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13.03.12_Menschmaschine

Oli Kuster - Klavier
Domenic Landolf - Tenorsaxofon, Bassklarinette
Christoph Utzinger - Kontrabass
Kevin Chesham - Schlagzeug
Irgendwann hat man genug sich von wilden Beeren und rohem Fleisch zu ernähren, erfindet ein paar hilfreiche Werkzeuge, dann die Dampfmaschine und ehe man's sich versieht ist man von Technik umzingelt und beinahe selbst eine Maschine. So auch ein paar Deutsche Studenten, die sich vor Jahrzehnten mit einem unüberschaubaren Haufen Gerätschaften in ihr Kling Klang Studio einschlossen. Dort schufen sie Schlager des Elektropop wie Roboter, Autobahn, Computerliebe oder Die Mensch Maschine:
32 Jahre musste die MenschMaschine hinter einer haushohen Dornröschenhecke aus Synthesizern, Ataris, und oxidierten Lötstellen auf ihre Befreiung durch Oli Kuster (Piano), Domenic Landolf (Saxophon), Christoph Utzinger (Bass) und Kevin Chesham (Schlagzeug) warten. Mit Naturdarm, Tierfellen, Bambusblättern und Blech rücken sie turmhohen Computerracks zuleibe, hinter denen die Computerliebe wartet.
Die fragmentarischen Songs von Kraftwerk bilden den vollgestopften Fundus, aus dem sich das Jazzquartett mit Namen -MenschMaschine- bedient: Grooves von denen sich so mancher JAY-Z noch heute ein Bit abschneiden kann und dies auch tut, Melodien, die im Gehörgang haften wie Teer. Mensch Maschine tut aber mehr als schlicht ein paar gute Songs zusammenklauen.
Die Schweizer Band haucht dem Roboter organisches Leben ein. Sie nimmt dem Terminator die Sonnenbrille ab und ihn mit auf die Wildschweinjagd. Statt Audi Quattro tummeln sich Schokoladenhasen auf der Autobahn und der Pocketcalculator wird zum Taschenmesser. Mit Jazz kann es sich ähnlich verhalten wie mit Ketchup. Man tuts einfach überall drüber, Ketchup auf 2 und 4, ein paar Reharmionisationen hie und da und schon hat man ein ausgewogenes Popmenu in einen Kindergeburtstag verwandelt. Und jedes Kind zeigt was es kann. MenschMaschine liegt nichts ferner als Ketchupjazz. Wunderbare Songs bleiben wunderbare Songs und gewinnen eine neue Dimension. Kuster, Landolf, Utzinger und Chesham tauchen die Nummer 1 Hits von damals in die Sonne des Südens, die technoiden Songs aus dem Land der Currywurst werden mit Holz beheizt.
Die Musiker der Band, so scheint es, haben das gleiche Credo wie ihre Düsseldorfer Kollegen einst: Der einzelne Musikarbeiter bleibt hinter der Musikmaschine zurück. Das klingt technisch, fast nach Staatstheorie, heisst aber: Vier hervorragende Solisten sperren ihre Ohren sperrangelweit auf und machen gemeinsam Musik.

Oli Kuster (Piano)
Geboren 1968 in Bern, beginnt Oli Kuster im Alter von sieben Jahren mit dem Klavierspiel und besucht nach einer Elektroniker-Lehre die Jazzschule Bern, sowie die Jazz- und Rockschule Freiburg. Er studierte an der New School in New York bei George Cables, Geri Allen, Michelle Rosewoman und Fred Hersch und machte 1995 an der Jazzschule Luzern seinen Abschluss, wo er danach auch als Lehrer tätig war. Von 1996 an war er zehn Jahre lang Lehrer für elektronische Tasteninstrumente und ist seit 2006 Lehrer im Fachbereich Jazzklavier an der Musikschule Köniz. Bekannt geworden ist Oli Kuster allerdings in einem anderen musikalischen Spektrum. Mit „Züri West“ stürmte er jahrelang regelmäßig die schweizer Pop-Charts, er arbeitete mit dem Ambientbassisten Mich Gerber, im Elektropop-Duo „Pola“, mit der Indie-Band „Electric Blanket“ ist er bald wieder unterwegs auf Tour und nebenbei komponiert er noch Filmmusiken. Neben zahlreichen Engagements in verschiedensten Formationen (z. B. Manufactur, Lumi, Gilbert Paeffgen Trio), komponiert er für seine eigene Formation Oli Kuster Kombo.
