08. + 09. Mai 2020_Jazz+ Festival

Liebe Jazzfreunde, aufgrund der aktuellen Situation und nach langen Überlegungen zusammen mit dem Bayerischen Rundfunk und der Geschäftsführung der Seidlvilla sind wir zu der Entscheidung gekommen, das Jazz+ Festival um ein Jahr zu verschieben. Den genauen Termin werden wir demnächst bekannt geben.


08.05.2020

Tom Rainey / Michael Moore
Tom Rainey (USA) _ Schlagzeug
Michael Moore (USA) _ Saxophon

Trio En Corps
Eve Risser (FR) _ Klavier
Benjamin Duboc (FR) _ Kontrabass
Edward Perraud (FR) _ Schlagzeug

09.05.2020

Elisabeth Coudoux
Elisabeth Coudoux (DE) _ Solo Cello

Eskelin Weber Griener
Ellery Eskelin (USA) _ Saxophon
Christian Weber (CH) _ Kontrabass
Michael Griener (DE) _ Schlagzeug

 

Tagesticket 26 Euro / ermäßigt* 22 Euro
Festivalpass 45 Euro / ermäßigt* 37 Euro

* Für Schüler, Studenten, Auszubildende, Freiwilligendienstler, Arbeitssuchende und körperlich Beeinträchtigte mit einem Personaldokument, das die Ermäßigungsberechtigung zweifelsfrei nachweist und vor Ort im Original vorgelegt wird.

Einlass 19:00 Uhr / Beginn 20:00 Uhr
Tickets unter info@jazz-plus.de und an der Abendkasse

Alle Konzerte werden vom Bayerischen Rundfunk aufgezeichnet
8. Mai 2020, Jazz extra auf BR-KLASSIK, 21.30 bis 0 Uhr, Live-Übertragung aus der Seidlvilla
14. August 2020, Jazztime auf BR-KLASSIK, 23.05 bis 0 Uhr
11. September 2020, Jazztime auf BR-KLASSIK, 23.05 bis 0 Uhr

 


Foto © Cees van de Ven

Foto © Jim Newberry

08.05.2020 – Beginn: 20:00 Uhr

TOM RAINEY / MICHAEL MOORE
Tom Rainey (USA) _ Schlagzeug
Michael Moore (USA) _ Saxophon

Tom Rainey
Der 1957 in Santa Barbara geborene Tom Rainey galt schon früh als Ausnahme-Drummer. Seit dem Anschluss an die New Yorker Szene spielt er u.a. mit Mark Helias, Ralph Alessi, Tim Berne, Tony Malaby, Mary Halvorson, Ingrid Laubrock und Kris Davis.

Tom Rainey ist derzeit eine der wichtigen Persönlichkeiten im Umfeld zeitgenössischer kreativer Musik. Raineys beschwörend zeitloses und gelegentlich implosives Schlagzeugspiel nimmt eine zentrale Rolle im musikalischen Hier und Jetzt ein.

„Mit melodischer Erfindungsgabe und enormer dynamischer Differenzierung setzt er das von Paul Motian begründete Konzept der Einfachheit in der Komplexität und Komplexität in der Einfachheit fort.“ (Martin Kunzler)

Michael Moore
Michael Moore, ein ehemaliger Schüler von Jacki Byard und Gunther Schuller, siedelte 1982 von den USA nach Amsterdam über und ist seitdem eine der prägenden Figuren der europäischen Szene. Die hohe Musikalität seines Beitrages findet dabei auf beiden Seiten des Ozeans sein Echo: im amerikanischen Magazin Down Beat wurde Moore mehrfach zum besten Klarinettisten gewählt.

Moore spielte in Misha Mengelbergs legendärem ICP Orchestra, legte 6 CDs im Trio mit Han Benning und Ernst Reijsinger vor und arbeitete mit Gerry Hemingway, Simon Nabatov, Yo-Yo Ma oder auch Marilyn Crispell. Beim Jazzfestival Münster hinterließ er vor einigen Jahren mit seinem Projekt „Jewels and Binoculars“, mit dem er sich den Songs Bob Dylans widmete, bleibenden Eindruck.

Auf dem Jazz+ Festival 2020 werden die beiden zum ersten Mal miteinander spielen.

