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08. + 09. Mai 2020_Jazz+ Festival

Liebe Jazzfreunde, aufgrund der aktuellen Situation und nach langen Überlegungen zusammen mit dem Bayerischen Rundfunk und der Geschäftsführung der Seidlvilla sind wir zu der Entscheidung gekommen, das Jazz+ Festival um ein Jahr zu verschieben. Den genauen Termin werden wir demnächst bekannt geben.


08.05.2020

Tom Rainey / Michael Moore
Tom Rainey (USA) _ Schlagzeug
Michael Moore (USA) _ Saxophon

Trio En Corps
Eve Risser (FR) _ Klavier
Benjamin Duboc (FR) _ Kontrabass
Edward Perraud (FR) _ Schlagzeug

09.05.2020

Elisabeth Coudoux
Elisabeth Coudoux (DE) _ Solo Cello

Eskelin Weber Griener
Ellery Eskelin (USA) _ Saxophon
Christian Weber (CH) _ Kontrabass
Michael Griener (DE) _ Schlagzeug

 

Tagesticket 26 Euro / ermäßigt* 22 Euro
Festivalpass 45 Euro / ermäßigt* 37 Euro

* Für Schüler, Studenten, Auszubildende, Freiwilligendienstler, Arbeitssuchende und körperlich Beeinträchtigte mit einem Personaldokument, das die Ermäßigungsberechtigung zweifelsfrei nachweist und vor Ort im Original vorgelegt wird.

Einlass 19:00 Uhr / Beginn 20:00 Uhr
Tickets unter info@jazz-plus.de und an der Abendkasse

Alle Konzerte werden vom Bayerischen Rundfunk aufgezeichnet
8. Mai 2020, Jazz extra auf BR-KLASSIK, 21.30 bis 0 Uhr, Live-Übertragung aus der Seidlvilla
14. August 2020, Jazztime auf BR-KLASSIK, 23.05 bis 0 Uhr
11. September 2020, Jazztime auf BR-KLASSIK, 23.05 bis 0 Uhr

 


Foto © Cees van de Ven

Foto © Jim Newberry

08.05.2020 – Beginn: 20:00 Uhr

TOM RAINEY / MICHAEL MOORE
Tom Rainey (USA) _ Schlagzeug
Michael Moore (USA) _ Saxophon

Tom Rainey
Der 1957 in Santa Barbara geborene Tom Rainey galt schon früh als Ausnahme-Drummer. Seit dem Anschluss an die New Yorker Szene spielt er u.a. mit Mark Helias, Ralph Alessi, Tim Berne, Tony Malaby, Mary Halvorson, Ingrid Laubrock und Kris Davis.

Tom Rainey ist derzeit eine der wichtigen Persönlichkeiten im Umfeld zeitgenössischer kreativer Musik. Raineys beschwörend zeitloses und gelegentlich implosives Schlagzeugspiel nimmt eine zentrale Rolle im musikalischen Hier und Jetzt ein.

„Mit melodischer Erfindungsgabe und enormer dynamischer Differenzierung setzt er das von Paul Motian begründete Konzept der Einfachheit in der Komplexität und Komplexität in der Einfachheit fort.“ (Martin Kunzler)

Michael Moore
Michael Moore, ein ehemaliger Schüler von Jacki Byard und Gunther Schuller, siedelte 1982 von den USA nach Amsterdam über und ist seitdem eine der prägenden Figuren der europäischen Szene. Die hohe Musikalität seines Beitrages findet dabei auf beiden Seiten des Ozeans sein Echo: im amerikanischen Magazin Down Beat wurde Moore mehrfach zum besten Klarinettisten gewählt.

