Alle Artikel in der Kategorie “Vorschau

09.01.2018_Luca Sisera ROOFER

Luca Sisera (Kontrabass, Komposition)
Michael Jaeger (Tenorsaxophon, Klarinette)
Maurus Twerenbold (Posaune)
Yves Theiler (Klavier)
Michi Stulz (Schlagzeug)

Seit Jahren ist der Schweizer Kontrabassist Luca Sisera als Sideman in zahlreichen Formationen aus dem Jazz- und Improbereich tätig. Nun tritt er erstmals als Leader in Erscheinung und hat hierfür ein illustres Quintett zusammengestellt.

Mit Michael Jaeger (ts, cl), Maurus Twerenbold (tb), Yves Theiler (p) und Michi Stulz (dr) konnten vier umtriebige, renommierte Jazzmusiker für das Projekt gewonnen werden. Zusammen werden anhand von Siseras Kompositionen, welche 2013 in New York entstanden sind, die Grenzen zwischen Komposition und Improvisation ausgelotet, gesprengt und neu gelegt. Dabei ist eine Musik entstanden, welche sich nicht scheut verschiedenste musikalische Elemente unter einen Hut zu bringen.

Da wird mit viel Elan vertrackt gegroovt, lustvoll im Kollektiv improvisiert und zusammen durch rasante Unisonoparts gekurvt. Meditative Klangcollagen, hypnotische Stimmungen aber auch temporeiche Swingwelten werden da gelebt. Eine äußerst agile Band, die diesen Spagat scheinbar mühelos und mit einer spielerischen Lockerheit vollzieht ohne dabei jemals beliebig oder gefällig zu wirken. Im Gegenteil; ein unverkennbares Profil und eine reife, befreite Bandsprache sind zwei wichtige Merkmale dieser noch jungen Band. Mit offenem Geist, ungestillter Neugierde, Erfindertum, Freude am Unvorhersehbaren und großen Ohren wird hier an die Sache herangegangen. Ihr Debut-Album „Prospect“ ist beim britischen Label „Leo Records“ veröffentlicht worden und wurde in Zusammenarbeit mit „Schweizer Radio SRF2 Kultur“ produziert.

Die fünf ROOFER Musiker, welche allesamt über große Erfahrung verfügen, freuen sich gemeinsam mit dem Publikum ihr musikalisches Bauwerk zu erklimmen um in schwindelerregender Höhe die atemberaubende Aussicht zu genießen.

Presse:

„Der Kontrabassist setzt die musikalische Latte hoch. Musiker und Hörende sind gefordert. Es lohnt sich!“
Jazz’n’more, Pirmin Bossart, Schweiz

„On Prospect, you can never be exactly sure where the tunes are headed, but you can trust this unit to make the process a hell of a lot of fun. Unpredictable right up to the end!“ Stu’s Record Room, Suart Kremsky, USA

roofer-music.com

06.02.2018_Philip Zoubek Trio

Philip Zoubek (Klavier, Komposition)
David Helm (Kontrabass)
Dominik Mahnig (Schlagzeug)

„Das Philip Zoubek Trio entstand 2016 aus dem Gedanken heraus, einen eigenständigen Ansatz in der traditionsreichen Besetzung Klavier-Bass-Schlagzeug zu formulieren. Jeder der Musiker hat einen breitgefächerten musikalischen Horizont, der von aktueller Improvisation, über Jazz bis zur Neuen Musik reicht. Die Auflösung der traditionellen Rollenverhältnisse steht bei dem Trio Vordergrund, genauso wie die Nivellierung von Improvisation und Komposition. Auf Basis einer komplexen und vielschichtigen Rhythmik ist die Musik des Trios hochenergetisch, treibend, virtuos, bisweilen spielerisch und besticht durch eine musikalische Kante, die man in dieser Intensität nur selten zu hören bekommt.“

„Der Pianist Philip Zoubek ist eine Ausnahmeerscheinung in der heutigen Jazzszene“
Hans-Jürgen von Osterhausen

„…ein perfekt austariertes Spiel, das jegliche Trockenheit oder verkopfte Komplexität vermeidet“
Culturejazz.fr, Thierry Giard