 

08.05.2020Beginn 21:30 Uhr

TRIO EN CORPS
Eve Risser (FR) _ Klavier
Benjamin Duboc (FR) _ Kontrabass
Edward Perraud (FR) _ Schlagzeug

www.everisser.com
www.benjamin.duboc.free.fr
www.edwardperraud.com

Die Musik des Trios „En Corps“ aus Paris ist vor allem ein Spiel mit dem Intimen. Drei Künstler mit hochentwickelten Sensoren streifen sich, berühren sich, mischen sich, befreien sich und nähern sich wieder an. Im Wunsch miteinander neue Formen zu schaffen erzeugen Eve Risser (Klavier), Benjamin Duboc (Kontrabass) und Edward Perraud (Schlagzeug) mit ihrer Musik eine hypnotische Kraft und Magie.

„Permanent brodelnde, nie abkühlende, immer auf hoher Flamme gehaltene Improvisation. Freejazz mit viel Luft, Fantasie und bezwingender Logik. Eine gnadenlose, gnadenlos schöne Musik!“ (Felix, freiStil)

Eve Risser, die im Elsass aufwuchs, erhielt zunächst klassischen Flöten- und Klavierunterricht bevor sie sich mit improvisierter Musik und Jazz beschäftigte. Sie studierte in Ostfrankreich, Paris und Baltimore. Im September 2008 holte sie Daniel Yvinec ins Orchestre National de Jazz, mit dem sie am Robert-Wyatt-Projekt Around Robert Wyatt (2009) und dem John-Hollenbeck-Album Shut Up and Dance (2010) mitwirkte. 2011 arbeitete sie mit der Band PAK um Ron Anderson (Secret Curve), trat aber auch mit Pascal Niggenkemper und Émilie Lesbros im Kölner Loft auf und gehörte dann zu dessen Ensemble Vision 7. Risser arbeitet gegenwärtig auch als Solistin und in den Formationen Donkey Monkey (mit Yuko Oshima), The New Songs (mit Kim Myhr, Sofia Jernberg und David Stackenäs), Fenêtre Ovale (mit Karl Naegelen und Joris Rühl). Risser trat 2010 im Duo Donkey Monkey beim Moers Festival auf. Sie spielt Solokonzerte, schreibt für verschiedene Ensembles und betreibt das Label Umlaut. Ihr Projekt White Desert Orchestra, das sich zuerst beim Banlieues Bleues Festival 2015 in Paris vorstellte, beschäftigt sich mit dem Klang der Weite, wie er im Grand Canyon in Arizona erlebbar ist.

Benjamin Duboc lernte auf dem Konservatorium zunächst Klavier und Klarinette; später kam Kontrabass hinzu, den er u. a. bei Jean-François Jenny-Clark und Bernard Cazauran studierte. Er arbeitete zunächst mit Gaël Mevel und Thierry Waziniak, bevor er 1993 Mitglied der Formation Octopus wurde, zu der auch Benoist Raffin und Jobic le Masson gehörten. In den folgenden Jahren arbeitete er zahlreichen Projekten im Bereich des Free Jazz und der Improvisationsmusik, u. a. mit Michel Doneda, Oliver Lake, Joëlle Léandre, Henry Grimes, Roy Campbell, Mario Rechtern, Eric Zinman, Sunny Murray, Daunik Lazro, Hasse Poulsen, Rasul Siddik, Christine Wodrascka, Hilary Jeffery oder Jack Wright. Neben Duo-Aufnahmen mit Edward Perraud (Etau, 2005) und Itaru Oki (Nobusiku, 2010) legte er auch ein Soloalbum und ein Album mit elektroakustischen Kompositionen vor. Weiterhin komponierte er elektroakustische Filmmusik für Filme von Bernard Cerf, Franck Gourdien und Chiara Malta. Zudem wirkte er an verschiedenen Literatur-, Theater- und Tanzprojekten mit.