Moore spielte in Misha Mengelbergs legendärem ICP Orchestra, legte 6 CDs im Trio mit Han Benning und Ernst Reijsinger vor und arbeitete mit Gerry Hemingway, Simon Nabatov, Yo-Yo Ma oder auch Marilyn Crispell. Beim Jazzfestival Münster hinterließ er vor einigen Jahren mit seinem Projekt „Jewels and Binoculars“, mit dem er sich den Songs Bob Dylans widmete, bleibenden Eindruck.

Auf dem Jazz+ Festival 2020 werden die beiden zum ersten Mal miteinander spielen.

 

08.05.2020Beginn 21:30 Uhr

TRIO EN CORPS
Eve Risser (FR) _ Klavier
Benjamin Duboc (FR) _ Kontrabass
Edward Perraud (FR) _ Schlagzeug

www.everisser.com
www.benjamin.duboc.free.fr
www.edwardperraud.com

Die Musik des Trios „En Corps“ aus Paris ist vor allem ein Spiel mit dem Intimen. Drei Künstler mit hochentwickelten Sensoren streifen sich, berühren sich, mischen sich, befreien sich und nähern sich wieder an. Im Wunsch miteinander neue Formen zu schaffen erzeugen Eve Risser (Klavier), Benjamin Duboc (Kontrabass) und Edward Perraud (Schlagzeug) mit ihrer Musik eine hypnotische Kraft und Magie.

„Permanent brodelnde, nie abkühlende, immer auf hoher Flamme gehaltene Improvisation. Freejazz mit viel Luft, Fantasie und bezwingender Logik. Eine gnadenlose, gnadenlos schöne Musik!“ (Felix, freiStil)

Eve Risser, die im Elsass aufwuchs, erhielt zunächst klassischen Flöten- und Klavierunterricht bevor sie sich mit improvisierter Musik und Jazz beschäftigte. Sie studierte in Ostfrankreich, Paris und Baltimore. Im September 2008 holte sie Daniel Yvinec ins Orchestre National de Jazz, mit dem sie am Robert-Wyatt-Projekt Around Robert Wyatt (2009) und dem John-Hollenbeck-Album Shut Up and Dance (2010) mitwirkte. 2011 arbeitete sie mit der Band PAK um Ron Anderson (Secret Curve), trat aber auch mit Pascal Niggenkemper und Émilie Lesbros im Kölner Loft auf und gehörte dann zu dessen Ensemble Vision 7. Risser arbeitet gegenwärtig auch als Solistin und in den Formationen Donkey Monkey (mit Yuko Oshima), The New Songs (mit Kim Myhr, Sofia Jernberg und David Stackenäs), Fenêtre Ovale (mit Karl Naegelen und Joris Rühl). Risser trat 2010 im Duo Donkey Monkey beim Moers Festival auf. Sie spielt Solokonzerte, schreibt für verschiedene Ensembles und betreibt das Label Umlaut. Ihr Projekt White Desert Orchestra, das sich zuerst beim Banlieues Bleues Festival 2015 in Paris vorstellte, beschäftigt sich mit dem Klang der Weite, wie er im Grand Canyon in Arizona erlebbar ist.

Benjamin Duboc lernte auf dem Konservatorium zunächst Klavier und Klarinette; später kam Kontrabass hinzu, den er u. a. bei Jean-François Jenny-Clark und Bernard Cazauran studierte. Er arbeitete zunächst mit Gaël Mevel und Thierry Waziniak, bevor er 1993 Mitglied der Formation Octopus wurde, zu der auch Benoist Raffin und Jobic le Masson gehörten. In den folgenden Jahren arbeitete er zahlreichen Projekten im Bereich des Free Jazz und der Improvisationsmusik, u. a. mit Michel Doneda, Oliver Lake, Joëlle Léandre, Henry Grimes, Roy Campbell, Mario Rechtern, Eric Zinman, Sunny Murray, Daunik Lazro, Hasse Poulsen, Rasul Siddik, Christine Wodrascka, Hilary Jeffery oder Jack Wright. Neben Duo-Aufnahmen mit Edward Perraud (Etau, 2005) und Itaru Oki (Nobusiku, 2010) legte er auch ein Soloalbum und ein Album mit elektroakustischen Kompositionen vor. Weiterhin komponierte er elektroakustische Filmmusik für Filme von Bernard Cerf, Franck Gourdien und Chiara Malta. Zudem wirkte er an verschiedenen Literatur-, Theater- und Tanzprojekten mit.

