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12.06.2018_Matthieu Bordenave – Grand Angle

Matthieu Bordenave (Tenor Saxophon)
Peter O‘Mara (Gitarre)
Henning Sieverts (Kontrabass)
Shinya Fukumori (Schlagzeug)

Nach zwei erfolgreichen und von der Presse hochgelobten CDs bei ENJA Records (5* Rondomagazin, Empfehlung KulturSpiegel) mit der Formation Le Café bleu international, erscheint nun Matthieu Bordenaves mit Spannung erwartetes Debütalbum als Bandleader und Komponist mit seinem neuen Quartett, das ebenfalls bei ENJA erscheint.

Feine Linien, breite Striche, leuchtende Farbfelder. Cyan-Blau, Bernsteinfarben, Karminrot oder gelb-braunes Siena-Ocker. Saxophonist Matthieu Bordenave lässt auf seiner CD „Terre de Sienne“ Farben erklingen. Das Tenorsaxophon ist sein Pinsel. Er ist Synästhetiker, das heißt, er hört Farben und ordnet sie bestimmten Tönen und Harmonien zu. Erklingt c-Moll, erscheint vor seinem inneren Auge ein kräftiges Blau.

Alle Kompositionen der CD „Terre de Sienne“ sind nach Farben benannt. Bordenave legte sich zum Komponieren ein farbig bedrucktes Papier auf den Notenständer und ließ sich von dieser Farbe zu einer Melodie inspirieren. Basslinie und Harmonien kamen später dazu. So entstanden Stücke, in denen starke, erzählende Melodien den harmonischen Verlauf bestimmen. Matthieu Bordenave geht es um den Pinselstrich, der seine Töne verbindet und nicht um konstruierte Harmoniegebilde. Seine Farbmusik singt – und sie spricht direkt an, obwohl sie alles andere als konventionell ist.

Sein großartiges Quartett „Grande Angle“ mit Gitarrist Peter O’Mara, Kontrabassist Henning Sieverts und Schlagzeuger Shinya Fukumori bringt die Klänge plastisch auf die Leinwand. Wie der Bandname sagt, blicken die vier Musiker im Weitwinkel auf ihr Zusammenspiel: Saxophon und Schlagzeug bilden dabei den Rahmen, Kontrabass und Gitarre sind ihrer traditionellen Rollen enthoben, denn sie liefern Gegenstimmen, Farbflächen und Schattierungen. Luftig leicht kann man mit diesem Quartett durch das Azurblau des Himmels segeln, zu kantig-kaltem Stahlgrau erstarren, im Duo mit Tenorsaxophon und Schlagzeug über eine kräutergrüne Miniatur meditieren, sich von einer tiefgründigen smaragdgrünen Melodie einsaugen oder von der ockergelben Erde von Siena wärmen lassen.

Wichtiger Impuls für Bordenave sind die Préludes des französischen Komponisten Olivier Messiaen von 1928/29. Messiaen, auch Synästhetiker, hat die acht Stücke unterschiedlichen Farbkombinationen zugeordnet. Sie waren schon lange prägende Stücke für Bordenave und schlussendlich auch der Anstoß zu diesem Projekt.

Matthieu Bordenave wagt mit „Terre de Sienne“ den Schritt vom reinen Improvisator hin zum Komponist und etabliert sich dadurch umso stärker als eine der herausragenden Figuren des aktuellen europäischen Jazz. Seine Tonmalereien sind zeitlose Bilder von entrückender Schönheit und Kraft.
Ulrich Habersetzer (BR-Klassik)“

www.matthieu-bordenave.com

17.07.2018_Bastian Stein Trio

Bastian Stein (Trompete)
Phil Donkin (Kontrabass)
James Maddren (Schlagzeug)

Überschwänglicher als der Pirouet-Erstling dieses Musikers im Frühjahr 2013 wird selten eine CD gefeiert. „Was für ein Ton!“ – mit diesem Ausruf etwa begann die Besprechung im Magazin „Audio“, die dann den „facettenreichen“ und „weichen“ Ton des Bandleaders lobte und diese Musik als „Filigran-Jazz“ etikettierte. „Eine wunderschöne CD“, befand die Fachzeitschrift „Jazzpodium“. Und der Radiosender BR-Klassik attestierte Steins Musik „poetische Kraft und viel Ruhe“. Stein selber verfüge, hieß es da weiter, über ein „makelloses Spiel“, das er dazu nutze, „Klänge und Läufe seiner raffiniert schönen Melodien in alle Richtungen nuancenreich auszuformen, ohne dabei je den Eindruck zu vermitteln, ein muskulär-sportlicher Spieler zu sein“.