Philip Zoubek, Klavier, Komposition
geboren 1978 in Tulln, Niederösterreich – lebt und arbeitet als Pianist und Komponist in Köln.
Zusammenarbeit mit Frank Gratkowski, Wilbert deJoode, Louis Sclavis, Petter Eldh, Christian Lillinger, Thomas Lehn, Herb Robertson, Paul Lytton, Rudi Mahall und vielen anderen.
Konzerte u.a im Konzerthaus Wien, Philharmonie Luxemburg, Moersfestival, Ullrichsberger Kaleidophon, GetItLouder Festival Shanghai/Beijing, Tourneen durch Kanada, Russland, Indien…

Preise und Auszeichnungen:
– Horst und Gretl Will Stipdenium der Stadt Köln 2008
– erster Platz beim Bielefelder Kompostionswettbewerb für neue Medien 2003 (Bunker Ulmenwall)
– 2ter Preisträger mit der Formation „Snaut“ beim Improvisationswettbewerb im Rahmen des Düsseldorfer Altstadtherbsts 2003
– Kulturförderpreis 2002 des Kreises Herford mir dem Projekt „Cauldron“

Veröffentlichungen bei Creative Sources, Leo Records, Schraum, Second Floor, Emanem, Tarumton, Whyplayjazz, Jazzwerkstatt

David Helm
David Helm (*1990) ist Kontrabassist und lebt in Köln. Seit 2015 kuratiert er mit Fabian Arends die Konzertreihe „First Meetings“ im Loft Köln. Für seine Bands MAREK JOHNSON Pollon, Zoom Trio ist er auch kompositorisch tätig. David spielte auf Festivals wie dem Curitiba Jazzfestival, Saint-Louis Jazzfestival, Wangaratta Festival of Jazz, Jazzfestival Odessa, Winterjazzfestival Koln, Bonner Jazzfest, Deutsches Jazzfestival Frankfurt a.M., Jazzrally Düsseldorf, Moers Jazzfestival, Enjoy Jazzfestival, Acht Brücken Festival u.a.

Konzertreisen führten ihn u.a. durch Europa, nach Brasilien, Mexiko, USA, Canada, Senegal, Guinea- Bissau, Bosnien-Herzegowina.

Dominik Mahnig
Dominik Mahnig ist in einer Musikerfamilie in Willisau (CH) aufgewachsen und bereits als 3-Jähriger von Trommeln, Grooves und Sound fasziniert. Er findet über das legendäre Jazzfestival Willisau einen spielerischen Zugang zu Jazz und Improvisierter Musik. Nach seinem Bachelorabschluss in Luzern absolviert er ein Masterstudium in Köln, wo sich mittlerweile sein Lebensmittelpunkt befindet. Gerry Hemingway, Frank Gratkowski und Jonas Burgwinkel sind wichtige Mentoren auf diesem Weg.

Er schreibt für seine Working Bands The Great Harry Hillman (ZKB Jazzpreis 2015) und das Zooom Trio. Als gefragter Sideman und Improvisator arbeitet er mit den Musikern Simon Nabatov, Mark Dresser, Dieter Manderscheid, Philip Zoubek, Frank Gratkowski, David Helm, Christian Lorenzen, Robert Landfermann uva.

2017 erhält er das Horst und Gretl-Will Stipendium der Stadt Köln (Kölner Jazzpreis)

philipzoubek.com

13.03.2018_Oli Kuster Kombo – Magniflex

Oli Kuster (Klavier, Fender Rhodes)
Domenic Landolf (Tenor Saxophon)
Christoph Utzinger (Kontrabass)
Kevin Chesham (Schlagzeug)

Magniflex. Die neue Platte der Oli Kuster Kombo.

Magniflex. Der Name erinnert Radsportfans an das italienische Team, das in den Siebzigern mehrere Klassiker gewann. In Zukunft wird der Name auch Jazzliebhabern ein Begriff sein. Auf ihrer neuen Platte Magniflex steht die Oli Kuster Kombo dem erfolgreichen Radteam in keiner Weise nach. Wir verfolgen waghalsige Solofluchten, Abfahrten in klangvolle Täler und ruhige Passagen, während derer das Quartett geschlossen dahinrollt und durchatmet.