Edward Perraud erlernte ab seinem achten Lebensjahr Gitarre, später studierte er Posaune und klassische Perkussion am Konservatorium in Rennes. Nach seinem musikwissenschaftlichen Master an der Universität Rennes begann er bei Hugues Dufour am IRCAM mit seinem Promotionsstudium, das er am CNSM bei Jean-Marc Chouvel fortsetzte. Daneben nahm er Unterricht sowohl bei Daniel Humair (Jazzschlagzeug) als auch bei Biplap Battacharya (Tablas). Seit 1990 spielte er in der Zeuhlband Shub-Niggurath und später in Improvisationsensembles um Jean-Luc Guionnet und Bertrand Denzler wie Hubbub und seit 2008 im Duo mit Jean-Pierre Drouet; daneben trat er im Bereich des Modern Jazz mit Yves Robert, Sylvain Kassap, Louis Sclavis und Joe Rosenberg auf. Mit der Gruppe von Frederick Galiay spielte er Free Pop. Auch begleitete er seit 2003 Damo Suzuki in der Gruppe Networks. Seit 2004 gehört er zum Trio Das Kapital mit Daniel Erdmann und Hasse Poulsen, das für sein Album Ballads & Barricades 2011 den Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik erhielt.
2001 gründete er sein eigenes Quartett Synaesthetic Trip mit Benoît Delbecq, Bart Maris und Arnault Cuisinier, das Alben wie Synaesthetic Trip (2012) oder Beyond the Predictable Touch (2015) vorlegte. Auch tritt er im Duo mit Élise Caron, mit Paul Rogers und mit Jean-Luc Cappozzo und im Trio von Abdelhaï Bennani auf. Weiterhin spielte er mit Michel Portal, Fred Frith, Henri Texier, Joëlle Léandre, Mark Helias, Vincent Courtois, Claude Tchamitchian oder Alan Silva.

 


Foto © Johan Coudoux

09.05.2020Beginn 20:00 Uhr

ELISABETH COUDOUX
Elisabeth Coudoux (DE) _ Solo Cello

www.elisabethcoudoux.com

Ihr erstes, bemerkenswertes Solo-Album „Some Poems“ veröffentlichte Elisabeth Coudoux 2016 auf Leo Records. Die darauf etablierte Herangehensweise, die vielen musikalischen Begegnungen mit anderen Musikern und Musikerinnen immer wieder neu zu formen und zu kreieren, bilden den Spannungsbogen für ihr Solo-Set auf dem Jazz+ Festival 2020.

„Elisabeth Coudoux zeigt ihre eigene Stimme am Cello. Sie erzählt ihre eigenen Geschichten – oder ihre eigene Geschichte in dem Sinne, dass der persönliche Stil jedes Improvisierers die Lebenserfahrung dahinter verrät. Durch ihre schiere Technik könnte man ein langes klassisches Training vermuten. Sie zeigt aber auch die Bereitschaft, eigene Wege zu gehen. Ihre Fähigkeit, unterschiedliche Figuren in unterschiedlichen Rhythmen und Registern aufzubauen und aufrechtzuerhalten, deutet manchmal auf die mehrsträngige Solomusik des Saxophonisten Evan Parker: Eine andere Tradition offenbart sich.“
(Kevin Whitehead, liner notes „Some Poems”)

 


Foto © Michelle Ettlin

09.05.2020 – Beginn 21:30 Uhr

ESKELIN WEBER GRIENER
Ellery Eskelin (USA) _ Saxophon
Christian Weber (CH) _ Kontrabass
Michael Griener (DE) _ Schlagzeug