Ein Musiker, der etwas zu sagen hat – und der das mit außerordentlich feinen und gut gestalteten Tönen tut: So könnte man das zusammenfassen. Und genau das sind die besonderen Merkmale dieses 1983 in Heidelberg geborenen Trompeters, der seit seinem fünften Lebensjahr in Wien aufwuchs, dort sowie in Amsterdam und New York ausgebildet wurde und jetzt in Köln lebt.

www.bastianstein.com

09.10.2018_Chris Gall Trio feat. Frank Möbus

Frank Möbus (Gitarre)
Chris Gall (Klavier)
Henning Sieverts (Kontrabass)
Peter Gall (Schlagzeug)

There is something a Cosmic Playground and Jazz have in common!

Cosmic Playground, ein schrankenloser Ort der Fantasie auf einem unerforschten Planeten. Ohne Grenzen und Vorgaben, ein Spiel auf die eine oder andere Art zu spielen. Wer nicht so weit reisen will, der kann sich auch das neue Programm von Chris Galls drittem Trio-Album „Cosmic Playground“, deren zwei Vorgänger auf dem Label ACT erschienen sind, anhören. Begleitet vom Bassisten Henning Sieverts und seinem Bruder Peter an den Drums gelingt Chris Gall eine grandiose Sammlung unterschiedlichster Soundtracks zu wunderbaren Filmen, die erst im Kopf des Zuhörers entstehen und sich garantiert nicht immer gleichen. Titel wie „Arthur Dent Knows“ oder „Follow the Milky Way, Then Turn Left“ sind dabei herausgekommen. Musik, die ihren Zauber umso mehr entfaltet, je länger man ihr zuhört. Auch John Lennons „Across the Universe“ schwebt auf seinem Weg ins Sternenbild Ursa Minor mit. Nach seinem impressionistisch anmutenden Solo CD-Debut „Piano Solo“ und knapp 250 Konzerten als Gastpianist mit der Weltmusik-Formation Quadro Nuevo, bereichert Chris Gall nun wieder das akustische Klavier-Trio. Schon 2008 schreibt das größte englische Jazzmagazin Jazzwise: „Chris Gall’s Trio debut provides evidence that jazz is alive and kicking in Germany“.

Für seine aktuellen Konzerte hat das Trio den Berliner Gitarristen Frank Möbus eingeladen, eine Koryphäe an der Jazzgitarre und Professor an der Musikhochschule Weimar, der als Leader der Formation „Der Rote Bereich“ zu den spannendsten und innovativsten Gitarristen Europas gehört. Möbus, der wie Chris Gall am renommierten Berklee College of Music in Boston sein Jazzstudium abschloss, bereichert mit rockigen Riffs und seinem melodiösen Spiel das akustische Trio, das sich mit hymnischen Hook-Lines, kraftvolle Basslinien und rasante Drum-Grooves locker über die Grenzen der Genres hinwegsetzt. Wunderbar frischer Jazz, befreit vom kommerziellen Korsett, offen, verspielt und grenzenlos!

www.chrisgallmusic.com/trio

www.facebook.com/chrisgallmusic/

13.11.2018_Lisbeth Quartett

Charlotte Greve (Saxophon, Komposition)
Manuel Schmiedel (Klavier)
Marc Muellbauer (Kontrabass)
Moritz Baumgaertner (Schlagzeug)

2009 gegründet, seit 2012 paritätisch auf Berlin und New York verteilt, wurde das Lisbeth Quartett für seine zweite CD Constant Travellers mit einem Jazz-Echo als Newcomer des Jahres ausgezeichnet. Der Nachfolger Framed Frequencies (01/2014) erhielt auch international viel Lob, das folgende Live-Album dokumentierte die Spiel- und Improvisationsfreude der Band auf der Bühne.

Am 27. Oktober 2017 erscheint There Is Only Make. „Das neue Album ist mehr aus dem Bandprozess heraus entstanden als unsere früheren Studioproduktionen. Vor den Aufnahmen haben wir die Stücke in vielen Konzerten gemeinsam ausformuliert“, sagt Bandleaderin Charlotte Greve. Sie vergleicht den Prozess mit einem Maler, der nach und nach Details und Tiefe seines Bildes entwickelt. Das Ergebnis sind vielschichtige Stücke, die zwischen ruhigen Passagen und kräftigen Steigerungen oszillieren. Melodische Bögen und klare Formen, subtiles Zusammenspiel und moderne Haltung zeigen Gestaltungswillen und Charakter. Greves hintergründige, teils lyrische Kompositionen sind im besten Sinne zeitlos, vereinen Tiefgang, unaufdringliche Leichtigkeit und weite Spannungsbögen.

Natürlich steht Charlotte Greves Alt-Saxophon im Zentrum. Ihr leuchtender, schwebender Ton, die klaren bis verschlungenen Modulationen werden von ihren profilierten Partnern beflügelt. Marc Muellbauers distinguierte Basslinien sind viel mehr als nur Grundierung, Pianist Manuel Schmiedel kreiert phantasievolle Panoramen und Soli, Moritz Baumgärtners unkonventionelles, klangvoll-dynamisches Schlagzeugspiel befeuert rhythmische Finessen. Aus all dem entsteht der innige, pointierte Sound des Lisbeth Quartetts.

www.lisbethquartett.de