Die Musik der Kombo klingt warm und nahe, man hört das Keuchen der Fahrer und das Kratzen der Nadel auf Vinyl. Oli Kuster im rosa Leadertrikot lässt seine Mitspieler am Saxofon, Bass und Schlagzeug immer wieder ausreißen, kontrolliert das Feld aber souverän, beschleunigt oder verlangsamt das Tempo. Dabei zieht er kleine Bewegungen den großen Gesten vor und spinnt ein einzelnes Motiv zu einem ganzen Stück weiter. Dieses Auf und Ab, gleichzeitiger Wettstreit und Mannschaftsakt der Instrumente, entwickelt einen Sog, dem man sich schwer entziehen kann.

Seit dem letzten Album der Kombo, Flokati, sind acht Jahre vergangen. In der Zwischenzeit hat Oli Kuster mit aeiou funkelnden Pop geschaffen, mit dem Duo OKRA Field Recordings, elektronische Musik und Pianoklänge kurzgeschlossen, als Astronaut die Spoken-Word-Sphäre durchflogen und mit Melker Klubs gerockt. Jetzt ist der Berner Tausendsassa zurück mit einer neuen Jazz-Platte. Die zwölf Kompositionen auf Magniflex tragen alle Kusters Handschrift, klingen eingängig und eigenwillig zugleich. Domenic Landolf am Saxofon, Christoph Utzinger am Bass und Kevin Chesham am Schlagzeug stehen in ständigem Dialog mit Oli Kuster am Piano und Rhodes und sprühen vor Fantasie und Spielwitz. Der Humor der Kombo zeigt sich nicht nur in den geheimnisvollen Titeln und im verspielten Comic-Cover, sondern auch in überraschenden Wendungen der Musik.

Auf ihrer neuen Platte spielt sich die Oli Kuster Kombo mit kleinen Melodien und großen Solos in unsere Ohren und schafft magisch-poetische Klangmomente. Die Radfahrer wurden damals vom Matratzenhersteller Magniflex gesponsert. Das Album Magniflex ist wie Probeliegen und Probehüpfen auf zwölf Matratzen: Jazz in seiner schönsten Form.

www.olikuster.ch

10.04.2018_Tilo Weber Quartet – Four Fauns

Tilo Weber (Schlagzeug, Komposition)
Hayden Chisholm (Alt Saxofon)
Andreas Lang (Kontrabass)
Richard Koch (Trompete)

„Mein Leben?!: ist kein Kontinuum! (nicht bloß durch Tag und Nacht in weiße und schwarze Stücke zerbrochen!) (…) ein Tablett voll glitzernder snapshots.“

Das Quartett des Berliner Schlagzeugers Tilo Weber lässt sich von Arno Schmidts snapshots inspirieren und erzeugt mit einer beeindruckenden Farbpalette von warmen Pastellfarben bis schillernden Blautönen einen bunten Klangteppich. Schmidt erklärt das Kontinuum des Lebens zur Illusion und liefert den vier Faunen eine Steilvorlage sich in der Musik von Raum und Zeit zu lösen.

Mit Richard Koch an der Trompete und Hayden Chisholm am Altsaxophon trifft Feuer auf Wasser. Der nachdrückliche Puls von Kontrabassist Andreas Lang grundiert eine Ebene auf der Schlagzeuger Tilo Weber sein volles klangliches und melodische Potenzial entfalten kann. Diese traditionsreiche Quartettformation entwickelt dabei einen völlig neuen Sound, der sich aus den Tiefen der klassischen Musik speist und eine große Brücke zur zeitgenössischen Musik und der Avantgarde des Jazz schlägt.

Die kontrapunktischen Kompositionen von Weber loten die Grenzen der Dreistimmigkeit aus und überzeugen durch eine erfrischende Transparenz. Jazzstandards werden rückwärts gespielt und Präludien für fügenähnliche Balladen improvisiert. Die „Four Fauns“ begeistert durch eine stilistische Bandbreite und präsentieren einen zeitgenössischen Jazz der nicht avantgardistisch um den Preis der emotionalen Kälte ist und ohne Klischees auskommt.