Das Trio mit dem New Yorker Saxophonisten, dem Berliner Schlagzeuger und dem Schweizer Bassisten hat sich 2011 zusammengefunden und diese langjährige Zusammenarbeit ist in ihrer Musik deutlich hörbar. Nach ihrer Debüt-CD „Sensations of Tones“ stellen die drei in München ihre neue CD „The Pearls“ vor, auf der sie ihr Konzept einer Verbindung von freiem Spiel und traditionellem Jazz weiter vertiefen.

Das Trio Eskelin-Weber-Griener verschmilzt keine Spielweisen, es wechselt diese ab und stellt sie einander gegenüber. Das Repertoire reicht dabei zurück bis zu Ragtimes von Scott Joplin und komplexen Kompositionen von Jelly Roll Morton. Im Vordergrund steht die pure Freude am gemeinsamen Musizieren und am gemeinsamen Klang, die durch den Verzicht auf jegliche Art der Verstärkung eine Unmittelbarkeit und Intimität bekommen, die Konzerte von Eskelin-Weber-Griener zu einem besonderen Erlebnis werden lassen.

Eine wunderbare Musik, die sich jeder Kategorie entzieht.

 

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München
In Kooperation mit BR-KLASSIK
Gefördert durch den Bezirksausschuss 12 Schwabing-Freimann

BR_KLASSIKKulturreferat

09.06.2020_Slowfox

Hayden Chisholm (Saxophon)
Sebastian Gramss (Kontrabass)
Philip Zoubek (Klavier)

SLOWFOX, das Ausnahme-Trio mit dem Neuseeländischen Altsaxophonisten und SWR-Preisträger Hayden Chisholm, dem aus Wien/Austria stammenden Wahl-Kölner Philip Zoubek am Piano und dem Kontrabassisten und mehrfachen ECHO Preisträger Sebastian Gramss. 2013 gegründet, hat das Trio seither ihren besonderen zeitgenössisch-melodischen Stil auf unzähligen Konzerten in ganz Europa, Russland und Afrika perfektioniert und international mit dem Goethe Institut mit unzähligen Musikern zusammengearbeitet.

SLOWFOX, zuletzt auf der Jazzahead als Newcomer des Jahres gefeiert, verkörpert eine spannende Balance zwischen ansprechenden Melodien und anspruchsvoller Klangästhetik zu einer Art „Melodic Avantgarde“ auf höchstem spielerischem Niveau. Das Programm besteht aus einer feinen Auswahl von Original-Kompositionen von den beiden hochgelobten letzten Alben GENTLE GIANTS (Traumton) und THE WOOD (Jazzwerkstatt Berlin).

Presse:

Jazz & More (08/17): „Gentle Giants -Five Stars! *****“

„Slowfox präsentiert einen grandiosen, lyrisch empfundenen Jazz, der bei aller Freigeistigkeit in der Tradition tief verwurzelt ist. Der spielerische Umgang mit den Stücken, das kontinuierliche Verwandeln und Umformen giebt der Musik ebenso viel Offenheit wie Kunstfertigkeit. Drei Musiker, einig, den Spagat zwischen traditionsbewußtsein und Avantgarde mit sehr viel Fantasie zu erfüllen.“ RP 07/17

„Sebastian Gramss is a masterful bass player, establishing his ability to play full dark lines, then demonstrating a consistently firm grasp of arco technique…“ Cadence Magazine, New York
DOWNBEAT MAGAZINE 03.2003:
„Also impressive is the stellar sounds and punchy wit by alto wizard and fashion don Hayden Chisholm.“

