitglied der Formation Octopus wurde, zu der auch Benoist Raffin und Jobic le Masson gehörten. In den folgenden Jahren arbeitete er zahlreichen Projekten im Bereich des Free Jazz und der Improvisationsmusik, u. a. mit Michel Doneda, Oliver Lake, Joëlle Léandre, Henry Grimes, Roy Campbell, Mario Rechtern, Eric Zinman, Sunny Murray, Daunik Lazro, Hasse Poulsen, Rasul Siddik, Christine Wodrascka, Hilary Jeffery oder Jack Wright. Neben Duo-Aufnahmen mit Edward Perraud (Etau, 2005) und Itaru Oki (Nobusiku, 2010) legte er auch ein Soloalbum und ein Album mit elektroakustischen Kompositionen vor. Weiterhin komponierte er elektroakustische Filmmusik für Filme von Bernard Cerf, Franck Gourdien und Chiara Malta. Zudem wirkte er an verschiedenen Literatur-, Theater- und Tanzprojekten mit.

Edward Perraud erlernte ab seinem achten Lebensjahr Gitarre, später studierte er Posaune und klassische Perkussion am Konservatorium in Rennes. Nach seinem musikwissenschaftlichen Master an der Universität Rennes begann er bei Hugues Dufour am IRCAM mit seinem Promotionsstudium, das er am CNSM bei Jean-Marc Chouvel fortsetzte. Daneben nahm er Unterricht sowohl bei Daniel Humair (Jazzschlagzeug) als auch bei Biplap Battacharya (Tablas). Seit 1990 spielte er in der Zeuhlband Shub-Niggurath und später in Improvisationsensembles um Jean-Luc Guionnet und Bertrand Denzler wie Hubbub und seit 2008 im Duo mit Jean-Pierre Drouet; daneben trat er im Bereich des Modern Jazz mit Yves Robert, Sylvain Kassap, Louis Sclavis und Joe Rosenberg auf. Mit der Gruppe von Frederick Galiay spielte er Free Pop. Auch begleitete er seit 2003 Damo Suzuki in der Gruppe Networks. Seit 2004 gehört er zum Trio Das Kapital mit Daniel Erdmann und Hasse Poulsen, das für sein Album Ballads & Barricades 2011 den Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik erhielt.
2001 gründete er sein eigenes Quartett Synaesthetic Trip mit Benoît Delbecq, Bart Maris und Arnault Cuisinier, das Alben wie Synaesthetic Trip (2012) oder Beyond the Predictable Touch (2015) vorlegte. Auch tritt er im Duo mit Élise Caron, mit Paul Rogers und mit Jean-Luc Cappozzo und im Trio von Abdelhaï Bennani auf. Weiterhin spielte er mit Michel Portal, Fred Frith, Henri Texier, Joëlle Léandre, Mark Helias, Vincent Courtois, Claude Tchamitchian oder Alan Silva.

 


Foto © Johan Coudoux

09.05.2020Beginn 20:00 Uhr

ELISABETH COUDOUX
Elisabeth Coudoux (Cello)

www.elisabethcoudoux.com

Ihr erstes, bemerkenswertes Solo-Album „Some Poems“ veröffentlichte Elisabeth Coudoux 2016 auf Leo Records. Die darauf etablierte Herangehensweise, die vielen musikalischen Begegnungen mit anderen Musikern und Musikerinnen immer wieder neu zu formen und zu kreieren, bilden den Spannungsbogen für ihr Solo-Set auf dem Jazz+ Festival 2020.

„Elisabeth Coudoux zeigt ihre eigene Stimme am Cello. Sie erzählt ihre eigenen Geschichten – oder ihre eigene Geschichte in dem Sinne, dass der persönliche Stil jedes Improvisierers die Lebenserfahrung dahinter verrät. Durch ihre schiere Technik könnte man ein langes klassisches Training vermuten. Sie zeigt aber auch die Bereitschaft, eigene Wege zu gehen. Ihre Fähigkeit, unterschiedliche Figuren in unterschiedlichen Rhythmen und Registern aufzubauen und aufrechtzuerhalten, deutet manchmal auf die mehrsträngige Solomusik des Saxophonisten Evan Parker: Eine andere Tradition offenbart sich.“
(Kevin Whitehead, liner notes „Some Poems”)

 


Foto © Michelle Ettlin

09.05.2020 – Beginn 21:30 Uhr

ESKELIN WEBER GRIENER
Ellery Eskelin (Saxophon)
Christian Weber (Kontrabass)
Michael Griener (Schlagzeug)

Das Trio mit dem New Yorker Saxophonisten, dem Berliner Schlagzeuger und dem Schweizer Bassisten hat sich 2011 zusammengefunden und diese langjährige Zusammenarbeit ist in ihrer Musik deutlich hörbar. Nach ihrer Debüt-CD „Sensations of Tones“ stellen die drei in München ihre neue CD „The Pearls“ vor, auf der sie ihr Konzept einer Verbindung von freiem Spiel und traditionellem Jazz weiter vertiefen.

