Alle Artikel in der Kategorie “Aktuelles

14.07.2020_Slowfox

Das Konzert von Slowfox wird leider ohne Publikum stattfinden. Der Bayerische Rundfunk schneidet das Konzert mit und streamt live auf der Website von BR KLASSIK: www.br-klassik.de

Der Eintritt zum Live-Stream ist frei, Sie können aber ein „virtuelles Ticket“ in Höhe Ihrer Wahl erwerben.

PayPal: www.paypal.me/jazzplus

Alternativ zu PayPal ist auch eine Überweisung möglich:
Seidlvilla Verein e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE09700205000008835400
BIC: BFSWDE33MUE

Bitte im Verwendungszweck „Virtuelles Ticket Jazz+“ einfügen. Vielen Dank!

Hayden Chisholm (Saxophon)
Sebastian Gramss (Kontrabass)
Philip Zoubek (Klavier)

SLOWFOX, das Ausnahme-Trio mit dem Neuseeländischen Altsaxophonisten und SWR-Preisträger Hayden Chisholm, dem aus Wien/Austria stammenden Wahl-Kölner Philip Zoubek am Piano und dem Kontrabassisten und mehrfachen ECHO Preisträger Sebastian Gramss. 2013 gegründet, hat das Trio seither ihren besonderen zeitgenössisch-melodischen Stil auf unzähligen Konzerten in ganz Europa, Russland und Afrika perfektioniert und international mit dem Goethe Institut mit unzähligen Musikern zusammengearbeitet.

SLOWFOX, zuletzt auf der Jazzahead als Newcomer des Jahres gefeiert, verkörpert eine spannende Balance zwischen ansprechenden Melodien und anspruchsvoller Klangästhetik zu einer Art „Melodic Avantgarde“ auf höchstem spielerischem Niveau. Das Programm besteht aus einer feinen Auswahl von Original-Kompositionen von den beiden hochgelobten letzten Alben GENTLE GIANTS (Traumton) und THE WOOD (Jazzwerkstatt Berlin).

Presse:

Jazz & More (08/17): „Gentle Giants -Five Stars! *****“

„Slowfox präsentiert einen grandiosen, lyrisch empfundenen Jazz, der bei aller Freigeistigkeit in der Tradition tief verwurzelt ist. Der spielerische Umgang mit den Stücken, das kontinuierliche Verwandeln und Umformen giebt der Musik ebenso viel Offenheit wie Kunstfertigkeit. Drei Musiker, einig, den Spagat zwischen traditionsbewußtsein und Avantgarde mit sehr viel Fantasie zu erfüllen.“ RP 07/17

„Sebastian Gramss is a masterful bass player, establishing his ability to play full dark lines, then demonstrating a consistently firm grasp of arco technique…“ Cadence Magazine, New York
DOWNBEAT MAGAZINE 03.2003:
„Also impressive is the stellar sounds and punchy wit by alto wizard and fashion don Hayden Chisholm.“

JAZZTHETIK 05/14:
„Eine Metamorphose – eine in Klang umgesetztes Gedicht…….Sebastian Gramss besitzt neben seiner direkten musikalischen Sprache, die er mit Bands wie Underkarl oder Fossile3 umsetzt, eine einfühlsame, die Emotionen streichelnde Klangsprache, die weder aufdringlich noch vorlaut, sondern einfach nur die Seele streichelnde Zurückhaltung aus dem Hintergrund ganz nach vorne stellt…“

„Der Tonfall Ellingtons, Das Momentum des Bebop, Die Geste des Freien Jazz und das Mysterium des Cool Jazz: Eine sehr gegenwärtige Souveränität weht durch diese Musik, ein ganzes eigenes Timing, eine wunderbar bewusste Ästhetik. Und mehr als nur ein Hauch von Größe“ (High Fidelity 1/17)

Jazzthing #118, 4/2017
„Der Kölner Bassist Sebastian Gramss beschreibt die Musik des Trios Slowfox als „melodic Avantgarde“. Eine durchaus zutreffende Beschreibung, folgt man den 15 kammermusikalisch gestalteten Improvisationen von Gramss, Philip Zoubek (Piano) und Hayden Chisholm (Altsaxofon) auf „Gentle Giants“. Chisholms so fein ziselierter Ton, der aller Zartheit zum Trotz rhythmische Kraft und melodische Substanz besitzt, hat sein Fundament in Gramss‘ tiefenwuchtigem Spiel auf dem Kontrabass und bekommt durch Zoubeks teils präpariertem Klavier eine leuchtende Transparenz. Spannend wird es, wenn die drei ihren kammermusikalischen Duktus verlassen und die jazzmusikalische Avantgarde streifen – oft mit subtil energetischem Ergebnis. Auch ihrer zweiten CD hat Slowfox ein poetisches Leitmotiv vorangestellt, das sich in dem ins Englische übersetzte Friedrich-Nietzsche-Zitat „And those who were seen dancing were thought tobe insane by those who could not hear the music“ wiederfindet – und dessen einzelne Wörter auch die Stücketitel ergeben.“