Edward Perraud erlernte ab seinem achten Lebensjahr Gitarre, später studierte er Posaune und klassische Perkussion am Konservatorium in Rennes. Nach seinem musikwissenschaftlichen Master an der Universität Rennes begann er bei Hugues Dufour am IRCAM mit seinem Promotionsstudium, das er am CNSM bei Jean-Marc Chouvel fortsetzte. Daneben nahm er Unterricht sowohl bei Daniel Humair (Jazzschlagzeug) als auch bei Biplap Battacharya (Tablas). Seit 1990 spielte er in der Zeuhlband Shub-Niggurath und später in Improvisationsensembles um Jean-Luc Guionnet und Bertrand Denzler wie Hubbub und seit 2008 im Duo mit Jean-Pierre Drouet; daneben trat er im Bereich des Modern Jazz mit Yves Robert, Sylvain Kassap, Louis Sclavis und Joe Rosenberg auf. Mit der Gruppe von Frederick Galiay spielte er Free Pop. Auch begleitete er seit 2003 Damo Suzuki in der Gruppe Networks. Seit 2004 gehört er zum Trio Das Kapital mit Daniel Erdmann und Hasse Poulsen, das für sein Album Ballads & Barricades 2011 den Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik erhielt.
2001 gründete er sein eigenes Quartett Synaesthetic Trip mit Benoît Delbecq, Bart Maris und Arnault Cuisinier, das Alben wie Synaesthetic Trip (2012) oder Beyond the Predictable Touch (2015) vorlegte. Auch tritt er im Duo mit Élise Caron, mit Paul Rogers und mit Jean-Luc Cappozzo und im Trio von Abdelhaï Bennani auf. Weiterhin spielte er mit Michel Portal, Fred Frith, Henri Texier, Joëlle Léandre, Mark Helias, Vincent Courtois, Claude Tchamitchian oder Alan Silva.

 


Foto © Johan Coudoux

09.05.2020Beginn 20:00 Uhr

ELISABETH COUDOUX
Elisabeth Coudoux (DE) _ Solo Cello

www.elisabethcoudoux.com

Ihr erstes, bemerkenswertes Solo-Album „Some Poems“ veröffentlichte Elisabeth Coudoux 2016 auf Leo Records. Die darauf etablierte Herangehensweise, die vielen musikalischen Begegnungen mit anderen Musikern und Musikerinnen immer wieder neu zu formen und zu kreieren, bilden den Spannungsbogen für ihr Solo-Set auf dem Jazz+ Festival 2020.

„Elisabeth Coudoux zeigt ihre eigene Stimme am Cello. Sie erzählt ihre eigenen Geschichten – oder ihre eigene Geschichte in dem Sinne, dass der persönliche Stil jedes Improvisierers die Lebenserfahrung dahinter verrät. Durch ihre schiere Technik könnte man ein langes klassisches Training vermuten. Sie zeigt aber auch die Bereitschaft, eigene Wege zu gehen. Ihre Fähigkeit, unterschiedliche Figuren in unterschiedlichen Rhythmen und Registern aufzubauen und aufrechtzuerhalten, deutet manchmal auf die mehrsträngige Solomusik des Saxophonisten Evan Parker: Eine andere Tradition offenbart sich.“
(Kevin Whitehead, liner notes „Some Poems”)

 


Foto © Michelle Ettlin

09.05.2020 – Beginn 21:30 Uhr

ESKELIN WEBER GRIENER
Ellery Eskelin (USA) _ Saxophon
Christian Weber (CH) _ Kontrabass
Michael Griener (DE) _ Schlagzeug

Das Trio mit dem New Yorker Saxophonisten, dem Berliner Schlagzeuger und dem Schweizer Bassisten hat sich 2011 zusammengefunden und diese langjährige Zusammenarbeit ist in ihrer Musik deutlich hörbar. Nach ihrer Debüt-CD „Sensations of Tones“ stellen die drei in München ihre neue CD „The Pearls“ vor, auf der sie ihr Konzept einer Verbindung von freiem Spiel und traditionellem Jazz weiter vertiefen.

Das Trio Eskelin-Weber-Griener verschmilzt keine Spielweisen, es wechselt diese ab und stellt sie einander gegenüber. Das Repertoire reicht dabei zurück bis zu Ragtimes von Scott Joplin und komplexen Kompositionen von Jelly Roll Morton. Im Vordergrund steht die pure Freude am gemeinsamen Musizieren und am gemeinsamen Klang, die durch den Verzicht auf jegliche Art der Verstärkung eine Unmittelbarkeit und Intimität bekommen, die Konzerte von Eskelin-Weber-Griener zu einem besonderen Erlebnis werden lassen.

Eine wunderbare Musik, die sich jeder Kategorie entzieht.

 

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München
In Kooperation mit BR-KLASSIK
Gefördert durch den Bezirksausschuss 12 Schwabing-Freimann

BR_KLASSIKKulturreferat