JAZZTHETIK 05/14:
„Eine Metamorphose – eine in Klang umgesetztes Gedicht…….Sebastian Gramss besitzt neben seiner direkten musikalischen Sprache, die er mit Bands wie Underkarl oder Fossile3 umsetzt, eine einfühlsame, die Emotionen streichelnde Klangsprache, die weder aufdringlich noch vorlaut, sondern einfach nur die Seele streichelnde Zurückhaltung aus dem Hintergrund ganz nach vorne stellt…“

„Der Tonfall Ellingtons, Das Momentum des Bebop, Die Geste des Freien Jazz und das Mysterium des Cool Jazz: Eine sehr gegenwärtige Souveränität weht durch diese Musik, ein ganzes eigenes Timing, eine wunderbar bewusste Ästhetik. Und mehr als nur ein Hauch von Größe“ (High Fidelity 1/17)

Jazzthing #118, 4/2017
„Der Kölner Bassist Sebastian Gramss beschreibt die Musik des Trios Slowfox als „melodic Avantgarde“. Eine durchaus zutreffende Beschreibung, folgt man den 15 kammermusikalisch gestalteten Improvisationen von Gramss, Philip Zoubek (Piano) und Hayden Chisholm (Altsaxofon) auf „Gentle Giants“. Chisholms so fein ziselierter Ton, der aller Zartheit zum Trotz rhythmische Kraft und melodische Substanz besitzt, hat sein Fundament in Gramss‘ tiefenwuchtigem Spiel auf dem Kontrabass und bekommt durch Zoubeks teils präpariertem Klavier eine leuchtende Transparenz. Spannend wird es, wenn die drei ihren kammermusikalischen Duktus verlassen und die jazzmusikalische Avantgarde streifen – oft mit subtil energetischem Ergebnis. Auch ihrer zweiten CD hat Slowfox ein poetisches Leitmotiv vorangestellt, das sich in dem ins Englische übersetzte Friedrich-Nietzsche-Zitat „And those who were seen dancing were thought tobe insane by those who could not hear the music“ wiederfindet – und dessen einzelne Wörter auch die Stücketitel ergeben.“

Jazzthetik, Stefan Hentz, 5/2017:
SEBASTIAN GRAMSS´ SLOWFOX
Freundliche Riesen
Kontrabassist Sebastian Gramss und sein Trio Slowfox finden ihren Weg.

Zunächst ist da dieser Ton vom Altsaxofon: zart und weich und von enormer Raffinesse und Durchschlagskraft. Es mag Zeiten geben, in denen selbsternannt fortgeschrittene Gemüter hinter jeder Melodie einen abgestandenen Geschmack vermuten, erdrückt von harmonischen Klischees, aufgeplusterten Gefühlen und solchen Dingen, vorhersehbar noch in ihrer Raffinesse und Eindringlichkeit. Doch mit diesen Melodien liegen die Dinge zweifellos anders. Hayden Chisholm, Neuseeländer – in Köln seit gut zwanzig Jahren-, ist ein besonderer Musiker, ein Avantgardist der Melodie, hat mal jemand formuliert, kein bisschen rührselig und nicht ersichtlich selbstzufrieden oder gegenwartsverliebt Chisholm ist ein Musiker auf der Reise, immunisiert gegen Stillstand.

Die irdischen Kontinente und konventionellen Stilkategorien hat er längst abgehakt, kehrt mal hierhin, mal dorthin zurück und hat stets neue Erfahrungsmöglichkeiten mit seinem Altsaxofon dabei. ln seiner kühlen Intensität, seinem Drang nach neuen Ideen und Initiativen, nach Anregungen und Erleuchtungen ist Chisholm alles andere als einer dieser Sessionhengste, die alles und jeden kurz und klein spielen, damit jeder weiß, dass sie es können. Im Gegenteil, so konsequent er in Bewegung bleibt, so konsequent pflegt er tiefergehende Beziehungen zu ähnlich gepolten Musikern, mit denen er auf Augenhöhe die Erschließung neuer Klangweiten in Angriff nehmen kann.