Das Trio Eskelin-Weber-Griener verschmilzt keine Spielweisen, es wechselt diese ab und stellt sie einander gegenüber. Das Repertoire reicht dabei zurück bis zu Ragtimes von Scott Joplin und komplexen Kompositionen von Jelly Roll Morton. Im Vordergrund steht die pure Freude am gemeinsamen Musizieren und am gemeinsamen Klang, die durch den Verzicht auf jegliche Art der Verstärkung eine Unmittelbarkeit und Intimität bekommen, die Konzerte von Eskelin-Weber-Griener zu einem besonderen Erlebnis werden lassen.

Eine wunderbare Musik, die sich jeder Kategorie entzieht.

 

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München
In Kooperation mit BR-KLASSIK
Gefördert durch den Bezirksausschuss 12 Schwabing-Freimann

BR_KLASSIKKulturreferat

09.06.2020_Slowfox

Hayden Chisholm (Saxophon)
Sebastian Gramss (Kontrabass)
Philip Zoubek (Klavier)

SLOWFOX, das Ausnahme-Trio mit dem Neuseeländischen Altsaxophonisten und SWR-Preisträger Hayden Chisholm, dem aus Wien/Austria stammenden Wahl-Kölner Philip Zoubek am Piano und dem Kontrabassisten und mehrfachen ECHO Preisträger Sebastian Gramss. 2013 gegründet, hat das Trio seither ihren besonderen zeitgenössisch-melodischen Stil auf unzähligen Konzerten in ganz Europa, Russland und Afrika perfektioniert und international mit dem Goethe Institut mit unzähligen Musikern zusammengearbeitet.

SLOWFOX, zuletzt auf der Jazzahead als Newcomer des Jahres gefeiert, verkörpert eine spannende Balance zwischen ansprechenden Melodien und anspruchsvoller Klangästhetik zu einer Art „Melodic Avantgarde“ auf höchstem spielerischem Niveau. Das Programm besteht aus einer feinen Auswahl von Original-Kompositionen von den beiden hochgelobten letzten Alben GENTLE GIANTS (Traumton) und THE WOOD (Jazzwerkstatt Berlin).

Presse:

Jazz & More (08/17): „Gentle Giants -Five Stars! *****“

„Slowfox präsentiert einen grandiosen, lyrisch empfundenen Jazz, der bei aller Freigeistigkeit in der Tradition tief verwurzelt ist. Der spielerische Umgang mit den Stücken, das kontinuierliche Verwandeln und Umformen giebt der Musik ebenso viel Offenheit wie Kunstfertigkeit. Drei Musiker, einig, den Spagat zwischen traditionsbewußtsein und Avantgarde mit sehr viel Fantasie zu erfüllen.“ RP 07/17

„Sebastian Gramss is a masterful bass player, establishing his ability to play full dark lines, then demonstrating a consistently firm grasp of arco technique…“ Cadence Magazine, New York
DOWNBEAT MAGAZINE 03.2003:
„Also impressive is the stellar sounds and punchy wit by alto wizard and fashion don Hayden Chisholm.“

JAZZTHETIK 05/14:
„Eine Metamorphose – eine in Klang umgesetztes Gedicht…….Sebastian Gramss besitzt neben seiner direkten musikalischen Sprache, die er mit Bands wie Underkarl oder Fossile3 umsetzt, eine einfühlsame, die Emotionen streichelnde Klangsprache, die weder aufdringlich noch vorlaut, sondern einfach nur die Seele streichelnde Zurückhaltung aus dem Hintergrund ganz nach vorne stellt…“

„Der Tonfall Ellingtons, Das Momentum des Bebop, Die Geste des Freien Jazz und das Mysterium des Cool Jazz: Eine sehr gegenwärtige Souveränität weht durch diese Musik, ein ganzes eigenes Timing, eine wunderbar bewusste Ästhetik. Und mehr als nur ein Hauch von Größe“ (High Fidelity 1/17)