Domenic Landolf (Saxophon)
geboren 1969 in Bern, wohnt in Basel // beginnt mit 7 Jahren, Klavier zu spielen und wechselt mit 12 auf Saxophon // Studium an der Swiss Jazz School bei Andy Scherrer, 1991 Preisträger der Friedl-Wald Stiftung und seit 1999 Dozent an der Musikakademie Basel. // 2003 Kompositionsauftrag von Pro Helvetia, resultiert 2004 in der CD // “ Wanderlust” für Pirouet Records // Unterrichtstätigkeit an der Swiss Jazz School, der Jazzschule Luzern, am Grahamstown National Arts Festival, Südafrika // 2009 Neues Trio mit Patrice Moret und Dejan Terzic, Auftritte am Jazzfestival Bern und am Offbeat Jazzfestival Basel, 2010 Trio-CD Release „New Brighton“. // Spielte unter anderem mit Bill Carrothers, Feya Faku, Hans Feigenwinter, Don Friedman, George Gruntz, Reggie Johnson, Peter Madsen, Adrian Mears, Matthieu Michel, George Mraz, Wolfgang Muthspiel, Makaya Ntshoko, Adam Nussbaum, Bänz Oester, Fritz Pauer, Der Pallemaerts, Jochen Rückert, Andy Scherrer, Nat Su, Tom Varner, Jimmy Woode und James Zollar
Christoph Utzinger (Bass)
Geburtsdatum 09.01.1987 // 2005-2011 Kontrabass- und Kompositionsstudium mit Masterabschluss an der Hochschule der Künste Bern u. A. bei Thomas Dürst, Jonas Tauber, Dieter Amman und Frank Sikora. Seit 2011 Tonmeisterstudium an der Zürcher Hochschule der Künste. // Kontrabassist, Komponist und Arrangeur bei/für Morgain (Irish Folk), Wagabundis (Mundart), No Dog (Jazz), SJSO (Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchester), Molly Monster (Animationsserie). // Tontechniker bei Studioaufnahmen und Konzertbeschallungen u. A. im Auftrag von BeJazz, Langnau Jazz Nights und der Hochschule der Künste Bern.
Kevin Chesham (Schlagzeug)
1987 in Bern geboren, lebt heute in Biel. Mit 11 Jahren erhielt er erste Schlagzeugstunden, ein Jahr später folgten erste Banderfahrungen. Nach dem Abschluss der Schulzeit besuchte er von 2003-2005 die Swiss Jazz School und erhielt Unterricht bei Ueli Müller. Von 2005-2008 absolvierte er den Bachelor of Arts in Music an der Jazzabteilung der Hochschule der Künste in Bern. Abgeschlossenes Masterstudium Musikpädagogik mit Unterricht bei Billy Brooks und Dejan Terzic. Nebst dem Studium spielt und spielte er viele Konzerte in diversen Stilrichtungen und Besetzungen, von Jazz bis Punk, von Duos bis Sinfonieorchester. Er komponiert auch für seine eigene Band „Henry Popcorn“ und spielte mit Musikern wie: Tom Harrell, Eric Alexander, Reggie Johnson, Sandy Patton, Bert Joris, Stewy von Wattenwyl, Thierry Lang Trio, Malcolm Braff, Alexander Von Schlippenbach, Benjamin Schmid, Heiri Känzig, Bänz Oester, Wolfgang Zwiauer. Ueli Kempter Trio, Micha Sportelli & Band, The Phanamanation, Wiuds Höi, Bambeat.
www.menschmaschine.ch |
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