Einer dieser Musiker ist der Posaunist Nils Wogram, ein anderer eben Sebastian Gramss, der mit ihm damals, vor zwanzig Jahren einen Proberaum teilte. Kontrabassist Gramss hat sich seit Jahren einen strahlenden Namen gemacht als ein so kenntnisreicher wie experimentierfreudiger Musiker von klar strukturierendem Verstand, der es noch mit seinen abgedrehtesten Projekten, wie dem 50-köpfigen KontrabassOrchester Bassmasse, versteht. den inneren Zusammenhalt zwischen dem innovativen Impuls des Jazz und seinen geschichtlichen Wurzeln, zwischen heißer Improvisation und coolem Kalkül zu unterstreichen.

Der Pianist Philip Zoubek schließlich, der Dritte im Bunde, verankert das Ensemble mit seinem sorgfältig kalkulierten Einsatz von Präparationen, die den perkussiven Charakter seines Instruments hervorheben und seine Kraft zur harmonischen Festlegung vermindern, im Bereich des Groove. Schon durch den provisorischen Charakter der Präparationen bleibt die Musik immer in Bewegung, umreißt einen offenen Raum des Ungefähren, des Möglichen, in dem sie sich dann zuverlässig in genau die Richtung wendet, die man am wenigsten erwartet.

Auf drei Beinen kann man gut stehen, das ist eine der Grundregeln der Improvisation. Meist heißen diese Beine Melodie, Harmonie und Rhythmus, und manchmal, nicht zu selten, sind sie schon etwas abgeschabt und überanstrengt. so dass man kaum noch spürt, wo sie ihre Resonanzen, ihre Elastizität und ihre Dringlichkeit hernehmen. Umso beglückender ist es, wenn sie schließlich in den Dreifaltigkeiten von Slowfox landen: Tanz, Körper, Sinnlichkeit; Individualität, Kollektivität und Struktur; Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. So besehen, feiert das Trio Slowfox die Werte, mit denen sich der Tanz Slowfox einst aufmachte, an der Seite des Jazz die Weit zu bekehren.

www.sebastiangramss.de/slowfox

14.07.2020_RE: CALAMARI

Wanja Slavin (Saxophon)
Simon Seidl (Keyboard)
Oliver Lutz (Kontrabass)
Andi Haberl (Schlagzeug)

Vier Ausnahmemusiker, eine pulsierende Einheit: Dafür steht die Band „RE: CALAMARI“. Das Quartett rund um den Kölner Kontrabassisten Oliver Lutz und den preisgekrönten Berliner Altsaxophonisten Wanja Slavin verspricht „von allem etwas mehr“.

Das heißt konkret: Mehr Spielfreude, mehr Energie, mehr Leidenschaft.

Zur Band gehört Pablo Held, selbst einer der erfolgreichsten Jazzpianisten Europas – er inspiriert als Sideman mit einer nie endenden Spirale neuer Gedanken und Motive. Dazu kommt Andi Haberl, der u.a. als Drummer von „The Notwist“ in Erscheinung tritt und mit seinem vielfältigen und furiosen Schlagzeugspiel die Musik bereichert.

Zusammen setzen diese vier herausragenden Musiker eine unvergleichliche Kraft frei, nach dem Motto: „Jetzt ist die Zeit, alles zu geben. Die Quelle kann sich entäußern, denn es kommt immer etwas nach“.

www.oliver-lutz.com

13.10.2020_Andreas Willers‘ 7 of 8

Matthias Schubert (Tenorsaxophon)
Florian Bergmann (Bassklarinette, Klarinette, Altsaxophon)
Nikolaus Neuser (Trompete)
Andreas Willers (Gitarre, Komposition)
Meinrad Kneer (Kontrabass)
Christian Marien (Schlagzeug)