Jazzthetik, Stefan Hentz, 5/2017:
SEBASTIAN GRAMSS´ SLOWFOX
Freundliche Riesen
Kontrabassist Sebastian Gramss und sein Trio Slowfox finden ihren Weg.

Zunächst ist da dieser Ton vom Altsaxofon: zart und weich und von enormer Raffinesse und Durchschlagskraft. Es mag Zeiten geben, in denen selbsternannt fortgeschrittene Gemüter hinter jeder Melodie einen abgestandenen Geschmack vermuten, erdrückt von harmonischen Klischees, aufgeplusterten Gefühlen und solchen Dingen, vorhersehbar noch in ihrer Raffinesse und Eindringlichkeit. Doch mit diesen Melodien liegen die Dinge zweifellos anders. Hayden Chisholm, Neuseeländer – in Köln seit gut zwanzig Jahren-, ist ein besonderer Musiker, ein Avantgardist der Melodie, hat mal jemand formuliert, kein bisschen rührselig und nicht ersichtlich selbstzufrieden oder gegenwartsverliebt Chisholm ist ein Musiker auf der Reise, immunisiert gegen Stillstand.

Die irdischen Kontinente und konventionellen Stilkategorien hat er längst abgehakt, kehrt mal hierhin, mal dorthin zurück und hat stets neue Erfahrungsmöglichkeiten mit seinem Altsaxofon dabei. ln seiner kühlen Intensität, seinem Drang nach neuen Ideen und Initiativen, nach Anregungen und Erleuchtungen ist Chisholm alles andere als einer dieser Sessionhengste, die alles und jeden kurz und klein spielen, damit jeder weiß, dass sie es können. Im Gegenteil, so konsequent er in Bewegung bleibt, so konsequent pflegt er tiefergehende Beziehungen zu ähnlich gepolten Musikern, mit denen er auf Augenhöhe die Erschließung neuer Klangweiten in Angriff nehmen kann.

Einer dieser Musiker ist der Posaunist Nils Wogram, ein anderer eben Sebastian Gramss, der mit ihm damals, vor zwanzig Jahren einen Proberaum teilte. Kontrabassist Gramss hat sich seit Jahren einen strahlenden Namen gemacht als ein so kenntnisreicher wie experimentierfreudiger Musiker von klar strukturierendem Verstand, der es noch mit seinen abgedrehtesten Projekten, wie dem 50-köpfigen KontrabassOrchester Bassmasse, versteht. den inneren Zusammenhalt zwischen dem innovativen Impuls des Jazz und seinen geschichtlichen Wurzeln, zwischen heißer Improvisation und coolem Kalkül zu unterstreichen.

Der Pianist Philip Zoubek schließlich, der Dritte im Bunde, verankert das Ensemble mit seinem sorgfältig kalkulierten Einsatz von Präparationen, die den perkussiven Charakter seines Instruments hervorheben und seine Kraft zur harmonischen Festlegung vermindern, im Bereich des Groove. Schon durch den provisorischen Charakter der Präparationen bleibt die Musik immer in Bewegung, umreißt einen offenen Raum des Ungefähren, des Möglichen, in dem sie sich dann zuverlässig in genau die Richtung wendet, die man am wenigsten erwartet.

Auf drei Beinen kann man gut stehen, das ist eine der Grundregeln der Improvisation. Meist heißen diese Beine Melodie, Harmonie und Rhythmus, und manchmal, nicht zu selten, sind sie schon etwas abgeschabt und überanstrengt. so dass man kaum noch spürt, wo sie ihre Resonanzen, ihre Elastizität und ihre Dringlichkeit hernehmen. Umso beglückender ist es, wenn sie schließlich in den Dreifaltigkeiten von Slowfox landen: Tanz, Körper, Sinnlichkeit; Individualität, Kollektivität und Struktur; Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. So besehen, feiert das Trio Slowfox die Werte, mit denen sich der Tanz Slowfox einst aufmachte, an der Seite des Jazz die Weit zu bekehren.

www.sebastiangramss.de/slowfox

Titelfoto: Frank Schindelbeck www.schindelbeck.org