Jazzthing #118, 4/2017
„Der Kölner Bassist Sebastian Gramss beschreibt die Musik des Trios Slowfox als „melodic Avantgarde“. Eine durchaus zutreffende Beschreibung, folgt man den 15 kammermusikalisch gestalteten Improvisationen von Gramss, Philip Zoubek (Piano) und Hayden Chisholm (Altsaxofon) auf „Gentle Giants“. Chisholms so fein ziselierter Ton, der aller Zartheit zum Trotz rhythmische Kraft und melodische Substanz besitzt, hat sein Fundament in Gramss‘ tiefenwuchtigem Spiel auf dem Kontrabass und bekommt durch Zoubeks teils präpariertem Klavier eine leuchtende Transparenz. Spannend wird es, wenn die drei ihren kammermusikalischen Duktus verlassen und die jazzmusikalische Avantgarde streifen – oft mit subtil energetischem Ergebnis. Auch ihrer zweiten CD hat Slowfox ein poetisches Leitmotiv vorangestellt, das sich in dem ins Englische übersetzte Friedrich-Nietzsche-Zitat „And those who were seen dancing were thought tobe insane by those who could not hear the music“ wiederfindet – und dessen einzelne Wörter auch die Stücketitel ergeben.“

Jazzthetik, Stefan Hentz, 5/2017:
SEBASTIAN GRAMSS´ SLOWFOX
Freundliche Riesen
Kontrabassist Sebastian Gramss und sein Trio Slowfox finden ihren Weg.

Zunächst ist da dieser Ton vom Altsaxofon: zart und weich und von enormer Raffinesse und Durchschlagskraft. Es mag Zeiten geben, in denen selbsternannt fortgeschrittene Gemüter hinter jeder Melodie einen abgestandenen Geschmack vermuten, erdrückt von harmonischen Klischees, aufgeplusterten Gefühlen und solchen Dingen, vorhersehbar noch in ihrer Raffinesse und Eindringlichkeit. Doch mit diesen Melodien liegen die Dinge zweifellos anders. Hayden Chisholm, Neuseeländer – in Köln seit gut zwanzig Jahren-, ist ein besonderer Musiker, ein Avantgardist der Melodie, hat mal jemand formuliert, kein bisschen rührselig und nicht ersichtlich selbstzufrieden oder gegenwartsverliebt Chisholm ist ein Musiker auf der Reise, immunisiert gegen Stillstand.

Die irdischen Kontinente und konventionellen Stilkategorien hat er längst abgehakt, kehrt mal hierhin, mal dorthin zurück und hat stets neue Erfahrungsmöglichkeiten mit seinem Altsaxofon dabei. ln seiner kühlen Intensität, seinem Drang nach neuen Ideen und Initiativen, nach Anregungen und Erleuchtungen ist Chisholm alles andere als einer dieser Sessionhengste, die alles und jeden kurz und klein spielen, damit jeder weiß, dass sie es können. Im Gegenteil, so konsequent er in Bewegung bleibt, so konsequent pflegt er tiefergehende Beziehungen zu ähnlich gepolten Musikern, mit denen er auf Augenhöhe die Erschließung neuer Klangweiten in Angriff nehmen kann.

Einer dieser Musiker ist der Posaunist Nils Wogram, ein anderer eben Sebastian Gramss, der mit ihm damals, vor zwanzig Jahren einen Proberaum teilte. Kontrabassist Gramss hat sich seit Jahren einen strahlenden Namen gemacht als ein so kenntnisreicher wie experimentierfreudiger Musiker von klar strukturierendem Verstand, der es noch mit seinen abgedrehtesten Projekten, wie dem 50-köpfigen KontrabassOrchester Bassmasse, versteht. den inneren Zusammenhalt zwischen dem innovativen Impuls des Jazz und seinen geschichtlichen Wurzeln, zwischen heißer Improvisation und coolem Kalkül zu unterstreichen.

Der Pianist Philip Zoubek schließlich, der Dritte im Bunde, verankert das Ensemble mit seinem sorgfältig kalkulierten Einsatz von Präparationen, die den perkussiven Charakter seines Instruments hervorheben und seine Kraft zur harmonischen Festlegung vermindern, im Bereich des Groove. Schon durch den provisorischen Charakter der Präparationen bleibt die Musik immer in Bewegung, umreißt einen offenen Raum des Ungefähren, des Möglichen, in dem sie sich dann zuverlässig in genau die Richtung wendet, die man am wenigsten erwartet.

Auf drei Beinen kann man gut stehen, das ist eine der Grundregeln der Improvisation. Meist heißen diese Beine Melodie, Harmonie und Rhythmus, und manchmal, nicht zu selten, sind sie schon etwas abgeschabt und überanstrengt. so dass man kaum noch spürt, wo sie ihre Resonanzen, ihre Elastizität und ihre Dringlichkeit hernehmen. Umso beglückender ist es, wenn sie schließlich in den Dreifaltigkeiten von Slowfox landen: Tanz, Körper, Sinnlichkeit; Individualität, Kollektivität und Struktur; Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. So besehen, feiert das Trio Slowfox die Werte, mit denen sich der Tanz Slowfox einst aufmachte, an der Seite des Jazz die Weit zu bekehren.

www.sebastiangramss.de/slowfox