Hayden Chisholm ist ein Saxofonist und Komponist geboren in Neuseeland. Mit einem DAAD Stipendium hat er an der Kölner Musik Hochschule studiert. Weitere Stipendium ermöglichte er privates Unterricht zu nehmen in Japan und Indian. In 1995 entwickelte er ein neues Mikrotonales System für Saxofon welches er bei seiner Debüt Solo CD „Circe“ vorstellte. Seine Kompositionen wuerden von BBC und WDR Rundfunk aufgenommen und er hat mehrere Konzert Tourneen auf allen Kontinenten gespielt, als Solist und mit Gruppen wie Root70 und David Sylvian. Er hat an mehreren Universitäten Masterclasses gegeben und gibt ein jährliches Meisterkurs in Griechenland. Er ist künstlerische Leiter des Plushmusic Festivals in Köln. Er hat die Musik komponiert für mehrere Installationen der Deutsche Künstlerin Rebecca Horn und hat auch Musik für mehrere ihrer Filme komponiert. 2008 war er Regie Assistent bei den Salzburger Festspielen. In 2013 veröffentlichte er seine 13CD Box Set „13 Views of the Heart’s Cargo“ und bekam den „SWR Jazz Preis“. 2015 war er „Improvisor in Residence“ in Moers. In 2016 veröffentlicht er seine zweiter 13er Cd Box „Cups of Oblivion“ und stelle seine erste Kurzfilm „Sisyphus Runs“ vor.

www.haydenchisholm.net
www.softspeakers.com
www.sisyphusruns.com

Andreas Lang stammt von einer Insel im Süden Dänemarks. Mit sechzehn Jahren fing er an, Bass zu spielen und mit 21 begann er dann ein Studium auf der Carl-­Nielsen-Musikakademie in Odense bei dem Bassisten Bo Stief .

Andreas Lang spielte in Dänemark mit Musikern wie Anders Mogensen, Hans Ulrik, Kresten Osgood, Håvard Wiik und Mads la Cour.

Im Jahre 2007 zog er nach Berlin und ist seitdem in der dortigen Jazzszene unterwegs. So arbeitete er hier mit Felix Wahnschaffe, Rudi Mahall, Philipp Gropper, Oliver Steidle, Gunter Hampel , Henrik Walsdorf, Tobias Delius, John Schröder, johannes Enders, Han Bennink, Ack van royen, Tony Allen, Don Friedman , Gunter Hampel , Jeremy Pelt, Bill Steward, Danny Grissett , Steve Nelson, Larry Porter, Bill McHenry und Kurt Rosenwinkel.

www.bassandreas.com

Der österreichische Trompeter Richard Koch aus Tulln bewegt sich in einer Vielzahl von Genres und Ausdrucksformen. Schwerpunkt ist stets die Körperlichkeit von Musik. Dies führte zu einer Vielzahl von Projekten, die Musik mit anderen Kunstformen (Tanz, Bildende Kunst, Sprache) verschmelzen, hatte aber auch die Arbeit auf großen Bühnen im Pop-­‐ und Klassikbereich zur Folge.

Zusammenarbeit mit Julyen Hamilton, Wolf Wondratschek, Hermeto Pascoal, Peter Fox, Miss Platnum, Beatsteaks, Frank Gratkowski, Ingrid Laubrock, Berliner Ensemble, Komische Oper Berlin, …

www.richardkoch.at

Tilo Weber (*1990, Aachen) ist Schlagzeuger/Komponist und lebt in Berlin. Er komponiert und trommelt für seine eigenen Bands Animate Repose und Four Fauns und ist Sideman im David Friedman Trio/Quartett, Clara Haberkamp Trio (JazzBaltica Preis 2011), And the Golden Choir, Laura Winklers Wabi-­Sabi Orchestra und Otis Sandsjös Otis+Wedding.

Tilo Weber studiert von 2009 bis 2014 Schlagzeug am Jazz Institut Berlin bei Prof. John Hollenbeck und von 2015 bis 2017 Komposition bei Prof. Ruta Paidere an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. In dieser Zeit war er Stipendiat der Dr. E. A. Langner Stiftung. 2017 nahm er Unterricht in „klassischem Schlagwerk“ bei Prof. Dr. H.C. Bernhard Wulff in Freiburg.