Magie vs. Konvention – Seit 2013 besteht die Berliner Neuauflage des vielbeachteten Andreas Willers Octet aus den 90er Jahren. Damals wie heute stehen den dicht und anspruchsvoll geschriebenen Themen expressive solistische und kollektive Improvisationen gegenüber, in denen es jenseits von einengenden Genre-Schubladen neben Wucht und Abstraktion um reine Musikalität geht, um überschäumende Spielfreude und gelegentlich auch mal um (selbst-)ironische Distanz. Mit der für Andreas Willers typischen Offenheit werden Elemente von Jazz, Rock und Neuer Musik souverän mit freier Improvisation und manchmal auch einem texanischen Walzer verbunden. Die sechs Musiker stellen die aktuelle CD für das Label Jazzwerkstatt mit dem Titel ‚The Goldman Variations‘ vor.

Die im Jahr 2000 erschienene CD ‚The Ground Music‘ des international besetzten Andreas Willers Octet mit u.a. dem französischen Violinisten Dominique Pifarély und US-amerikanischen Schlagzeuger Tom Rainey wurde seinerzeit vom Fachblatt Jazzthetik als ‚eines der besten 20 Alben, die je auf dem Münchner Jazzlabel Enja Records erschienen sind‘ eingeordnet. Dreizehn Jahre später hat Andreas Willers ein Sextett aus hochkarätigen Berliner Musikern zusammengestellt, welches seither eine aktualisierte Version der damaligen Musik zu Gehör bringt und dabei auf zupackende Art zwischen ironischen Stilzitaten, kollektiver Klangforschung, Erweiterung von gewohnten Harmonik- und Intonationssystemen und lockerer Spielfreude Hörgewohnheiten in Frage stellt.

Pressestimmen:

‚Andreas Willers gehört zu den einfallsreichsten E-Gitarristen, die es auf diesem Erdball gibt.‘
Jazzthetik

‚…brachte mich fast zum Weinen. Willers ist ein enorm erfingungsreicher Gitarrist.‘
Budd Kopman (AAJ.com)

‚Wenn man glaubt, daß alles gesagt ist, kommt eine neue Platte von AW…..eine wagemutige tour de force, auf der alle Klippen der Avantgarde – Langeweile, Unverständlichkeit, Redundanz – souverän umschifft werden.‘
Fünf Sterne /Jazzthetik zu ‚Tin Drum Stories‘

‚Andreas Willers verbindet unterschiedlichste kontrastierende Techniken, Klangwelten und Traditionen zu einem eigenen, bei aller Klangvielfalt leicht identifizierbaren Sound.‘
rororo Jazzlexikon

www.andreaswillers.de

08.12.2020_Uncanny Valley Trio

Thomas Challenger (Tenorsaxophon)
Phil Donkin (Kontrabass)
Oli Steidle (Schlagzeug)

Das Trio „Uncanny Valley” wurde 2017 gegründet und spielt Stücke der Briten Phil Donkin (Kontrabaß) und Thomas Challenger (Tenorsaxophon), sowie von Oli Steidle (Schlagzeug).

Der Name der Gruppe ist übernommen von einem ebenso benannten Phänomen, dass im Bewegungsverhalten von Robotern menschliche Züge gesehen werden. Das schafft einen besonderen Erwartungshorizont. Sie spielen weitgehend akustisch und setzen ihren Schwerpunkt auf Intervalle und räumliche Rhythmen. Ihre Improvisationen bedienen sich beider Grundmuster, stellen gängige Spielmuster in Frage und lassen die üblichen Erwartungen an improvisierter Musik hinter sich. Denn das Wort „uncanny“ bedeutet eben auch verblüffend oder gar unheimlich.

Phil Donkin, Vertreter des Modern Creative Jazz, und Oliver Steidle, Repräsentant der neuen Improvisationsmusik, leben in Berlin. Thomas Challenger liebt das Duospiel mit Kirchenorgel.

www.tomchallenger.co.uk
www.phildonkin.com
www.oliversteidle.com