Als aktiver Bestandteil der Jazzszene Berlin eint er Improvisation mit Komposition und bewegt sich damit in der Freien Musik ebenso wie in der Indie Pop Szene. Zusammenarbeiten mit Greg Cohen, Peter Brötzmann, Rudi Mahall, Chris Dahlgren, Tobias Siebert und der NDR Bigband führen ihn zu nationalen (u.a. JazzBaltica Festival) und internationalen Festivals zahlreicher Genres.

Das Debut Animate Repose erschien bei shoebill music exklusiv auf 12″ Vinyl.

www.tiloweber.de

12.06.2018_Matthieu Bordenave – Grand Angle

Matthieu Bordenave (Tenor Saxophon)
Peter O‘Mara (Gitarre)
Henning Sieverts (Kontrabass)
Shinya Fukumori (Schlagzeug)

Nach zwei erfolgreichen und von der Presse hochgelobten CDs bei ENJA Records (5* Rondomagazin, Empfehlung KulturSpiegel) mit der Formation Le Café bleu international, erscheint nun Matthieu Bordenaves mit Spannung erwartetes Debütalbum als Bandleader und Komponist mit seinem neuen Quartett, das ebenfalls bei ENJA erscheint.

Feine Linien, breite Striche, leuchtende Farbfelder. Cyan-Blau, Bernsteinfarben, Karminrot oder gelb-braunes Siena-Ocker. Saxophonist Matthieu Bordenave lässt auf seiner CD „Terre de Sienne“ Farben erklingen. Das Tenorsaxophon ist sein Pinsel. Er istSynästhetiker, das heißt, er hört Farben und ordnet sie bestimmten Tönen und Harmonien zu. Erklingt c-Moll, erscheint vor seinem inneren Auge ein kräftiges Blau.

Alle Kompositionen der CD „Terre de Sienne“ sind nach Farben benannt. Bordenave legte sich zum Komponieren ein farbig bedrucktes Papier auf den Notenständer und ließ sich von dieser Farbe zu einer Melodie inspirieren. Basslinie und Harmonien kamen später dazu. So entstanden Stücke, in denen starke, erzählende Melodien den harmonischen Verlauf bestimmen. Matthieu Bordenave geht es um den Pinselstrich, der seine Töne verbindet und nicht um konstruierte Harmoniegebilde. Seine Farbmusik singt – und sie spricht direkt an, obwohl sie alles andere als konventionell ist.

Sein großartiges Quartett „Grande Angle“ mit Gitarrist Peter O’Mara, Kontrabassist Henning Sieverts und Schlagzeuger Shinya Fukumori bringt die Klänge plastisch auf die Leinwand. Wie der Bandname sagt, blicken die vier Musiker im Weitwinkel auf ihr Zusammenspiel: Saxophon und Schlagzeug bilden dabei den Rahmen, Kontrabass und Gitarre sind ihrer traditionellen Rollen enthoben, denn sie liefern Gegenstimmen, Farbflächen und Schattierungen. Luftig leicht kann man mit diesem Quartett durch das Azurblau des Himmels segeln, zu kantig-kaltem Stahlgrau erstarren, im Duo mit Tenorsaxophon und Schlagzeug über eine kräutergrüne Miniatur meditieren, sich von einer tiefgründigen smaragdgrünen Melodie einsaugen oder von der ockergelben Erde von Siena wärmen lassen.

Wichtiger Impuls für Bordenave sind die Préludes des französischen Komponisten Olivier Messiaen von 1928/29. Messiaen, auch Synästhetiker, hat die acht Stücke unterschiedlichen Farbkombinationen zugeordnet. Sie waren schon lange prägende Stücke für Bordenave und schlussendlich auch der Anstoß zu diesem Projekt.

Matthieu Bordenave wagt mit „Terre de Sienne“ den Schritt vom reinen Improvisator hin zum Komponist und etabliert sich dadurch umso stärker als eine der herausragenden Figuren des aktuellen europäischen Jazz. Seine Tonmalereien sind zeitlose Bilder von entrückender Schönheit und Kraft.
Ulrich Habersetzer (BR-Klassik)“

www.matthieu-bordenave.com